Literatur & Lesung,  Rezension

[Lesung] „Zwiegespräche mit Gott. Unter der Fuchtel der Zeit“ von Ahne + Gewinnspiel

Sebastian von Voland & Quist hatte mir Ahnes Zwiegespräche mit Gott. Unter der Fuchtel der Zeit (Band 5) sehr ans Herz gelegt. Mir wurde dabei versprochen, dass ich auch als Nicht-Berlinerin mit dem Dialekt gut klar kommen würde. Tatsächlich hatte ich dann aber schon auf den ersten Seiten einige Probleme. Von daher war ich sehr froh, dass Ahne am 15. November eine Lesung im Horns Erben abgehalten hat. Manchmal ist es eben doch besser, den Autor selbst lesen zu lassen und einfach nur zuzuhören!

Lesung im Horns Erben

Als wir im Horns Erben ankamen, war der Raum schon voll besetzt. Glücklicherweise habe ich im hinteren Teil des Raumes noch zwei Plätze für mich und meine Begleitung gefunden. Das Horns Erben ist im unteren Erdgeschoss eine Kneipe, im 1. Stock finden Veranstaltungen wie Lesungen statt. Kaum hatten wir uns Getränke geholt und saßen auf unseren Plätzen, begann der Abend auch schon. Ahne trug einige einzelne Texte vor, die meist aktuelle Geschehnisse aufgriffen oder gesellschaftskritisch waren. Dazwischen gab es immer wieder Auszüge aus den Zwiegesprächen mit Gott, wobei Ahne diese stets nach dem gleichen Muster einführte, indem er demonstrierte, dass er sich nach links wenden würde, wenn er G wäre, nach rechts, wenn er A verkörperte. Schon diese wiederkehrende Einführung hatte ihren ganz eigenen Witz. Die Gespräche zwischen G und A waren eher humorvoll, wenngleich sich auch dort der eine oder andere gesellschaftskritische Unterton eingeschlichen hatte. Glücklicherweise konnte ich den vorgetragenen Gesprächen deutlich leichter folgen als dem im Buch geschriebenen Dialekt. Dort hatte mich das Berlinerische beim Lesen doch das eine oder andere Mal ein wenig irritiert. Zwischendurch sang Ahne dann noch eigens interpretierte Lieder auf bekannte Liedvorlagen, insgesamt war der Abend ein wilder Mix aus Text und Gesang!

Die zweite Hälfte des Abends gefiel uns inhaltlich sogar noch besser als die erste, besonders über die Episode der Pilzsuche konnte mein Freund herzlich lachen. Ahne ist erstaunlich vielschichtig, von seicht-lustigem bis zu nachdenklichmachend-gesellschaftskritischem war alles dabei. Auch fand ich es sehr angenehm, dass die Lesung eigentlich keine klassische Lesung war, sondern mehr wie ein Lesebühnenabend gestaltet. Ahne wirkte zudem sehr nahbar und unkompliziert, einfach nur sehr angenehm. Zwischen den Texten gab er Kommentare ab und moderierte sich quasi selbst, sodass es eigentlich bis auf die Pause keine ruhige Minute gab. Mein Freund und ich konnten an diesem Abend oft lachen und haben uns prächtig amüsiert!

Lesung Ahne (c) Sebastian Wolter
Lesung im Horns Erben in Leipzig; Foto: (c) Sebastian Wolter

Das Buch: Zwiegespräche mit Gott. Unter der Fuchtel der Zeit

Mit Unter der Fuchtel der Zeit legt Ahne bereits den 5. Band seiner Reihe Zwiegespräche mit Gott vor. Die einzelnen Texte sind alle nach dem gleichen Muster aufgebaut: A unterhält sich mit G (Gott) über Absurdes, Aktuelles oder Ernsthaftes. Allzu ernst sind die Gespräche aber meist nicht, sondern eher heiter-skurril, sowohl was Themenwahl als auch das Gespräch selbst angeht. Auffällig ist vor allem auch der starke berlinerische Akzent, der zumindest geschrieben doch gar nicht so einfach lesbar ist. Gesprochen (ob nun auf der beiliegenden CD mit einigen Tracks aus dem Buch oder bei einem Live-Auftritt) lässt sich der kurzweilige Schlagabtausch jedoch bestens nachverfolgen.

Fazit: Unterhaltsame Dialoge über Gott und die Welt! Das Berlinerisch ist für Nicht-Berliner erst einmal eine Herausforderung, dennoch sind die Episoden kurzweilig und amüsant.


Gewinnspiel

Ich verlose ein namenlos signiertes Exemplar von Zwiegespräche mit Gott. Unter der Fuchtel der Zeit von Ahne. Die Teilnahme ist bis 5. Januar möglich und wird danach ausgelost. Um teilzunehmen müsst ihr Follower meines Blogs sein und mir in den Kommentaren verraten, was euer Lieblingsbuch 2019 war.

Teilnahmeregeln:

  • Teilnahme ab 18 Jahren, unter 18 Jahren ist eine Einverständniserklärung eines Erziehungsberechtigten notwendig
  • Es besteht kein Anspruch auf Gewinn oder auf Auszahlung des Gewinnwertes
  • Das Gewinnspiel läuft bis zum 5. Januar 2020 und wird nach diesem Datum ausgelost

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Zwiegespräche mit Gott. Unter der Fuchtel der Zeit von Ahne
inklusive CD mit 14 von Ahne eingesprochenen Texten, 8 davon nur auf CD
190 Seiten
erschienen 2019
Voland & Quist

Das Buch wurde mir freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt, zur Lesung wurde ich vom Verlag eingeladen. Herzlichen Dank!

4 Kommentare

  • Falko Bolze

    In diesem Jahr stellt das von Saša Stanišić publizierte jüngst mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnete Opus „Herkunft“ meinen unangefochtenen Favoriten dar!

  • Jürgen Albers

    Hallo Jennifer,
    das ist wirklich eine schwere Frage, denn ich hatte eine wirklich ganze Reihe von schönen, beeindruckenden Büchern.
    Da ist ein Reread: „In der Hitze der Nacht“, ein absoluter Klassiker von John Dudley Ball. Da hat man schon durchgehend Gänsehaut. Auch weil ich mich selbst gerade parallel mit dem Thema Rassismus für meine eigene Schreibarbeit beschäftige.
    Dann, etwas ganz Anderes: „84, Charing Cross Road“, der wunderbar buchige Briefroman von Helene Hanff. Ein Muss für alle Büchernarren.
    Ich sehe ein, je länger ich meine Leseliste anschaue… das wird nichts mit der Beschränkung. Bleiben wir bei den bei zwei Büchern.
    Liebe Grüße,
    Jürgen

  • Frank

    Hey Jennifer,

    ich muss gestehen, dass mein Jahr 2019 bislang eher frei von wirklichen literarischen Highlights war. Während ich in den Vorjahren immer mindestens ein Buch benennen konnte, dass mich wirklich nachhaltig so sehr begeistert hat, dass ich es guten Gewissen jeder Leserin und jedem Leser empfehlen konnte, ist das in diesem Jahr irgendwie nicht der Fall. Wobei natürlich trotzdem gute Bücher dabei waren. Vorne mit dabei waren beispielsweise:

    „Der irische Dorfpolizist“ von Graham Norton
    „Leviathan“ von Paul Auster
    „Die Hauptstadt“ von Robert Menasse und
    „Das Verschwinden der Stephanie Mailer“ von Joel Dicker

    Sollte ich mich zwischen diesen Büchern für ein Buch des Jahres entscheiden müssen, fiele meine Wahl wohl auf „Die Hauptstadt“.

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