Hinter meinem Blog

[Monatsrückblick] Köln, die Erste

Wer hätte gedacht, dass mein erster Monat in Köln so schnell verfliegt? Neben dem Praktikum habe ich überraschend wenig Zeit zu lesen oder gar zu bloggen. Überraschend? Ja, tatsächlich, denn bisher haben mich viel Arbeit oder sonstiger Stress selten vom Lesen abgehalten. Aber vielleicht ist es dieses Mal noch zusätzlich die fremde Umgebung oder das Praktikum ist einfach anstrengender als meine normale Arbeit, bei der ich genau weiß, was ich tun muss. Jedenfalls war der Monat im Nu herum und neben mir stapeln sich ungelesene Bücher, die ich diesen Monat eigentlich lesen wollte.

Was habe ich gelesen?

Ich stelle gerade fest, dass mir der Monatsanfang so weit entfernt scheint, dass ich Probleme habe, mich an meine ersten Bücher zu erinnern. Zum Glück habe ich von Sarah (von Pergamentfalter) den tollen Tipp bekommen, mir meine Lesestatistik auf Goodreads anzeigen zu lassen. Also schaue ich doch da direkt einmal hinein:

Zu meinem Erstaunen offenbart Goodreads mir, dass ich Untenrum frei von Margarete Stokowski als erstes gelesen habe. Dieses Buch habe ich, nun erinnere ich mich, an meinem zweiten Tag in Köln gekauft und innerhalb einiger Tage gelesen. Das kommt mir allerdings so lange her vor, dass ich es fast noch einem anderen Monat zugeschrieben hätte. Das Buch hat mir ausnehmend gut gefallen und ich habe es bereits Mitte des Monats nach Leipzig zu einer Freundin weitergeschickt. Sie hat es auch gerade gelesen und weil wir beide sehr begeistert waren, werde ich euch dieses Buch demnächst mit unserer beider Meinung vorstellen. Ihr dürft gespannt sein!

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Obwohl mir Untenrum frei so gut gefallen hat, setzte danach bei mir eine große Leseflaute ein. Das hatte aber nichts mit dem Buch zu tun, sondern mit dem Beginn meines Praktikums. Ich arbeite gerade mehr als gewöhnlich am Computer und war abends zudem auch immer sehr müde. All die neuen Eindrücke mussten erst einmal verarbeitet werden. LTI von Viktor Klemperer habe ich euch schon im vergangenen Monat kurz vorgestellt. Nun habe ich es durchgelesen, was sehr gut ist, denn bei nächster Gelegenheit muss das Buch zurück nach Leipzig und dort wieder in die Bibliothek gebracht werden. Vorher werde ich es euch aber auf jeden Fall noch vorstellen, sobald ich die Zeit dazu habe. Bereits jetzt kann ich sagen, dass mich das Buch nachdenklich gestimmt hat und ein beeindruckendes zeitliches Zeugnis ist, dessen Lektüre ich allen an rassistischer Sprache Interessierten nur empfehlen kann!

Nach dieser doch sehr tiefgründigen Lektüre brauchte ich etwas frischeres, unkonventionelleres. Glücklicherweise habe ich während der Leipziger Buchmesse Leinsee geschenkt bekommen und dieses auch tatsächlich innerhalb weniger Tage weggelesen. Sprachlich hat es sich für mich an einigen Stellen noch nicht ganz rund angefühlt, besonders zum Anfang hin, dennoch ist Anne Reineckes Debüt sehr gelungen und hat mich dann doch gut unterhalten ohne gleichzeitig zu vorhersehbare Muster zu bedienen. Hier kommt ihr zu meiner Rezension: Der Künstler als Klischee? Leinsee von Anne Reinecke

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Bestimmt habt ihr alle die Neuerscheinungen von Haruki Murakamis Die Ermordung des Commendatore 1 und 2 in den vergangenen Monaten mitbekommen? Ich natürlich auch, insbesondere weil mein Freund vor einiger Zeit Murakami für sich entdeckte und seitdem eine kleine Murakami-Sammlung ansammelt. Tatsächlich habe ich aber noch nie im Leben ein Buch von Murakami gelesen und am vergangenen Wochenende habe ich mir daher die Erzählung Birthday Girl von meinem Freund geliehen, da mir dieses kurz und als Einstieg naheliegend erschien. Kurzweilig war das Lesen auf alle Fälle, aber so richtig geweckt wurde meine Murakami-Begeisterung nicht. Ich glaube, dafür ist Birthday Girl aber auch das falsche Buch. Wahrscheinlich stelle ich euch Birthday Girl dennoch in einer Kurzrezension vor, auch, damit ich hinterher für mich einen Vergleich mit anderen Murakamis habe, denn ich möchte auf jeden Fall noch ein Vergleichswerk lesen!

