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[Fundstück] Eine Liebeserklärung an den stationären Buchhandel

Schon vor ein paar Tagen bin ich über dieses Fundstück im Netz gestolpert, leider kam ich nicht eher dazu, euch diesen Artikel im Börsenblatt zu empfehlen:

„Enthemmen Sie sich“

Nina George, die bekannte Autorin, berichtete beim Libri.Campus 2018 über ihre ersten Bibliotheks- und Buchhandelserfahrungen als Kind. Sie verglich die Kauferfahrungen von digitalen Einkäufen mit dem Gefühl in einer Buchhandlung zu stehen. Und schlussendlich wünschte sie sich einen lebendigeren, freieren, individuelleren und enthemmteren stationären Buchhandel, einen Wunsch, den ich nur absolut unterschreiben und nachvollziehen kann.

Ich bitte Sie: Verführen Sie mich. Locken Sie mich in Ihren magischen dritten Ort. Verkaufen Sie mir nicht nur Bücher, das kann ich allzu bequem alleine. Ich will spüren, dass ich lebe. Ich will etwas erleben, ich will einen Buchladen, der mir ein Zuhause ist, an dem ich mich sicher fühle, und gleichzeitig immer sicher sein kann, dass er mich überrascht. Ich will einen Ort, der Herzensheimat ist. In dem es nicht um die Ware geht, sondern um das Wahre. Ich will mir bewusst sein, dass das, was wir beide lieben – Bücher! – uns zusammen führen.

 – Nina George –

Das Börsenblatt druckte ihren Appell an Buchhändlerinnen und Buchhändler unter dem Titel „Enthemmen Sie sich!“ und ich fand den Artikel sehr lesenswert!


Bibliothek oder Buchhandel?

Seit ich mich erinnern kann ist meine Mutter im zweiwöchentlichen Rhythmus in die nächstgelegene Stadtbibliothek gefahren. Dort durfte ich mir, später durften meine Schwester und ich uns, immer wieder stapelweise Bücher ausleihen. Eine Weile lang versuchte meine Mutter uns auf sechs Bücher zu begrenzen, die maximale Ausleihhöhe waren 10 Bücher. Im Laufe der Zeit zwinkerte die Bibliothekarin, eine freundliche ältere Dame, von der ich erst heute verstehe, dass sie viel jünger war als ich es gedacht hätte, uns zu und buchte 12 oder gar 15 Bücher auf unsere Karte.

An Buchhandlungen erinnere ich mich leider nicht. Entweder wir waren einfach zu selten in ihnen oder sie haben in mir nicht dieses gleiche Gefühl, neue Welten zu entdecken und mit vielen neuen Geschichten den Ort zu verlassen, heraufbeschworen. Und das finde ich sehr schade! Erst als junge Erwachsene lernte ich Buchhandlungen, neben ihrem Verkaufszweck, als Orte des Verweilens kennen, in denen man sich verabreden konnte oder man sich auf ein Buch und einen Kaffee niederließ.
Heute weiß ich schöne Buchhandlungen natürlich zu schätzen! Aber ich verstehe auch, warum viele Menschen Bücher online kaufen, ich tue es selbst hin und wieder, und ich glaube, Buchhandlungen haben noch einen weiten Weg vor sich, um mehr Menschen für einen Besuch zu begeistern…

Was sind eure ersten Buchhandelserinnerungen oder Bibliotheksgeschichten? 

9 Kommentare

  • Tina

    Hallo Jennifer,

    also an die Bibliothek kann ich mich gut erinnern. Wir waren in der 3. Klasse zu Besuch in der örtlichen Bibliothek und danach hatte ich den Bibliotheksausweis. Ich lernte dort Harry Potter und meine Vorliebe für Snoopy kennen.

    Mit der Pubertät trat der Buchladen mehr in mein Blickfeld, denn es gab Taschengeld und ich wollte gern aktuelle Bücher lesen.

