Bücher in Büchern,  Rezension

[BücherinBüchern] Für gemütliche Lesestunden: „Eine Buchhandlung auf Reisen“ und „Das Haus der vergessenen Bücher“ von Christopher Morley

Schon viel zu lange hat es kein #BücherinBüchern mehr bei mir gegeben und der Grund dafür ist ganz eindeutig meine Masterarbeit! Alle Bücher, die ich zuletzt gelesen habe und die sich um Literatur drehten, habe ich ausführlich in meiner Masterarbeit analysiert und hatte danach keine Lust mehr auf eine Vorstellung im Blog. Da ich aber abseits von Masterarbeits-Lektüre mal wieder ein paar entspannte Lesestunden brauchte und der Freund mir Das Haus der vergessenen Bücher mehrfach empfohlen hatte, habe ich mir das am letzten Wochenende vorgenommen. Der Schatz ließ mich dann auch die ersten 40 Seiten in Ruhe lesen, bevor er mich trocken darauf hinwies, dass ich Band 1 auch lesen könnte, denn hätte er nämlich auch im Regal, wenn auch noch ungelesen. Daraufhin musste ich meine Lektüre natürlich unterbrechen und mir erst einmal Eine Buchhandlung auf Reisen zu Gemüte führen! Und ihr bekommt eine kleine Doppelrezension.


Eine Buchhandlung auf Reisen

Helen McGill ist unglücklich mit ihrem Leben auf ihrem kleinen Hof. Ihr Bruder, ein beliebter Schriftsteller, überlässt ihr einen Großteil der Arbeit und irgendwie füllt diese sie zwar aus, aber sie möchte mehr. Als Roger Mifflin mit seinem fahrenden Bücherwagen daher kommt, weiß sie, dass sie handeln muss: Wenn ihr Bruder Mifflins Angebot annimmt und den Pferdewagen samt Inventar kauft, bleibt auch der letzte Rest der gemeinsamen Hofbewirtschaftung an ihr. Kurzerhand kauft sie den Wagen von ihrem Erspartem und macht sich auf dem Weg übers Land – Mifflin im Gepäck. Der lässt sich von ihr ein Stück des Weges mitnehmen und zeigt ihr zugleich die Kunst des Bücher verkaufens. Wäre da nur nicht ihr Bruder, der dem Wagen folgt um seine entflohene Schwester wieder einzufangen, und Mifflin selbst, den sie viel zu schnell ins Herz schließt, es könnte alles so wunderbar sein.

Das Haus der vergessenen Bücher

Roger Mifflin hat dem fahrenden Buchhändlerleben den Rücken gekehrt – er und seine Frau Helen betreiben nun einen kleinen Buchladen in Brooklyn. Doch in der Buchhandlung gehen seltsame Dinge vor sich: Ein Buch verschwindet und taucht wieder auf und niemand weiß, was es damit auf sich hat. Durch Zufall verirrt der junge Aubrey Gilbert sich zu Mifflin und möchte dem Geschäft mit Werbung zu neuem Schwung verhelfen. Und kurz danach zieht Titania als Buchhandelsgesellin auf Wunsch ihres Vaters, eines reichen Zigarettenherstellers, bei den Mifflins ein, damit sie etwas Vernünftiges lernt. Doch da werden noch mehr merkwürdige Vorkommnisse bekannt und Mr. Gilbert sorgt sich bald um Titanias Sicherheit.

Atmosphärisch und heimelig

Diese Bücher sind etwas für entspannte Abende! In Eine Buchhandlung auf Reisen erzählt Helen ganz im Stile der Hausfrau, die bisher eher praktisch denn literarisch veranlagt war. Natürlich weiß sie ein gutes Buch zu schätzen, aber doch bitte nach getaner Arbeit. Ganz anders ist der träumerische Mifflin, der ganz im Stile des merkwürdigen alten Männleins beschrieben wird, sodass ich von der sich anbahnenden Liebesgeschichte kurz irritiert war, weil ich die Beiden altersmäßig so weit auseinander eingeschätzt hätte. Aber die Geschichte ist herzlich und humorig erzählt und lässt sich daher schnell weglesen. Und wie genial ist bitte das Konzept eines fahrenden Bücherwagens mit gebrauchten Büchern? Ich weiß, dass sich solche Modelle in der Realität wirtschaftlich nicht so gut machen, seit ich Mein wunderbares Bücherboot gelesen habe. Aber die Idee als solche finde ich immer noch fantastisch!

Im Gegenzug zu dieser eher auf Humor setzenden Geschichte kommt Das Haus der vergessenen Bücher etwas behäbiger daher. Dieses Mal liegt der Fokus der Geschichte mehr auf Roger Mifflin und seiner Buchhandlung. Die Mifflins sind schon ein wenig in die Jahre gekommen und haben sich in ihrem ruhigen Leben eingerichtet. Aufregung bringen nun eher die jungen Leute in den Alltag. Der Stil ist ähnlich des ersten Romans, und doch ganz anders. Erzählt wird ein wenig im Stil von Schauergeschichten, niemand weiß etwas, vieles wird vermutet und angedeutet und am Ende kommt doch alles ganz anders als man denkt. Das Buch besticht vor allem durch wunderbare bibliophile Sätze und Beschreibungen der schummerigen Buchhandlung, wenngleich der eine oder andere Satz über die Rolle der Frau (bzw. die Frau, die sich an ihre Rolle nicht hält) mich ein wenig schockiert haben. Da das aber leider nur allzu gut zum historischen Setting passt, kann ich darüber hinwegsehen und es waren auch nur einige wenige Stellen, die eigentlich auch untypisch für die Figuren waren. Ich nehme an, da hat man einfach nicht allzu genau aufgepasst beim Verfassen und Lektorieren des Buches. Dennoch ist auch dieser Roman eine eher gemütliche Lektüre, nicht ganz so locker, aber trotzdem seicht und wunderbar für gemütliche Lesestunden geeignet!

Fazit: Zwei wundersame Romane über Buchhandlungen und die Kunst Bücher zu verkaufen. Seicht und dennoch sprachlich ein wenig anspruchsvoll, geeignet für Urlaube und kuschelige Stunden.


[Werbung]

Eine Buchhandlung auf Reisen von Christopher Morley
192 Seiten
Atlantik Verlag

Das Haus der vergessenen Bücher von Christopher Morley
256 Seiten
Atlantik Verlag

Ein Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.