Hinter meinem Blog

[Rückblick] 12 Bücher aus 2018 und weitere Highlights

2018 nähert sich dem Ende entgegen und da ich gestern die ersten Bücherkisten ausgepackt habe, war das für mich ein Moment um ein wenig mein Lesejahr zu rekapulieren. Aber auch mein Bloggerjahr war sehr spannend und daher möchte ich euch hier einen kleinen Überblick verschaffen, was bei mir und auf dem Blog so los war und auch einen kleinen Ausblick Richtung 2019 wagen!

12 volle Monate

So vieles ist 2018 passiert: Das Jahr startet für mich verhältnismäßg ruhig, denn ich habe meine letzten Uni-Module abgeschlossen und daneben ein wenig gearbeitet, aber zu Anfang des Jahres war das noch alles wunderbar schaffbar. Ich habe privat meinen ersten Skiurlaub erlebt und habe mich sehr auf die Leipziger Buchmesse gefreut. Die dann leider promt aus privaten Gründen in Teilen für mich ins Wasser fiel. Dennoch war die Buchmesse unglaublich, ich saß sogar zweimal auf einem Podium, was mir im Nachhinein immer noch merkwürdig surreal erscheint. Hier geht es zu meinem Buchmessen-Rückblick der LBM18. Außerdem habe ich im März eine Leserunde zu Victor Klemperers „Lingua Tertii Imperii“ gestartet, welche mich bis Mitte Juni beschäftigte. Von Mai bis Juli absolvierte ich ein Praktikum beim Dumont Buchverlag in Köln. Auf diese drei Monate blicke ich unglaublich gerne zurück, denn ich habe nicht nur viel gelernt, sondern auch unglaublich spannende Menschen getroffen, nicht nur bei Dumont selbst! Wer mir in den sozialen Medien folgte hat das komplette Drama über meine Vermieterin aus der Hölle und den Zimmerwechsel vor Ort live mitbekommen, Unterschlupf fand ich schließlich bei der fantastischen Jasmin von Lesepanda, was ich ihr nie vergessen werde! Nebenbei schlief mein Blog leider ein wenig ein, denn die Zeit war trotz vieler schöner Momente sehr kraftraubend und ich kämpfe seitdem noch damit in meine frühere Routine zurückzukehren. Die DSGVO mit ihren vielen Fallstricken, die mich im Mai zu einem recht kurzfristig durchgeführten Blogumzug bewegte, tat dann ihr übriges. Meinen Themenmonat HateSpeech habe ich noch fix von Mai auf den Juni geschoben und war im Nachhinein nur dankbar, dass ich viele Bücher schon vorab gelesen und einige Beiträge vorbereitet hatte. Die Auseinandersetzung mit einem solch komplexen Thema hat mich sehr viel Spaß gemacht, aber ich habe schnell gemerkt, dass mich ein solcher Themenmonat mit all seiner Planung doch sehr unter (Zeit-)Druck setzt, weshalb ich nicht sicher bin, ob ich etwas ähnliches wieder durchführen würde. Wieder zurück in Leipzig stapelten sich nicht nur unrezensierte Bücher auf meinem (zu diesem Zeitpunkt noch imaginären) Schreibtisch, sondern es war auch allerhand organisatorisches liegen geblieben. Vor allem habe ich in den folgenden Monaten sehr viel gearbeitet und kam daher nur schwer in meinen Uni- und Blog-Alltag zurück. Doch es gab auch schöne Blogger-Momente: Ich durfte beim „Leselust im August“-Festival vorlesen, was mir viel Spaß gemacht hat. Ich merke, dass es mir fehlt mit Kindern zu arbeiten und ich es gerne wieder tun würde. Lustigerweise wurde ich dort als Leipziger Kinderbuchbloggerin vorgestellt, was (wie man an meinem Blog schnell merkt) nicht ganz stimmt. Das liegt aber gar nicht daran, dass ich nicht Lust hätte gelegentlich ein Kinderbuch vorzustellen, sondern eher daran, dass ich gar nicht genau weiß, wo ich die Zeit dafür hernehmen sollte. Seitdem gehe ich immer ein wenig wehmütig an Kinderbuchstapeln vorbei!

