• [Rezension] Konservative Familienbilder: „Abifeier“ von Eric Neil

    Normalerweise hätte ich Abifeier wohl abgebrochen. Zwar klang die Handlung ganz amüsant, der Stil entpuppte sich für mich jedoch nicht wirklich als lustig. Doch die Rollenbilder haben mich beim Lesen mehr als einmal irritiert und daher gibt es hier nun eine kleine spezifische Kritik, nur diesen Punkt betreffend.

  • [Rezension] Über die Schattenseiten von öffentlicher Aufmerksamkeit: „Ein wirklich erstaunliches Ding“ von Hank Green

    Gemeinsam betreiben John und Hank Green den YouTube-Kanal vlogbrothers. John Green ist bereits bekannt in Deutschland, beispielsweise durch den Roman Das Schicksal ist ein mieser Verräter. Nun veröffentlicht auch sein Bruder seinen ersten Roman und dtv erwartet sich wohl zurecht gute Verkaufszahlen! Zuerst einmal muss ich jedoch gestehen, dass ich John und Hank Green zwar dem Namen nach kannte, aber weder ihre Videos schaue noch auch nur einen einzigen Roman von John Green gelesen habe. Thematisch sprachen mich diese bisher einfach nicht an. Der Erstling von Hank Green dagegen machte mich mit seiner Thematik sofort neugierig: Wie verändert sich der Mensch, wenn er plötzlich ins öffentliche Interesse gerückt wird? Ein…

  • [Rezension] Kolumnensammlung: „Die letzten Tage des Patriarchats“ von Margarete Stokowski

    Mit Spannung haben wir alle das nächste Buch von Margarete Stokowski erwartet. Warum ich das Buch einerseits inspirierend fand und andererseits ein wenig enttäuscht wurde, erfahrt ihr im Folgenden. Die letzten Tages des Patriarchats von Margarete Stokowski Die Lektüre von Untenrum frei!, Margarete Stokowskis erstem Buch, war wie eine Offenbarung für mich! Das Buch habe ich seitdem wiederholt empfohlen und mein eigenes Exemplar war immer verliehen. Ich schreibe dies nur, damit klar wird, wie hoch die Erwartungen waren als ich von Die letzten Tage des Patriarchats erfuhr. Zuerst dachte ich nämlich, dass es sich um eine Fortsetzung ihres Buches handelt. Ein wenig enttäuschte mich daher, dass es sich „nur“ um…

  • [Rezension] Bedrückend und schonunglos: „Mercy Seat“ von Elizabeth H. Winthrop

    Als Janna von Kejas-Blogbuch letztes Jahr fragte, wer sich gerne an einem kleinen Wanderbuch beteiligen möchte, war ich sofort neugierig. Mercy Seat hätte ich von mir aus wahrscheinlich nicht gelesen, obwohl die Thematik interessant ist. Allerdings ist die Geschichte auch nicht ohne… Mercy Seat von Elizabeth H. Winthrop Louisiana 1943: Der schwarze Will Jones soll ein weißes Mädchen vergewaltigt haben. Er wurde rechtskräftig verurteilt und nun soll er auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet werden. Gespannt warten die Einwohner der kleinen Südstaatenstadt auf Mitternacht. Ob das Urteil richtig ist und was der örtliche Ku-Klux-Klan damit zu tun hat, fragt sich kaum jemand. Auch nicht, ob man dabei ist einen jungen Mann…

  • [Rezension] Hinter der Fassade des Bildungsbürgertums: „Kampfsterne“ von Alexa Hennig von Lange

    TW: ganz unten Lange hat mich ein Roman nicht mehr so in seinen Bann gezogen. Neben Hinterhofleben (hier geht’s zu meiner Rezension) und Der plötzliche Todesfall gehört Kampfsterne für mich zu den aktuellen Romanen, die die Gesellschaft in ihrer Analyse so zerrissen wie realistisch darstellen. Kampfsterne von Alexa Hennig von Lange 1985, in einer gutbürgerlichen Vorstadtsiedlung. Drei Familien konkurrieren um den perfekten Schein, wenn es schon das perfekte Leben nicht sein kann. Was die Eltern in ihrem Leben nicht erreichen konnten, das müssen die Kinder nun anstreben. Und das Versagen der Eltern kompensieren, ob es nun die verlorenen Träume oder die angestrebte Lebensrealität sind.  Der Spagat zwischen innerer Zerrissenheit und äußerer Fassade…

