Buchmesse,  Literatur & Lesung

[Bücher] 6 persönliche Empfehlungen zum Gastland Georgien (+ Gewinnspiel)

Zur diesjährigen Frankfurter Buchmesse hat sich bekanntermaßen Georgien als Gastland präsentiert. Bereits im Vorfeld konnte man daher hier und da die eine oder andere georgische Empfehlung entdecken, die umfangreichste mir bekannte Empfehlungsliste hat Stefan Mesch auf seinem Blog vorgestellt. Mir hat es unglaublich Spaß gemacht, mir die Präsentation Georgiens auf der Messe anzusehen. Die Ausstellung im Forum Georgien in ihrer Schlichtheit fand ich sehr kunstvoll! Sehr cool war auch, dass man sich vor Ort ein Klebe-Tattoo mit georgischen Buchstaben machen lassen konnte. Leider kennt das georgische Alphabet kein J und ein I (als Alternative) gab es nicht mehr. Also habe ich mich für die kaukasischen Berge als Motiv-Tattoo entschieden. Ich habe mir aber auch eine Broschüre zum Alphabet mitgenommen, damit ich daheim noch ein wenig weiterschauen konnte.

Vor dem Forum zum Gastland Georgien gab es noch einen kleinen Tisch mit georgischer Literatur von georgischen Schriftsteller, mit Belletristik, aber auch Reiseschilderungen und Märchen. Leider sprachen mich viele der vorgestellten Bücher optisch (und / oder inhaltlich) nicht an. Doch mein Interesse war geweckt, auf der Messe die Augen nach georgischen Büchern Ausschau zu halten. Zumindest von einem fantastischen Buch eines georgischen Autoren wusste ich: Bestseller von Beka Adamaschwili habe ich bereits Anfang des Jahres verschlungen und es seitdem oft empfohlen. Ich aber war auf der Suche nach Büchern, die mehr vom georgischen Erzählen zeigen und habe mich schlussendlich für sechs Bücher entschieden, die mich neugierig gemacht haben. Meine Empfehlungen sind natürlich rein persönlicher Natur, es gab auf der Messe darüber hinaus noch einige weitere georgische Autoren zu entdecken. Doch die Folgenden haben mich neugierig gemacht, die erste vorgestellte Erzählung habe ich mir sogar direkt auf der Messe gekauft und freue mich schon sehr auf die Lektüre!


Ich fahre nach Madrid von Naira Gelaschwili

IMG_20181014_102536Eine Dienstreise, eine Flucht aufs Land oder doch ein Stadttrip nach Madrid? Sandro Litscheli verschwindet und sagt allen, er fahre weit weg. In Wirklichkeit begibt er sich in die Obhut eines alten Freundes, eines Arztes. Bei ihm kann er dem Alltag entfliehen, bis dieser ihn nicht mehr vor der Realität bewahren kann.
»Ich fahre nach Madrid« wurde 1982 in einer Literaturzeitschrift publiziert und sorgte für großes Aufsehen. Zugleich wurde der Text zur »Besten Erzählung des Jahres« gekürt. Jörg Sundermeier schreibt in seinem Nachwort ausführlich darüber. Heute lässt sich der Text wie damals als eine Form der Regimekritik lesen, aber überraschenderweise genauso als eine Geschichte über die heutigen Anforderungen der Arbeitswelt – und wie man ihnen entfliehen kann. Zugleich ist die Novelle ein glühendes Plädoyer für die Kraft der Fantasie.

Quelle: Verbrecherverlag

Ebenfalls beim Verbrecherverlag von Naira Gelaschwili erschienen: Ich bin sie

 


Die Geschichte von einem Vogel und einem Mann von Archie Kikodze

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Ein Georgier, der seinen Lebensunterhalt als Wanderführer für ausländische Touristen verdient, ist mit einem alten Engländer im Gebirge, um Vögel zu beobachten. Auf ihrer Reise erzählen sie einander Geschichten aus ihrem Leben und von den Tieren und Menschen, die diese Gegend bevölkern und so einzigartig und charaktervoll sind wie die faszinierende Landschaft Georgiens selbst.