IMG_20180929_183533

Mitte September fuhr ich auf das Litcamp und habe dort so unglaublich viele liebe und motivierte Menschen getroffen, es war fantastisch! Auch ich kam mit vielen neuen Ideen im Kopf wieder, auch wenn ich die meisten aufgrund von Zeitmangel doch nicht umsetzen konnte. Im Oktober erging es mir mit der Frankfurter Buchmesse ganz ähnlich: Ich habe so viel Input erhalten und hatte dann leider so wenig Zeit für meinen Blog. Überhaupt fast das die letzten drei bis vier Monate ganz gut zusammen. Im November bin ich mit meinem Freund zusammen gezogen und die ganzen Vorbereitungen in meiner alten, seiner alten und der gemeinsamen neuen Wohnung haben so gut wie alle privaten Dinge stark runtergefahren. Natürlich haben wir beide nebenher gearbeitet und natürlich  habe ich auch das eine oder andere gelesen und rezensiert. Aber ich hatte keine weitere Energie für all die Projekte, die mir für den Blog oder privat vorschweben. Auch hätte ich in den letzten Monaten eigentlich mit meiner Masterarbeit vorankommen können, aber irgendwie hängt zurzeit alles in der Schwebe. Mein Thema hat sich mehrfach verändert, mein Zweitgutachter steht möglicherweise nicht zur Verfügung und so arbeite ich zwar hin und wieder sporadisch an der MA, aber wirklich voran komme ich seit Wochen nicht. Ich merke jedoch auch, dass ich mich immer wieder von anderen Projekten gefangen nehmen lasse und meine Prioritäten falsch setze, etwas das ich 2019 dringend lernen sollte.

12 unglaubliche Bücher

Auch wenn mir das Jahr so unglaublich voll gepackt erschien, beim Durchstöbern meiner Monatsrückblicke habe ich festgestellt, wie viele tolle Bücher ich dieses Jahr doch gelesen habe. Hier möchte ich euch exemplarisch ein paar besondere Schätze zeigen und auch erklären, warum mir gerade diese so wichtig erschienen. (Die Bücher stelle ich in der Reihenfolge vor, wie ich sie gelesen habe, es handelt sich also um kein Ranking. Unter dem Link kommt ihr jeweils zu meiner Rezension, sofern ich bereits eine verfasst habe. Die fehlenden werden aber noch kommen!)

Den Anfang macht Die Entdeckung des Glücks von Isabell Prophet. Das Buch habe ich direkt im Januar gelesen, aber die Lektüre hatte Auswirkungen auf mein ganzes Arbeitsjahr. Es geht nämlich darum, gelassener zu seinem Berufsleben zu werden. Das ist etwas das mir besonders schwer fehlt. Meine Arbeit besteht zu einem großen Teil aus E-Mails und damit meine ich meine wirkliche Arbeit, meinen Nebenjob neben der Uni. Die E-Mails, die ich beispielsweise für den Blog bekomme, halten sich dagegen ziemlich im Rahmen. Dennoch stelle ich überall eine gewisse Ungeduld fest, sowohl aufseiten der Mailschreiber als auch bei meinem eigenen Anspruch möglichst innerhalb von einem Tag zu antworten. Dieses Jahr habe ich gelernt, dass es mir diese Form von mentalem Stress nicht guttut und ich glaube, dass sich dies 2019 noch stärker entwickeln wird und bin sehr gespannt auf mein späteres Berufsleben.

Ich höre nur sehr langsam Hörbücher und so war es auch mit Die Geschichte der Bienen von Maja Lunde. Das bedeutet aber nicht, dass mir die Geschichte nicht unglaublich gut gefallen hätte. Bereits vorher hatte ich mich mit den Bienensterben beschäftigt, doch das Hörbuch hat für mich noch einmal schön die Dramatik und die Zusammenhänge dargestellt. Ich finde es super, dass dieses Thema dadurch einer breiteren Öffentlichkeit bewusst wurde!