  • [Rezension] Emotional und mitreißend: „Und wenn die Welt verbrennt“ von Ulla Scheler

    Ganz selten kann mich Jugendliteratur wirklich berühren, mitreißen, in den Bann ziehen. Ulla Scheler hat dies mit Und wenn die Welt verbrennt geschafft und ich bin dankbar für dieses Buch! Ihr Debüt Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen werde ich mir definitiv noch näher ansehen… Und wenn die Welt verbrennt von Ulla Scheler Felix zeichnet Menschen mit Kreide, mit nur wenigen Blicken scheint er eine besondere Tiefe wahrzunehmen. Deshalb ist er vom ersten Blick an fasziniert von dem Mädchen, das ihn beobachtet und selbst unsichtbar bleiben möchte. Alisa verbirgt vieles, doch Felix scheint in ihr Inneres sehen zu können. Sie öffnet sich ihm und lässt ihn immer näher an…

  • [Rezension] Ein Anti-Weihnachtsbuch?: „Weihnachten auf der Lindwurmfeste“ von Walter Moers

    Walter Moers lässt uns leider weiterhin auf „Das Schloss der träumenden Bücher“ warten, laut Verlag ist das Buch in Planung und erscheint im Oktober 2024 [Quelle: Knaus Verlag]. Nichtsdestotrotz ist Moers nicht untätig, so erschien pünktlich zum Weihnachtsgeschäft der schmale Band „Weihnachten auf der Lindwurmfeste“ und zur Leipziger Buchmesse gibt es „Der Bücherdrache„. Weihnachten auf der Lindwurmfeste Wie feiert man eigentlich Weihnachten in Zamonien? Gar nicht natürlich, auch wenn alle Bewohner Zamoniens so ihre eigenen Bräuche pflegen. Auf der Lindwurmfeste feiert man beispielsweise Hamoulimepp und viele der in diesem Zuge zelebrierten Bräuche erinnern doch sehr an unser irdisches Weihnachtsfest. Hildegunst von Mythenmetz ist allerdings kein Freund der wirren Sitten und…

  • [BücherinBüchern] Vom Bücher horten: „Das Mädchen, das in der Metro las“ von Christine Féret-Fleury

    Wo sollte man ein Buch mit einem solchen Titel lesen, wenn nicht in der Metro? In Ermangelung derselben habe ich Bus und S-Bahn genommen und mir gedacht, dass das französische Flair dem deutschen Busfahren doch bestimmt sehr ähnlich sein müsste. (Ist es nicht! Wenn ihr die Möglichkeit habt, fahrt lieber nach Frankreich in den Urlaub und setzt euch dort in die Metro. Das ist nicht vergleichbar. Und nehmt ein anderes Buch mit!) Das Mädchen, das in der Metro las Eines Tages steigt Juliette eine Station zu früh aus und schlendert zu Fuß zu ihrer langweiligen Arbeit. Auf der Suche nach etwas Neuem macht sie eine folgenschwere Begegnung und trifft auf…

  • [Rezension] „Du springst, ich falle“ von Maryam Madjidi

    Dieser Monat entpuppt sich für mich als Monat der Debütromane. Gerade erst habe ich fleißig die Shortlist für Das Debüt abgelesen, um mir am Ende eine fundierte Meinung bilden zu können (hier geht es zu meinem Abschlussbeitrag mit der Bewertung aller Romane im Vergleich). Bereits vor einiger Zeit hatte ich aber noch Du springst, ich falle angefragt, ohne mir bewusst zu sein, dass es sich dabei auch um ein Debüt handelt. Schade eigentlich, denn dieses Buch hätte sich meiner Meinung nach auf der Longlist ebenso gut gemacht. Du springst, ich falle Die kleine Maryam wächst im Iran auf, von den Turbulenzen des politischen Umbruchs merkt sie nichts. Doch ihre Eltern,…