Bücher in Büchern,  Rezension

[BücherinBüchern] Französischer Charme und Urlaubsfeeling: „Das Lächeln der Frauen“ von Nicolas Barreau

In wenigen Wochen werde ich meine Masterarbeit beginnen und bereits seit mehr als einem halben Jahr suche ich daher Bücher, in denen der Literaturbetrieb eine zentrale Rolle spielt. Im letzten gemeinsamen Familienurlaub schwärmte meine Mutter mir daher von dem Film „Das Lächeln der Frauen„, nach dem gleichnamigen Buch von Nicolas Barreau, vor. Da ich den Film dann aber doch nicht geschaut hatte, schickte meine Mama mir einige Wochen später das Buch zu, damit ich es in meine Masterarbeit aufnehmen kann.

Das Lächeln der Frauen, oder: Wenn ein Buch ein Leben verändert

Die Geschichte ist so kitschig wie schön: Die attraktive Restaurantbesitzerin Aurélie wurde von ihrem Freund verlassen. Vor Liebeskummer und schlechtem Wetter flüchtet sie sich in eine kleine Buchhandlung. Und entdeckt das Unfassbare: Einen Roman, mit einer Figur, die ihr bis auf die Haarspitzen gleicht. Ihr Lieblingskleid, selbst die Kette ihrer Mutter und am eindeutigsten das Restaurant mit gleichem Namen. Aurélie muss den Schriftsteller kennen lernen. Doch der lebt mitnichten in Paris, sondern in England! Wie kann er sie trotzdem so genau beschreiben? Durch den Lektor André erhofft sie sich Antworten und Hilfe bei ihren Versuchen, zu dem Autor vorzudringen.

Auf der Suche nach dem Autor

Die Suche nach dem Autor ist ein beliebtes Thema in Büchern über den Literaturbetrieb, über das ich demnächst auch mal ausführlicher (und mit Spoilern) schreiben möchte. In Das Lächeln der Frauen verwebt Barreau die Suche nach dem Autor zusätzlich noch mit einer kleinen Liebesgeschichte, denn natürlich fühlt Aurélie sich durch die Beschreibungen des Autors, durch seinen Blick auf sie geschmeichelt. In einem anderen Genre wäre das, nebenbei bemerkt, eher gruselig. Als seichte Liebesgeschichte taugt die Erzählung um die Restaurantbesitzerin, den Autor und seinen Lektor allemal. Problematisch fand ich allerdings die Darstellung der Aurelie, die sich direkt nach der Trennung von ihrem Geliebten in Kummer und danach in die Aufdeckung der geheimnisvollen Geschichte stürzt. Das wirkt alles sehr französisch depressiv.

Das Buch liest sich sehr leicht und eignet sich daher gut als sommerliche Urlaubslektüre. Besonders die kleinen Einblicke in den Literaturbetrieb sind sehr amüsant, dass lässt sich sagen ohne der Geschichte zu viel vorzugreifen. Wer jedoch mehr als eine kleine Scharade um die Figur des Autors und das Ende der Liebesgeschichte erwartet, wird eher enttäuscht.

Fazit: Urlaubslektüre mit französischem Flair, allerdings mit leicht traurigen Untertönen. Einblicke in den Literaturbetrieb erfreuen das Herz, retten aber über die seichte Geschichte nicht weg.


Das Buch

Das Lächeln der Frauen von Nicolas Barreau
Piper, erschienen 2012

2 Kommentare

  • Lisa

    Liebe Jennifer,
    das Buch klingt wirklich toll für den Urlaub. Ich mag so einen französischen Flair sehr gerne, auch wenn es mal etwas trauriger wird.
    Viel Erfolg mit deiner Masterarbeit! 🙂
    Liebe Grüße
    Lisa

    • Jennifer

      Liebe Lisa,
      als Urlaubslektüre ist das Buch wirklich toll, locker geschrieben, zum Teil etwas vorhersehbar, aber nett.
      Habe direkt an meinen Paris-Urlaub zurückdenken müssen und Urlaubslust bekommen! 🙂

      Danke schön! Hoffentlich klappt alles so, wie ich es plane!
      Liebe Grüße
      Jennifer

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