Frau Einstein

Frau Einstein von Marie Benedict ist eine literarische Version einer Biografie und zeigt, wie starke Frauen in der Geschichtsschreibung leider immer wieder vergessen wurden. Außerdem ist es einfach sehr einfühsam geschrieben und laß sich einfach herzzerreißend.

In meiner Reihe „Bücher in Büchern“ hat mir in diesem Jahr Bestseller von Beka Adamaschwili am meisten Freude bereitet. Ein Verwirrspiel mit dem Leser und ein tolles Buch über Autoren, Leser und die Literatenhölle.

Auch Hinterhofleben von Maik Siegel habe ich regelrecht verschlungen. Es handelt von der Hilfsbereitschaft nach der Flüchtlingswelle bzw. eigentlich eher davon, dass jeder so seine eigenen Motivationen hat und es erst ganz zuletzt um die Flüchtlinge als Menschen geht.

P1020239

Nichts, was uns passiert von Bettina Wilpert ist eines der Bücher, die mich 2018 wohl am meisten bewegt haben. Ich habe es gemeinsam mit einer Freundin gelesen und wir haben uns fast täglich lange Sprachnachrichten zu dem Buch geschickt. Noch lange nach dem Lesen haben wir diskutiert und bis heute konnte ich einfach keine Worte zu dem Buch verfassen, weil es mich sprachlos zurück lässt! Ich werde mich aber dennoch demnächst an einer Rezension versuchen, ganz einfach, weil ich dem Buch unbedingt noch einmal meine ganze Aufmerksamkeit widmen möchte!

Ein weiteres tolles Buch war Deutschland Schwarz weiß von Noah Sow. Ich habe das Buch in meiner Rezension mit einem Anti-Rassismus-Workshop verglichen, weil ich es so unglaublich gut geschrieben fand. Dennoch richtet sich das Buch nicht nur an Einsteiger in dem Thema, sondern bietet viel Input zum Nachdenken und ist damit eine absolute Empfehlung (ich hab mein Exemplar direkt nach dem Lesen schon weiterverliehen).

Ein Buch, welches ich von alleine wohl niemals gelesen hätte, ist Nur drei Worte von Becky Albertalli. Natürlich habe ich mitbekommen wie alle davon schwärmten und danach fleißig in die Kinos strömten. Für mich klang es einfach nur nach einer kitschigen Liebesgeschichte und genau das ist es ja streng genommen auch. Dennoch bin ich sehr froh, dass Jasmin mir das Buch damals in die Hand drückte. Ich glaube, dass ich zu dem Zeitpunkt etwas positives brauchte und da war diese zuckersüße Lektüre genau das richtige. Und das, obwohl auch ernste Themen in dem Buch nicht zu kurz kommen, eigentlich die perfekte Mischung.

Zwei Bücher, die mich zum Ende des Jahres hin sehr berührt haben sind Kampfsterne von Alexa Hennig von Lange und Super, und dir? von Kathrin Wessling. Ersteres beschreibt die paradoxe Welt des gutbürgerlichen Bildungsbürgertums der 70er Jahre und hat mich nicht nur aufgrund des Stils gefesselt und an Hinterhofleben erinnert. Das zweite dagegen ist Kritik an der oberflächlichen Social Media-Gesellschaft und löste auch bei mir ein Nachdenken über Perfektion, Anerkennung und problemhafter (Selbst-)Wahrnehmung aus. Beide Bücher möchte ich euch demnächst noch vorstellen, vielleicht schaffe ich dies im Januar endlich!

