Bücher in Büchern,  Rezension

[BücherinBüchern] „Bestseller“ von Beka Adamaschwili

Julia von Leselust hat so subtil für Bestseller geworben, da bin ich glatt neugierig geworden. Tatsächlich war ich bereits vorher über den Roman gestolpert, als ich neue Bücher für meine Bücher in Bücher-Reihe gesucht habe. Dass der Autor im Roman allerdings bereits tot ist, war mir dann ein wenig zu skurril. Nachdem Julia aber immer und immer wieder auf Bestseller aufmerksam machte, dachte ich mir, dass ich dem doch noch eine Chance geben sollte:

Bestseller von Beka Adamaschwili

Pierre Sonnage, ein mäßig erfolgreicher Schriftsteller, tut, was ein Autor tun muss, um seinen Werken zu Erfolg zu verhelfen: Er bringt sich um. Öffentlichkeitswirksam, wohlgemerkt, sonst hätte es ja keinen Sinn. Doch statt einen Bestsellerhimmel erwartet ihn eine Literatenhölle. Hier trifft er nicht nur zahlreiche berühmte Kollegen, sondern muss sich auch seiner Strafe stellen. Und die passt wie maßgeschneidert!

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Ein Verwirrspiel und Schabernack – Wer erzählt und über wen?

Der in Georgien veröffentlichte Debütroman wurde schnell selbst zum Bestseller und diese Chance sehe ich auch für Deutschland. Voland & Quist haben jedenfalls ein Schmuckstück herausgebracht:

In Büchern passiert doch nichts ohne Grund. Selbst eine Figur, die nur auf einer Zeile vorkommt, ist Teil von irgendetwas.

Bestseller, Seite 132

Und frei nach diesem Motto wird man von diesem als Verwirrspiel angelegten Roman mitgerissen. Nebenfiguren mausern sich zu Hauptfiguren auf, der Autor selbst gerät fast zur Nebenfigur und die Geschichte dreht und windet sich, das einem fast schwindelig wird. Dazu kommt noch der herrliche Humor und viele spruchreife Zitate über den Literaturbetrieb und Autoren. Wie gerne würde ich seitenweise Zitate abtippen, doch ich möchte niemandem die Freude nehmen, das Buch selbst zu entdecken.

Dieses Buch steckt voll verstecktem, und manchmal weniger verstecktem, Witz. Ob nun der Hinweis, dass Fußnoten nichts weiter seien als die Überlegenheit des Autoren vor dem Leser, mit einer Fußnote unterlegt ist oder der Tode Gabriel García Márquez‘ mit der Schlagzeile „Chronik eines angekündigten Todes“ verbreitet wird, überall stolpert man beim Lesen über solch wundervollen Stellen. Zugleich wird der Leser mit Pierre durch die Hölle getrieben, denn er muss Rätsel lösen und als Leser rätselt man unweigerlich mit. Die Auflösung erfolgt dann so feinsinnig und gelungen, dass ich direkt viele Stellen noch einmal lesen musste, um es unter ganz neuem Blickwinkel wahrzunehmen.

Fazit: Eine Leseempfehlung für Liebhaber von Skurrilem und Meta-Literarischem!


Weitere Meinungen

Ein großartiges Buch voller intelligentem Witz, Charme und vor allem viel Bezug zu Literatur. Für alle Bibliophilen ein absolutes Muss.“ bei Leselust

Beka Adamaschwili nimmt sich selbst als Autor nicht sonderlich ernst und genau dieser lakonisch-witzige Unterton macht das Buch zu einem ganz besonderen Leseerlebnis.“ bei Studiere nicht dein Leben

„Literarischer kann ein Buch wohl kaum sein. Ein Literaturfest für Liebhaber der gedruckten Seiten – ein vergnügliches Spiel mit der Literatur und ihren Facetten.“ bei Literatwo

Wer schon einige Bestseller der Weltliteratur gelesen hat, wird seine helle Freude an den intertextuellen Verweisen haben.“ bei Litaffin


Das Buch

Bestseller von Beka Adamaschwili
Voland & Quist

Herzlichen Dank an Voland & Quist für das kostenfreie Exemplar!

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