• [Kolumne] Vertrautes Lesen

    Mein Kopf ist manchmal so voll mit allen Dingen aus meinem Alltag, dass ich das Gefühl habe, gar keine neuen Geschichten mehr aufnehmen zu können. Oft habe ich ein unbekanntes Buch neben mir liegen, kann mich aber nicht durchringen, dieses zu lesen. Ich bin einfach zu müde, zu abgelenkt, habe zu viele Gedanken im Kopf. Leichter fällt es mir dagegen mich mit mir bereits bekanntem Lesestoff abzulenken. Ob oft gelesenes Jugendbuch oder Liebesromanen aus meiner Abi-Stress-Phase, aktuell lese ich, was seicht ist, und vor allem: Was ich eigentlich schon kenne. Diese bekannten Geschichten halten meinen Kopf vom Grübeln ab, sie geben mir ein vertrautes und sicheres Gefühl. Und dennoch belegen…

  • [Kolumne] 5 alltägliche Situationen, in denen ich oft NICHT lese

    Sicher kennt ihr auch diese ganzen Listen, wann man lesen kann und wie man noch mehr Lesezeit findet, um möglichst viele Bücher pro Monat zu lesen. Ich lese solche Listen immer mit ein wenig Erstaunen und ganz viel Neid. Natürlich kann man zu allen möglichen Gelegenheiten lesen. Aber seien wir mal ehrlich, wie oft setzen wir uns morgens mit Buch, Kaffeetasse und Handy hin und surfen dann eine halbe Stunde lang durchs Netz statt zu lesen, wie wir es eigentlich geplant hatten? Bei mir ist das gerade ganz genauso: Ich lese unglaublich wenig, obwohl ich eigentlich gerne ständig lesen würde. Warum eigentlich? Um das herauszufinden, habe ich mich selbst ein…

  • [Kolumne] Aus der Perspektive der Leserschaft | Sensitivity Reading

    Sensitivity Reading wird immer wieder heiß diskutiert. Auf der einen Seite haben wir Autor*innen, die sich verbitten, dass andere ihnen vorschreiben, wie sie ihre Werke zu schreiben haben. Auf der anderen Seite stehen Betroffene von verschiedenen Marginalisierungen, die sich gerne vielfältiger in der Literatur (und im Film usw., aber ich werde hier vereinfachend immer von Literatur sprechen) repräsentiert sehen möchten. Schreibende Autoren und der böse Markt Im Folgenden möchte ich einmal die Perspektive wechseln und dabei vielleicht ein wenig zum Nachdenken anregen. Die folgende Tatsache mag vielleicht nicht jedem schmecken, aber sie ist nun einmal Fakt: Die meisten Menschen schreiben nicht nur zur persönlichen Freude, sondern möchten damit auch Geld…

  • [Fundstück] Sich verändernde Sprache und Wirklichkeit

    Heute gibt es bei mir mal wieder ein Fundstück aus dem Netz, über das ich vor kurzem gestolpert bin. Es geht dieses Mal nicht um Literatur, sondern um Sprache, aber auch daran hab ich studienbedingt natürlich ein großes Interesse. In der Taz schrieb Waltraud Schwab „Debatte Sprache und Paragraph 219a Es gibt kein „ungeborenes Leben“ Die Sprache von Abtreibungsgegner*innen reduziert Frauen zum Container des Embryos. So gerät ihr Recht auf Selbstbestimmung in Gefahr.“ Quelle: Taz Sie beschäftigt sich in dem sehr lesenswerten Kommentar mit dem Begriff und der Nutzung von „ungeborenem Leben“ und zeigt einerseits den biologischen Widerspruch auf, den der Begriff beinhaltet, über den aber selten gesprochen wird, und…

  • [Kolumne] Warum man über Bücher reden sollte, die man nicht gelesen hat!