IMG_20180623_142400

Bereits Mitte des Jahres habe ich mit Untenrum frei! von Margarete Stokowski fast schon einen Klassiker eines Feminismus-Buches gelesen. In der Folge habe ich mit einem kleinen Feminismus-Leseprojekt begonnen und euch beispielsweise noch Wenn Männer mir die Welt erklären von Rebecca Solnit vorgestellt. Beide Bücher, so unterschiedlich sie auch geschrieben sind, schaffen es die Notwendigkeit von Feminismus in ganz alltäglichen Situationen zu verorten. Im kommenden Jahr möchte ich noch viele weitere Werke vorstellen, einige habe ich bereits besorgt und ich freue mich auf viele spannende Lektüren.

Und der Ausblick?

Ich habe so viele ungelesene Bücher im Regal stehen, viele davon Anschaffungen der letzten Monate, die ich einfach noch nicht lesen konnte. Ich würde gerne sagen, dass ich die alle im neuen Jahr lesen werde, aber da ich ab Januar WIRKLICH ENDLICH MAL mit der Masterarbeit voran kommen muss, ist das tatsächlich unwahrscheinlich. Ich möchte aber auf jeden Fall zurück in meine Bloggerroutine finden. Aktuell überlege ich noch, wie ich das am besten tun kann. Eine Idee wäre es, einen regelmäßigen Bloggerabend einzuplanen, an dem ich meine Rezensionen schreiben kann. Leider überkommt mich die Bloglust oft sehr spontan und Fotos lassen sich abends auch sehr schlecht schießen, daher weiß ich noch nicht, ob das in der Praxis wirklich so gut klappt. Vor allem möchte ich aber wieder mehr sonstige Beiträge schreiben, also Monatsrückblicke um mich an all meine gelesenen Bücher zu erinnern, auch die, die ich nicht rezensiert habe, hin und wieder eine Montagsfrage beantworten, ich möchte mehr Kolumnen schreiben und endlich auch mal all die Leipziger Orte vorstellen, die ich euch schon so lange zeigen möchte! In diesem Sinne: Ich freue mich auf 2019! Seid ihr dabei?

Danke!

An dieser Stelle möchte ich die Gelegenheit nutzen und Danke schön sagen! Ihr seid mir zu meiner großen Freude auch nach dem Blogumzug treu geblieben und habt fleißig gelesen, kommentiert und in den sozialen Medien geteilt, selbst in Zeiten, in denen ich selbst weder bei mir noch bei anderen kommentieren konnte! Ich freue mich sehr auf 2019 mit euch und würde jeden einzelnen von euch gerne drücken, wenn ihr nicht längst ganz schön viele wärt!

Alles Liebe, Jennifer

4 Kommentare

  • Lilly Lesepanda

    Hey 😉

    Es freut mich natürlich, dass ich dir eine Hilfe sein konnte und den Aufenthalt in Köln etwas besser machen durfte. Auch mir hat es sehr Spaß gemacht und es hat mich gefreut dich kennen zu lernen. Das wir uns auf der FBM wiedersehen konnten, war ebenso toll.
    Das wird sicher nicht das letzte mal sein. Freue mich schon auf unser nächstes Treffen.

    Alles Liebe
    Jasmin

    • Jennifer

      Liebe Jasmin,
      du hast den Aufenthalt nicht nur besser gemacht, sondern gerettet! Das werde ich dir nie vergessen…
      Es hat mich auch gefreut, dass wir uns in Frankfurt kurz gesehen haben, wenn ich auch so eingespannt war von der Arbeit. Aktuell überlege ich, ob ich zur nächsten Litblogcon fahre und da Köln und ganz viele liebe Menschen besuche. Bist du zu dem Zeitraum in Köln, gehst vielleicht auch zur Litblogcon?
      Alles, alles Liebe,
      Jennifer

  • Nadine

    Liebe Jennifer,
    vielen Dank für diesen tollen Rückblick auf 2018 und deinen Ausblick. Die aufgeführten Bücher kenne ich noch nicht, werde sie mir aber schon mal auf meine WuLi setzen.
    Liebste Grüße
    Nadine | #litnetzwerk

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.