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[Rückblick] Meine erste LitBlogCon

Anfang Juni fand in Köln die LitBlog-Convention der Verlage Bastei Lübbe, Kiepenheuer & Witsch, Dumont Buchverlag, Diogenes und Dumont Kalenderverlag statt. Ob ich aus Leipzig angereist wäre, kann ich nicht abschließend beurteilen, aber da ich gerade sowieso in Köln weile, war ich doch neugierig.

Der erste Trubel

Die Menschen bei Bastei Lübbe arbeiten in einem wirklich schönen Gebäude 😉 Das muss ich gleich einmal vorweg nehmen, weil ich es im Laufe meiner Beschreibung bestimmt wieder vergessen werde. Ich kam morgens an und es waren schon einige Bloggerinnen und auch einige Blogger (mehr als ich erwartet hatte) anwesend. Und obwohl ich über Twitter vorab bereits mit einigen Menschen geschrieben hatte, kannte ich auf Anhieb erstmal niemanden. Bevor ich jedoch alleine rumgestanden hätte, habe ich mich einfach zu der lieben Elena von Emerald Notes gestellt und sie angequatscht. Wir haben uns gleich gut verstanden und dann lustigerweise auch gefühlt den halben Tag zusammen verbracht. Nach und nach füllte sich die Eingangshalle immer mehr und ich konnte dann doch noch ein paar bekannte Gesichter entdecken. Leider reichte die Zeit aber nicht wirklich, um neue Menschen kennen zu lernen oder in Ruhe mit bereits Bekannten zu quatschen, denn schon begann das Programm.

3 gelungene Lesungen von Dumont

Die erste Veranstaltung, die ich besuchte, war das Gespräch zwischen Mariana Leky und Sabine Cramer, der Verlegerin des Dumont Buchverlags. Dieses empfand ich als sehr herzlich und interessant. So habe ich beispielsweise erfahren, wie die klugen Verlagsmenschen von Dumont Mariana Lekys Buch Was man von hier aus sehen kann zu einem Bestseller zu machen. Das fand ich sehr spannend, weil ich das Buch gerade erst vor einigen Wochen gelesen hatte. Die Rezension des Buches folgt natürlich noch und in diesem werde ich sicher auch noch ein paar Worte zu dem Gespräch fallen lassen.

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Sabine Cramer und Mariana Leky (Mitte) im Gespräch

Als nächstes ging ich zwei Treppen runter um dem Gespräch zwischen Petra Hartlieb und Imke Schuster (Vertriebsleiterin bei Dumont) zu besuchen. Der Raum fühlte sich allerdings recht schnell, weshalb der Raum noch einmal getauscht wurde und ich mich schwupps die Treppen hoch wieder im ersten Raum wiederfand. Auch das zweite Gespräch war wirklich sehr spannend. Frau Hartlieb hat einen schönen Bericht über die Eröffnung ihrer Buchhandlung in Wien geschrieben. Es wurden zwei Auszüge aus diesem vorgelesen und die kleine Lesung hat mich in meiner Meinung bestärkt: Das Buch liest sich als würde man gemeinsam beim Kaffee sitzen und einfach nett miteinander plaudern. Für alle nun Neugierigen weise ich an dieser Stelle darauf hin, dass ich euch das Buch schon einmal ganz kurz und knackig vorgestellt hatte: Meine wundervolle Buchhandlung von Petra Hartlieb. Nach dem Gespräch überkam mich und Lilly Lesepanda denn auch die spontane Lust auf einen Kurzurlaub in Wien mit Besuch von Hartliebs Buchhandlung. Mal schauen, ob wir diesen Traum irgendwann wahr machen können.

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Petra Hartlieb (l.) liest aus Meine wundervolle Buchhandlung

Als nächstes war ich bei einer Vorstellung von Karosh Taha und ihrem Buch Beschreibung einer Krabbenwanderung. Dieses Buch wurde mir bereits vorher schon empfohlen. Nun habe ich just letzte Woche, erst einige Tage vor der LitBlogCon einmal in die Leseprobe reingelesen und wurde sofort von dieser wunderbaren Sprache gefesselt. In der Vorstellung durch die Lektorin Angela Tsakiris ging es dann auch um Tahas eigenen Migrationshintergrund und ihre Sprache. Das war wirklich sehr interessant und wird sicherlich auch in meine Rezension einfließen (die allerdings leider noch ein dauern wird, denn gerade stapeln sich die Rezensionen bei mir, weil ich [Achtung, Eigenwerbung :)] aufgrund des gerade laufenden Themenmonats #HateSpeech so vieles aufschiebe).

