"Die Tage in der Buchhandlung Morisaki" von Satoshi Yagisawa
Bücher in Büchern,  Rezension

[Quick-Tipp] – Über die Kraft des Lesens: „Die Tage in der Buchhandlung Morisaki“ von Satoshi Yagisawa | BücherinBüchern

Als ich vor kurzem eine längere ICE-Fahrt unternommen habe, habe ich aus Neugier mal wieder ins ICE Portal geschaut. Neben Informationen zum Zug und der Fahrt, bietet die Bahn dort Unterhaltungsangebote wie Filme, Serien, Zeitschriften oder auch Hörbücher. Und dort lachte mich, mit einer Gesamtlänge von nur 3 Stunden 51 Minuten, die ungekürzte Lesung von „Die Tage in der Buchhandlung Morisaki“ an. Mit knapp 4 Stunden die ideale Länge für eine längere Bahnfahrt bzw. wie in meinem Fall ein schöner Zeitvertreib für die Hin- und die Rückfahrt.

Die Tage in der Buchhandlung Morisaki

Von Liebeskummer geplagt verkriecht sich die 25-jährige Takako im Antiquariat ihres Onkels. Was zunächst nur ein unwilliges Arrangement ist, wird für Takako bald zum echten Glücksgriff. Denn inmitten des Antiquariats im berühmten ‚Bücherviertel‘ Tokios, Jimbō,chō, entdeckt sie ihre Liebe zum Lesen. Und während sie den Leseempfehlungen ihres Onkels und einiger Stammkunden folgt, entwickeln sich neue Freundschaften, die Takako zurück ins Leben holen.

Über die Kraft des Lesens

Die wichtigste Frage vorab lautet natürlich: Gibt es das berühmte Bücherviertel Jimbō,chō wirklich? Und die gute Antwort lautet: Ja! Falls ihr also einmal in Tokio seid, schaut euch das Viertel unbedingt einmal an (und schickt mir gerne ein paar schöne Fotos)!

Satoshi Yagisawa erzählt in ganz sanftem Tonfall von Kummer, vom Lesen und auch von Wiederfinden ins Leben. Die Buchhandlung bzw. vielmehr das Antiquariat ist zwar Handlungsort, allerdings könnte die Geschichte auch in jedem anderen Ort spielen (und nicht einmal zwangsläufig an einem Bücher-Ort). Denn am Ende entdeckt Takako zwar ihre Leidenschaft für das Lesen, schlussendlich knüpft sie aber im Antiquariat und den umliegenden Cafés neue Freundschaften, welche sie aus ihrem Schneckenhaus locken.

Einzig die Geschichte um Takakos Onkel Satoru und die aus nicht näher genannten Gründen von ihm getrennt lebende Tante Momoko passte augenscheinlich so gar nicht zu der sonst eher bejahenden und zarten Geschichte von Takako. Nichtsdestotrotz ist das Hörbuch ein unterhaltsames Zwischenspiel für die nächste Bahnfahrt und unbedingt einen Blick wert. Besonders, wenn ihr euch sowieso gerade auf Reisen träumen wollt!

Fazit: Eine seichte und beinahe poetische Geschichte über die Überwindung von Kummer, das Knüpfen von Freundschaften und die Freude am Leben. Ein schönes Hörbuch für Zwischendurch, zum Davonträumen ins ferne Japan!

Und wer gerne weiterträumen will: Es gibt auch einen Band 2 in dem Takakos Geschichte weitererzählt wird…


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Die Tage in der Buchhandlung Morisaki von Satoshi Yagisawa
Aus dem Japanischen von Ute Enders
Gelesen von Julia Preuß
Erschienen als Audio 2023
Laufzeit: 3 Stunden 51 Minuten
Insel Verlag

4 Kommentare

  • Silvia

    Hallo Jennifer,
    Danke für den Tipp. Ich suche immer wieder nach Hörbuchquickies für eine Fahrt. Meistens höre ich Krimis, aber mal was Leichtes ist auch prima. Das die Bahn Hörbücher anbietet wusste ich auch nicht.
    Liebe Grüße
    Silvia

  • Tina

    Hey Jenny!

    Das ist aber ein kurzes Intermezzo an Hörbuch gewesen. ich dachte, das wäre ein ausgewachsener längerer Roman. Schön, dass so viel Liebe zum Buch und dem Leben in so kurzer Zeit rüber gebracht werden kann.

    Liebe Grüße
    Tina

    • Jennifer

      Liebe Tina,
      na ja, es musste ja in Hin- und Rückfahrt (inklusive Umstieg usw) hörbar sein 😅
      War aber von der Länge ganz ideal, nicht nur wegen Zug, es reichte für die Story und hätte bei länger nur unnötig gezogen gewirkt….
      LG Jennifer

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