Rezension

[Rezension] „Die Entdeckung des Glücks“ von Isabell Prophet

Glück ist eine schwierige Sache: Jeder will es haben, niemand weiß genau, wo es zu suchen ist. Isabell Prophet – könnte es einen passenderen Namen geben? – macht sich auf die Suche nach dem Glück im Berufsleben.

Die Entdeckung des Glücks von Isabell Prophet

Arbeit macht einen Großteil unseres Lebens aus, oft verbringen wir mehr Stunden mit Kollegen als mit Partner oder Familie. Aus diesem Grunde sei es so wichtig, mit seiner Arbeit glücklich zu sein. Aber was bedeutet das überhaupt? In drei Teilen versucht Prophet das Glück zu ergründen: Im ersten Teil erklärt sie zunächst, wie wir unser eigenes Glück verhindern. Dieser Teil gibt den Ton des gesamten Buches vor und ist zugleich der umfangreichste. Sehr locker schreibt Prophet und gleichzeitig sehr nachvollziehbar, wenn sie klarstellt: Glück ist vor allem eine Frage der inneren Einstellung. Am Unterschied von Glück und Zufriedenheit erklärt sie, woher das ewige Streben an Glück kommt und warum unser menschliches Suchen nach immer mehr Glück scheitern muss.

1. Die Entdeckung des Glücks

Im zweiten Teil legt sie dar, wo sich das eigene Glück eigentlich finden lässt. Von einer besseren Konzentration über Ordnung bis hin zu Sport gibt sie dabei implizit auch Ratschläge, die sich alle mehr oder weniger schnell umsetzen lassen, dabei aber eine immense Veränderung bringen können. Auch die Relevanz von fröhlichen Kollegen stellt sie heraus und erklärt, wie man durch kleine Gesten gute Laune unter seinen Mitmenschen verbreiten kann, die wiederum auf einen selbst zurückstrahlt. Der zweite Teil war für mich der argumentativ stärkste, zudem zitiert sie interessante Studien und stellt Werke von Forschern sowie Ratgeber vor.

Glück ist etwas, das in uns selbst stattfindet und das jeder für sich selbst finden muss. Seite 39

Im dritten, und deutlich kürzesten, Teil folgen schließlich die „Ratschläge“ für Glück. Dieser Teil ist nicht nur sehr kurz, im Gegensatz zu den anderen beiden Teilen führt sie hier ihre Gedanken auch nicht weiter aus, sondern gibt eher Anregungen zum selbst weiter forschen. Dabei ist es hilfreich, dass sie ihr gesamtes Buch immer wieder mit Quellen zu Studien oder anderen Büchern, aus denen sie Informationen bezieht, anreichert. Dennoch ist dieser Teil der schwächste, was aber nicht heißt, dass das Buch keinen Mehrwert darstellt.

Im Gegenteil: Prophet schreibt zwar zum Großteil aus Sicht der Selbständigkeit bzw. Bürotätigkeit (sie selbst ist Journalistin), daher beziehen sich viele ihrer Stressfaktoren, wie beispielsweise das immer für Mails verfügbar sein, auch auf speziell für diese Berufsgruppen gängige. Auch merkt man ihr an, dass sie von einer eher gebildeten Schicht unglücklicher Menschen ausgeht. Dennoch lassen sich die von ihr beschriebenen Faktoren oder Kniffe für eine bessere innere Einstellung meiner Meinung nach gut übertragen. Denn die Ziele, die wir uns setzen und die wir als für unser Glück unabdingbar sehen, sind so oder so individuell. Darum kann Die Entdeckung des Glücks kein Ratgeber mit einem festen und nachspielbaren Programm zum Glücklichsein sein, sondern eine Anregung, sich selbst und sein Leben ein wenig zu reflektieren, seine Erwartungen zu hinterfragen und seine eigene Einstellung zu Dingen zu ändern. Leider geht das nicht von heute auf morgen, aber dieses Buch kann ein Anstoß sein und ich weiß jetzt schon ein, zwei Personen in meinem Bekanntenkreis, die das Buch von mir ausgeliehen bekommen werden.

Fazit: Hätte dieses Buch die Aussage „Ich weiß den Weg zum Glück“, dann hätte ich es als Fehlgriff abgetan. Stattdessen liefert das Buch eine Anleitung, Glück für sich selbst (neu) zu definieren. Das hilft weiter!


Weitere Meinungen

Jules Leseecke

Ihr habt auch eine Meinung zu dem Buch verfasst? Lasst mir gerne einen Hinweis da! 🙂


Hier geht’s zum Buch

Die Entdeckung des Glücks von Isabell Prophet
Mosaick Verlag
239 Seiten plus Anhang; 16 Euro
ISBN:  978-3-442-39323-7

Herzlichen Dank an das Bloggerportal für das kostenfreie Leseexemplar!

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