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Lektorin Angela Tsakiris stellt Karosh Taha (r.) vor

Ein bisschen SEO

Als nächstes besuchte ich die SEO-Einführung, die ich leider als nicht sonderlich gelungen fühlte. Ich kannte vorher schon ein paar Kniffe dank Elena von Gedankenfunken, die einen wunderbaren Einstieg mit ihren 10 SEO-Tipps für Anfänger gegeben hat. So empfand ich die Einführung eher als nicht sonderlich hilfreich. Ich muss aber zur Verteidigung der Referentin sagen, dass das Publikum bei dieser Session im Foyer von Lübbe (man erwartete viele SEO-interessierte Zuhörer) sehr unruhig und laut war. Ein paar beschwerten sich gar, dass sie die Tipps nicht umsetzen könnten, weil sie nicht mit den entsprechenden Systemen arbeiteten. Natürlich gibt es bei solch allgemeinen Einführungen niemals einen umfassende und (für alle) passgenaue Anleitung zum Nachmachen. Da muss ich leider sagen, dass viele der tatsächlich sinnvollen Tipps nicht verstanden werden, wenn einem das Hintergrundwissen fehlt, wie Google beispielsweise Rankings erstellt. Ich bin da beileibe keine Expertin, aber wenn mir jemand sagt, du solltest deine Texte vernünftig formulieren, dann lächele ich nicht abfällig, sondern schaue, wo genau es noch Verbesserungsbedarf an meiner Art zu bloggen gibt. Dennoch war diese Session für mich die enttäuschendste.

Kleiner BücherPodcast-Workshop von Lübbe

Zum Abschluss gab es dann noch ein kleines Highlight für mich: Lübbe stellte in einem kleinen BücherPodcast-Workshop Tipps und Kniffe vor, einen Podcast aufzuziehen, gab Hinweise zu technischem Equipment und strategischen Überlegungen, bevor man anfängt. Diese Session hat mich (und auch alle meine Begleiterinnen, soweit ich es mitbekommen habe) wirklich sehr inspiriert. Ich denke schon länger darüber nach, was und wie mein Blog eigentlich in Zukunft funktionieren wird, und ich bin allemal neugierig genug, um Dinge auszuprobieren. Erstmal müssen alle Ideen und Pläne noch ein wenig Ruhen, weil man eben auch viel Zeit braucht für Veränderungen, aber irgendwann werde ich sicherlich auf das Wissen aus diesem Workshop zurückgreifen!

Abendessen und Vernetzung

Zum Schluss gab es noch eine sehr kleine Podiumsdiskussion, die aber in der Lautstärke des Foyers leider völlig unterging und auch inhaltlich von einigen sehr unzufriedenen Blogger*innen dominiert wurde, die sich wohl wünschen, von Verlagen stärker umgarnt zu werden. Anders kann ich mir einige der „Kritikpunkte“ in der Zusammenarbeit zwischen Verlagen und Bloggern nicht vorstellen. Schließlich ist es nicht zu viel verlangt, wenn man eine Information von einem Verlag möchte, eine nette E-Mail zu schreiben. Nicht jeder Verlag kann es sich leisten, einen interaktiven Bloggerbereich zu betreuen oder vor jeder Buchmesse drei Mails mit Einladungen zu versenden. Die Diskussion war wirklich ein wenig abstrus und ich bin gespannt, wie andere sie erlebt haben (ich habe bewusst noch von niemand anderem LitBlog-Rückblicke gelesen).

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Was ein Trubel

Abschließend gab es noch Lasagne und unglaublich sättigende Schoko-Bomben für alle. Leider sind einige nach dem Essen recht schnell aufgebrochen. So fehlte wiederum der Vernetzungscharakter, den ich erwartet hatte. Ich habe aber mit einigen tollen Bloggerinnen noch lange gequatscht und das war einfach nur sehr schön! Davon hätte ich mir an dem Tag fast mehr gewünscht als die eigentlichen Sessions. Ich freue mich nun umso mehr auf die nächste Buchmesse und werde mich da auch jeden Fall vorher mit Leuten verabreden, damit man nicht wieder so einander vorbeiläuft 😀


Wart ihr auch da? Gerne verlinke ich eure Rückblicke, wenn ihr mir einen kleinen Hinweis zu eurem Post da lasst 😉

Wie habt ihr denn die LitBlogCon gefunden? Macht es einen Unterschied, ob man erstmals da war oder bereits mehrfach solche Tage mitgemacht hat?

 


Wer war noch da?
Emerald Notes

2 Kommentare

  1. Liebe Jennifer,

    ein schöner Bericht der LitBlogCon. Ich muss dir in deinem letzten Punkt vollkommen recht geben. Die „Diskussion“ mit den Verlagen ging in eine völlig falsche Richtung. Ich dachte zunächst, dass nur ich das so sehe, aber anscheinend war ich definitiv nicht die Einzige. Ich fand es aber auch schade, wenig Zeit mit den Bloggerinnen und Bloggern zu haben. Denn letztendlich sind wir den ganzen Tag nur zwischen den Sessions hin und her gehetzt und dann ist es kein Wunder gewesen, dass alle am Ende müde waren und abgehauen sind 😦

    Liebe Grüße

    Andrea

  2. Liebe Andrea,
    Vielen Dank! 🙂

    Nein, ich glaube, das war nicht nur unser Eindruck. Das habe ich so auch von einen anderen gehört.

    Ja, ich verstehe das total. Ich war abends auch total müde^^
    Trotzdem hätte ich mir ein wenig mehr Austausch gewünscht. Das lag aber zum Teil auch an den Sessions, die ich mir ausgesucht hatte. Einige andere haben eher von Workshops berichtet und ich denke, die waren dann ganz anders organisiert.

    Habe mich nun zum Litcamp Hamburg angemeldet, von Litcamps hab ich bisher viel positives gehört 🙂
    Liebe Grüße,
    Jennifer

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