Buchmesse,  Hinter meinem Blog

[Rückblick] Kommunikation und Nachhaltigkeit| Trends auf der #fbm19

Wie jedes Jahr war die Messe viel zu schnell vorüber, und wie jedes Jahr war ich nach der Messe zugleich von Euphorie und tiefer Müdigkeit erfüllt. Leider habe ich mich dieses Jahr erstmals bereits auf der Messe mit der berühmt-berüchtigen Messe-Erkältung anstecken lassen, sodass ich gezwungenermaßen eine kürzere Messe hatte als geplant und auch diesen Bericht viel später schreibe, als ich ursprünglich wollte!

Mittwoch: Messerundgang & Orbanism Kommunikationsfest

Der Mittwoch war mein ‚entspannter‘ Messetag! Ich hatte im Vorfeld nichts geplant und habe mich einfach ein wenig über das Messegelände treiben lassen. Meine kleines Entdeckungshighlight war ein Stand mit einem nachwachsenden Tischkalender, in dessen Seiten verschiedene Gemüsesorten-Samen eingearbeitet waren. Sowohl die Idee als auch die Umsetzung fand ich sehr spannend, sodass ich euch dieses Kleinod nicht vorenthalten möchte: Der wachsende Kalender

Der wachsende Kalender
Messestand von Der wachsende Kalender auf der fbm19

Am Nachmittag, als die Gänge sich langsam füllten, habe ich mich im vom Mediacampus betriebenen Azubistro niedergelassen und mir einige der dort präsentierten Veranstaltungen angesehen. Das war zum einen eine Lesung der fantastischen Petra Hartlieb, die einfach nur unglaublich sympathisch wirkt und die ich mir immer wieder anhören kann. Außerdem habe ich mir noch Berit Glanz mit ihrem Debüt Pixeltänzer angehört, welches ich leider noch nicht gelesen habe, das mich aber rein thematisch natürlich stark interessiert. Neben diesen beiden kurzen Lesungen habe ich die Buchvorstellung zu Aufschrei der Meere von Dr. Ina Knobloch zu grünem Wissenschaftsjournalismus besucht und mir eine Diskussionsrunde zur nachhaltigen Buchproduktion angehört. Das Thema Nachhaltigkeit ist immer noch ein wachsender Bereich in der Branche und weitet sich langsam aber sich aus von der folienlosen Buchverpackung hin zu beispielsweise naturfreundlicher Tinte und Klebstoff. Über viele Nachhaltigkeitsaspekte hatte ich mir bisher wenige Gedanken gemacht und werde die weitere Entwicklung der Branche gespannt verfolgen!

Den frühen Abend und Abend habe ich mit Elena von Emerald Notes verbracht, von der ich immer noch hoffe, dass sie recht bald wieder anfängt zu bloggen! Gemeinsam haben wir das Orbanism Kommunikationsfest besucht. Leider waren doch weniger Menschen dort als von mir erwartet, sodass ich den Abend nicht wirklich gut zum Netzwerken nutzen konnte. Dennoch war ich besonders vom Bühnenprogramm sehr angetan: Idil Baydar (Comedy) hat einen wunderbaren Talk zu Mehrsprachigkeit und Niedrigschwelligkeit von Sprache hingelegt, Anna Dushime (Journalismus) hat über ausgrenzende Sprache und den Zugang zu derselben gesprochen und Simone Orgel (u.a. Organisationschefin re:publica) hat ihr Wissen über die Nutzung von Zeichen und die Gestaltung von Online-Communities geteilt. Nach meinem Empfinden hätte es gerne noch mehr solchen Inputs geben können, den ich als unglaublich inspirierend und informierend empfunden habe!

Donnerstag: Gespräche & Termine

Der Donnerstag war definitiv mein gesprächsreichster Tag – ich merkte es spätestens abends an meiner Stimme. Über den ganzen Tag verteilt habe ich verschiedene bekannte Bloggerinnen (ja, es waren ausnahmslos Frauen in diesem Jahr!) getroffen und viele Neuigkeiten ausgetauscht. Neben dem eigentlichen Fachprogramm ist dies einer der Punkte, die ich an der Messe so schätze, da mich diese Gespräche immer wieder inspirieren und motivieren, mein eigenes Bloggen neu zu denken.

Daneben gab es aber natürlich einige feste Termine: So habe ich an einem der Bloggertreffen bei Rowohlt teilgenommen und eine Einführung zum Podcasten für Autor*innen von Wolfgang Tischer (literaturcafe.de) angehört. Wolfgang hat vor allem über die strategische Ausrichtung von Podcasts gesprochen, was ich sehr interessant fand, da ich mich bisher eher mit technischen Details beschäftigt hatte.