    Dabei ist es tatsächlich geblieben. Ich gehe am liebsten in zum Hugendubel in der Leipziger Innenstadt.

    Liebe Grüße Tina

    • Jennifer

      Liebe Tina,
      das mit den aktuellen Büchern kenne ich natürlich auch. 🙂
      Ich muss aber sagen, dass in Bibliotheken auch oft viele Neuerscheinungen zu finden sind.
      Bei einem Buch wie Harry Potter sind aber natürlich die Wartelisten oft auch seeehr, sehr lang.

      Den Hugendubel mag ich auch, vor allem wegen des Cafés. Ansonsten kann ich in der Innenstadt noch die Connewitzer Verlagsbuchhandlung empfehlen, die ist auch schön. 🙂
      Viele Grüße und ein schönes verlängertes Wochenende!
      Jennifer

  • Kat

    Hi Jennifer 🙂
    meine Mutter hat mir schon immer viel vorgelesen und sich später darum gekümmert, dass ich auch selbstständig gerne lese. Bei uns haben daher sowohl Bibliothek als auch Buchhandlung immer eine große Rolle gespielt. Wir sind mindestens einmal, meist aber zwei Mal im Monat in die Bibliothek, wo ich immer ziemlich viel Zeit mit Aussuchen verbracht habe und sehr schnell meinen eigenen Bibliotheksausweis bekommen habe. Obwohl ich es nur noch selten in diese Bibliothek schaffe, habe ich den Ausweis noch immer.
    Aber es gab auch damals schon Bücher, die ich unbedingt haben musste. Meine Enid Blyton Sammlung war ziemlich stattlich, ebenso wie die vom Magischen Baumhaus. Dafür wurde dann auch immer die lokale Buchhandlung aufgesucht, wo die beste Freundin meiner Mutter arbeitet und immer das nächste Buch für mich parat hatte 😀

    Liebe Grüße
    Katja

    • Jennifer

      Liebe Katja,
      jemanden in einer Buchhandlung hätte ich als Kind auch gerne als Kontakt gehabt! Leider reichte das Taschengeld nie für alle Bücher, die ich kaufen wollte. Dafür ging meine Mama aber manchmal mit mir auf Flohmärkte, da waren die Bücher zumindest nicht so teuer!
      Lieben Gruß,
      Jennifer

  • Mikka

    Hallo,

    oh ja, die Kinderbibliothek gehört auch zu meinen Kindheitserinnerungen! Als ich ganz klein war, setzt mich meine Mutter vor dem Einkaufen dort ab, später ging ich selber hin und schleppte große Mengen an Büchern ab. Buchhandlungen kamen bei mir auch erst ein bisschen später dazu, denn lange reichte mir das Angebot der Bibliothek voll und ganz.

    Meine Lieblingsgeschichte ist, dass meine Mutter mich mal in einer Buchhandlung vergessen hat. Sie setzte mich vor dem Einkaufen dort ab, und als sie zwei Stunden später mit den Einkäufen nach Hause fuhr, hatte sie das komische Gefühl, irgendetwas sei nicht ganz in Ordnung…

    Als sie dann panisch und schuldbewusst in die Buchhandlung stürmte, saß ich immer noch in der Leseecke und fühlte mich pudelwohl. Mir was gar nicht aufgefallen, dass sie so lange weg war…

    Ich habe diesen Beitrag HIER für meine Kreuzfahrt durchs Meer der Buchblogs verlinkt.

    LG,
    Mikka

    • Jennifer

      Hallo Mikka,
      vielen Dank für deine Geschichte und natürlich auch fürs Verlinken 🙂

      Oh, in der Buchhandlung vergessen zu werden, stelle ich mir wirklich sehr spannend vor! 🙂 Ich wollte als Kind ja immer mal in der Bibliothek übernachten (die Buchhandlung war mir zu groß und unheimlich). Aber trotzdem gut, dass deine Mama dich dann noch eingesammelt hat 😉

      Viele Grüße
      Jennifer

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