    Vor kurzem gab es auf Twitter mal wieder eine Diskussion über die Qualität und Einordnung eines Buches und recht schnell fiel das Argument „Hast du das Buch überhaupt gelesen? Denn wenn nicht, darfst du dich dazu gar nicht äußern.“ (Kein direktes Zitat, sondern von mir paraphrasiert). Aber was spricht eigentlich dagegen, sich zu einem Buch zu äußern, dass man doch gar nicht kennt? Die Bücher, die ich las… Ich bin einer jener unsäglichen Menschen, die nach ihren Hobbys gefragt „Lesen“ stottern und danach schnellstmöglich betonen, dass sie aber auch oft unter Leute kommen. Wie viele Bücher mein Bücherregal zählt, weiß ich gar nicht genau. Die Zahl wäre aber auch irrelevant,…

  • [Kolumne] Über die Schwierigkeit Bücher zu verschenken

    Weihnachten, das ist die Zeit in der sich auf einmal viele wieder dazu besinnen Bücher zu verschenken. Zumindest sagen das verschiedene Studien. Ich selbst denke auch immer wieder darüber nach, wem ich welches Buch schenken könnte. Auch an dem einen oder anderen Geburtstag treibt mich diese Frage um. Da überlege ich dann, welches Buch die Person am meisten erfreuen könnte, welches sie sich vielleicht lange wünscht. Die besondere Schwierigkeit an Weihnachten besteht jedoch darin, dass man auf einen Schlag sehr viele verschiedene Menschen beschenken möchte oder muss. Und da zieht es dann den einen oder anderen in die Buchhandlung. Doch der Büchergeschenkkauf  ist nicht ganz tückenlos: Was sind nun die Schwierigkeiten…

  • [Blog] Der Buchblog-Award ist zurück…

    Letztes Jahr wurde der 1. Buchblog-Award von Netgalley und dem Börsenverein im Rahmen der Frankfurter Buchmesse verliehen. Das Ziel war es, Aufmerksamkeit auf Buchblogger zu lenken und deren Herzensarbeit zu ehren. Aufmerksamkeit gab es auch viel, wenngleich nicht immer die erwünschte. Während die einen auf Stimmenfang mittels Gewinnspielaktionen gingen, kritisierten andere lautstark die Stimmabgabe. Beispielhaft kann man sich das noch einmal bei Philip [Book Walk] durchlesen. Nun kehrt der Award zurück und wird wiederum auf der Frankfurter Buchmesse vergeben. Allerdings wurden einige Regeln angepasst und ich finde das sehr, sehr gut. Obwohl ich im vergangenen Jahr bereits für den Award geworben habe, sind auch mir einige weniger schöne Punkte aufgefallen.…

  • [Fundstück] Fehlerteufel und fehlerfreie Bücher

    Habt ihr schon einmal einen Fehler in einem Buch gefunden? Wie fandet ihr das? Seid ihr kurz über den Buchstabendreher gestolpert? Ich persönlich sehe Fehler in Büchern zwar hin und wieder, meistens „korrigiert“ mein Gehirn beim Lesen aber bereits schon und erspart mir daher das Stocken über ein Fehlerlein. Anders, wenn ich mich bewusst darauf konzentriere, nach Fehlern zu suchen. Auf jeden Fall kenne ich das von meiner eigenen Arbeit: Hin und wieder hat man mal was übersehen, kann sich eben nicht gleichzeitig auf Inhalt und Grammatik konzentrieren. Deshalb sollte man eigentlich alles Geschriebene (alles wichtige natürlich, nicht den persönlichen Einkaufszettel) noch einmal von jemand anderem Korrektur lesen lassen. In…

  • [HateSpeech] Was ist das und was hat das mit mir zu tun?

    Kennt ihr dieses Gefühl, dass sich der Tonfall im Internet, insbesondere in den Sozialen Medien, immer weiter verschlechtert? Fallen euch manchmal Kommentare auf, bei denen ihr euch an den Kopf greifen möchtet vor lauter Unverständnis? Zusätzlich zu dem Begriff Fake News hört man heutzutage immer häufiger den Begriff von Hate Speech. Beide Begriffe sind einerseits Fachbegriffe, die mit, zum Teil durchaus unterschiedlichen Definitionen, in gesellschaftlichen Debatten aber auch in der Wissenschaft genutzt werden. Daneben werden die Begriffe zunehmend auch allgemeinsprachlich genutzt. In den kommenden Wochen möchte ich mich ein wenig mit diesen Begriffen auseinander setzen und euch das eine oder andere Buch vorstellen. Vor allem möchte ich aber auch mit…