Ursula (l.), ich und Elena (r.) vor der Ullstein-Eule (c) Ursula

Abgeschlossen habe ich meinen Messetag mit dem Besuch des Diogenes Talk, zu welchem mich Elena (Emerald Notes) und Ursula (Instagram: lese_verliebt) überredet hatten. Gelesen und gesprochen hat unter anderem Doris Dörrie und ich glaube, dass ich mir ihr Buch doch noch einmal genauer ansehen muss! Vom Talk ging es direkt weiter zum kleinen Sektempfang bei Diogenes und damit schloss mein Abend dann auch.

Freitag: Bloggeraward, VLB-TIX & #booksmeetspizza

Der Freitag startete mit einem kleinen Bloggerfrühstück bei Kiepenheuer & Witsch mit gleichzeitiger Lesung von Dana von Suffrin. Sie hat ihr Debüt Otto vorgestellt, und wirkte gleichzeitig sehr humorvoll und dennoch tiefsinnig. Eigentlich hatte mich Otto rein thematisch nicht interessiert, nach der kurzen Lesung und dem wundervollen Gespräch bin ich nun aber sehr gespannt auf den Roman!

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Häppchen beim Bloggerfrühstück von Kiepenheuer & Witsch

Nach dem gemütlichen Bloggerfrühstück habe ich dann die Verleihung des Buchblog-Awards besucht. Man merkt, dass der Preis sich sowohl in der Organisation und Vergabe als auch in der öffentlichen Aufmerksamkeit stetig entwickelt! Mit Neugier habe ich mir die Finalisten angesehen und tatsächlich einige Neuentdeckungen machen können.

Weiter habe ich noch eine Informationsveranstaltung zu VLB-TIX für Blogger*innen besucht, hierzu möchte ich euch aber nicht zu viel verraten, da ich dazu in Kürze noch etwas bloggen werde. Weiter ging es danach mit dem Diogenes Bloggertreffen, wo wie schon beim Diogenes Talk Simone Lappert aus ihrem Roman Der Sprung vorgetragen hat. Auch hierbei muss ich wieder sagen, dass mich das Buch rein thematisch nicht sehr interessiert hatte, dass ich aber die Vorstellung durch Frau Lappert so interessant fand, dass ich tatsächlich Lust auf das Buch bekommen habe. Es wandert also ebenfalls einmal auf meine wachsende Wunschliste.

Am Abend habe ich noch die Veranstaltung #booksmeetspizza besucht: 13 unabhängige Verlage haben sich zusammengetan und zu Pizza und Austausch eingeladen. Angesichts der immer größer werdenden Events von finanzstärkeren Verlagen ist das eine kluge Entscheidung. Leider nahm die Vorstellung aller anwesender Verlage einen solch großen Raum ein (auch wenn sie mitunter selbst fast zum amüsanten kleinen Bühnenprogramm wurde), dass nach Pizza (die zugegebenermaßen ein wenig knapp bemessen war) nur noch wenig Zeit für den Austausch blieb. Dennoch ist das Konzept natürlich super und bietet viel Potential für weitere Veranstaltungen! Ich selbst habe an dem Tag viele neue Verlage kennen gelernt, auch wenn natürlich nicht alle Verlage gut zur Zielgruppe meines Blogs passen, und eine prall gefüllte Goodiebag erhalten, die ich demnächst auf Twitter noch näher vorstellen werde. Dennoch war es ein interessanter Abend, der nur noch dadurch getrübt wurde, dass ich auf dem Heimweg meine Bahn verpasst und dank anschließender Schienenstörung (oder was auch immer es war) nur noch auf halber Strecke nach Hause fahren konnte und mich danach mit dem Auto einsammeln lassen musste.

Samstag & Sonntag

Am Wochenende wollte ich eigentlich den Young Publishers‘ Day besuchen und auch einige weitere Verlage, leider wachte ich Samstag morgens mit starken Halsschmerzen auf, die sich im Laufe des Tages immer weiter verschlimmerten, sodass ich schlussendlich kaum noch sprechen konnte. Damit war die Messe für mich ungeplant frühzeitig beendet.

Nach einigen Tagen Auszeit und viel Tee und Suppe ging es mir aber erfreulicherweise wieder gut, auch wenn ich immer noch mit dem Nachholen von liegen gebliebenen To Do’s beschäftigt bin! Unter anderem könnt ihr dies an diesem sehr spät erscheinenden Messe-Rückblick erkennen… Einen Vorteil hat die lange Wartezeit aber: Die meisten haben ihre Messerückblicke bereits veröffentlicht, sodass ich mich direkt durch die Eindrücke anderer lesen kann.

Lasst mir also gerne einen Link zu eurem Beitrag da oder erzählt mir von eurem persönlichen Messe-Highlight! 🙂

 

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