Bereits seit April habe ich Hört endlich zu! Weil Demokratie Auseinandersetzung bedeutet von Frank Richter auf meiner Leseliste stehen. Ich habe das schmale Buch nahezu durch, bin aber noch unsicher, ob ich es nun gut fand oder nicht. Erschienen ist es in der Reihe Streitschrift bei Ullstein, aber es liest sich eigentlich nicht sonderlich streitbar. Zudem sehe ich einige Dinge wirklich kritisch. Grundsätzlich finde ich aber Auseinandersetzung und Demokratie immer wichtige Themen, aber in diesem Falle fehlt mir ein wenig Auseinandersetzung. In ein paar Tagen dürft ihr auf die Rezension gespannt sein!

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Frisch ausgelesen habe ich Was man von hier aus sehen kann von Mariana Leky und eine begeisterte Rezension wird noch folgen. Obwohl ich natürlich grundsätzlich wusste, worum es inhaltlich geht, hat das Buch mich sprachlich und inhaltlich einfach sehr berührt. Gerade heute beim Mittagessen habe ich es meiner Arbeitskollegin empfohlen, wer also noch ein schönes Urlaubsbuch sucht, sollte sich dieses einmal ansehen!

Bereits seit letztem Monat höre ich Die Geschichte des Wassers von Maja Lunde. Der Nachfolger von Die Geschichte der Bienen hat ja bei vielen nicht ganz so große Begeisterung geweckt, aber bisher (also nach etwa der Hälfte des Hörbuches) finde ich die Geschichte trotzdem spannend. Natürlich anders als die Geschichte der Bienen, aber dennoch gelungen.

Außerdem lese ich seit ein paar Tagen Ich bin so hübsch von Hazel Brugger und Das Mädchen, das in der Metro las. Von ersterem bin ich tatsächlich eher enttäuscht, ich muss aber sagen, dass ich Hazel Brugger live (bzw. im Fernsehen) sehr mag und es mir schwer fällt, in dem Buch ihren besonderen Tonfall herauszuhören. Das Mädchen, das in der Metro las dagegen finde ich ganz nett, ich habe allerdings auch noch nicht allzu viel gelesen und erwarte nicht viel mehr als ein nettes Sommerbuch (ich bin auf Twitter schon gewarnt vor dem Buch und habe meine Erwartungen entsprechend heruntergeschraubt)

Was war sonst noch los?

Wie oben schon geschrieben, waren besonders die ersten Wochen meines Praktikums sehr anstrengend. Ich war abends zu müde um viel zu lesen, geschweige denn, viel darüber nachzudenken. In den letzten Tagen habe ich dann hektisch alles gelesen, was mir unter die Finger kam, denn lange kann ich einfach nicht ohne Bücher sein. Zudem bin ich dann doch sehr zügig umgezogen mit meinem Blog und habe mich dabei viel zu spät mit vielen Dingen beschäftigt. Vielen Dank an dieser Stelle daher an alle, die mir auf Twitter aber auch an anderen Stellen, mit Rat und Tat zur Seite standen. Ohne euch, hätte ich das niemals geschafft!

Leider hat mir auch die Wohnsituation sehr zu schaffen gemacht, denn mit meiner Mitbewohnerin hier in Köln läuft es gar nicht gut (und das ist noch sehr subtil ausgedrückt, der eine oder andere hat mein Leid über Twitter mitbekommen). Aber in all dem Negativen findet sich auch etwas positives, denn die liebe Lilly Lesepanda mit der ich anfangs des Monats im Kino war, hat mir spontan einen Schlafplatz angeboten und mich herzlich willkommen geheißen!

So habe ich die Hoffnung, dass ich meine Zeit in Köln dennoch genießen kann. Mit Erschrecken habe ich festgestellt, dass ich diesen Monat von Köln leider recht wenig gesehen habe. Dabei wollte ich die Stadt erkunden und auch gerne einige Kölner Blogger*innen treffen. Aber meine zaghaften Rufe auf Twitter verhalten ungehört und so habe ich bisher vor allem gearbeitet (was ja auch nicht schlecht war). Denn mein Praktikum entwickelt sich glücklicherweise sehr gut! Alle Arbeitskollegen sind sehr nett und ich lerne wirklich viel! Außerdem habe ich die Wochenenden genutzt, um Teile meiner Familie zu besuchen, denn aus Leipzig anzureisen ist mitunter dann sehr kompliziert!

Für die kommenden Wochen habe ich mir aber vorgenommen, Köln endlich mal zu erkunden. Ach und wo wir gerade dabei sind, wen von euch sehe ich denn auf der LitBlogCon am kommenden Samstag? Ich freue mich schon so auf alte und neue Gesichter…

 

 

 

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