Eine etwas andere Geschichte Georgiens: lakonisch, abgründig komisch und tiefsinnig.

Quelle: Ullstein

Ebenfalls bei Ullstein von Archie Kikodze erschienen: Der Südelefant

 


Unerledigte Geschichten von Gela Tschkwanawa

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Unerledigt, das ist die Geschichte von Gepetto, der sich auf die Suche nach seinem Stiefvater Reso macht; unerledigt ist die Geschichte Resos, der illegal über die georgisch-abchasische Grenze nach Sochumi reist, um das Grab seiner Frau zu besuchen. Und unerledigt sind nicht zuletzt die vielen Geschichten von Freunden und Verwandten, die dem Krieg ihr Leben geopfert haben.

Unmittelbar und ungefiltert erzählt der selbst aus seiner Heimatstadt vertriebene Gela Tschkwanawa vom Alltag im und nach dem Abchasien-Krieg.

Quelle: Voland & Quist

 


Die Medea von Kolchis in Kolchos von Giwi Margwelaschwili

Was geschieht, wenn eine Buchfigur in einer Geschichte leben muss, die kaum noch gelesen wird? Muss sie an Leserschwindsucht sterben? Und was, wenn sie sich dessen bewusst ist? Warum hängt ein vielarmiger Staubsauger am Himmel? Und warum sind in diesem Text neben der Buchfigur Wakusch zwei weitere Wakusche aktiv? Und wieso soll eine Medea-Statue am Schwarzmeerstrand das Medea-Buch von Christa Wolf lesen?

IMG_20181014_144001All diese Fragen beantwortet der Philosoph Giwi Margwelaschwili, der Erzähler der Erzähltheorie, in diesem kleinen, überaus heiteren und verspielten Roman – und erklärt zugleich, warum die Buchfiguren oft sehr wütend auf ihre Verfasser sind. Außerdem erweitert und erhellt er hiermit ein weiteres Mal den Kosmos seiner vielfach gelobten und autobiographisch gefärbten Wakusch-Geschichten.

Die Veröffentlichung wurde unterstützt durch das Georgian National Book Center und The Ministry of Culture and Monument Protection of Georgia.

Quelle: Verbrecherverlag

 


Am schwarzen Meer von Kéthévane Davrichewy

IMG_20181014_104105Tamouna erwacht an ihrem 90. Geburtstag in ihrer Pariser Wohnung. Sie erwartet ihre georgische Großfamilie zum Feiern. Sie erwartet auch Tamaz, die Liebe ihres Lebens. Und erinnert sich an ihre Kindheit am schwarzen Meer, an ihre erste Begegnung mit Tamaz, und, als Georgien von den russischen Bolschewiken annektiert wurde, an die Flucht nach Frankreich. Die Flucht zerstört ihre Liebe, und macht sie gleichzeitig unsterblich. Und als Tamaz dann vor der Tür steht, ist ihr Herz immer noch das des jungen Mädchens aus Batumi.
Kéthévane Davrichewy verwebt Tamounas Vergangenheit und Gegenwart auf kunstvolle und berührende Weise. Ein ganzes Leben liegt vor dem Leser, ein Leben voller Widersprüche, und dennoch erfüllt. Das Leben einer starken und verletzlichen Frau und das mitreißende Epos eines fernen Landes: Georgien.

Quelle: S. Fischer Verlag

 


Das Birnenfeld von Nana Ekvtimishvili

Der Geschichtslehrer muss sterben, die Kinder sollen über das Birnenfeld in die Freiheit rennen – das ist Lelas Plan. Im Internat für geistig behinderte Kinder in Tbilissi, einem Relikt aus Sowjetzeiten, hat das zornige Mädchen die Rolle der Beschützerin übernommen. Die Lehrerinnen sind mit den »Debilen« überfordert. Behindert sind die wenigsten ihrer Schützlinge, im Stich gelassen, abgehängt sind sie alle.

Birnenfeld_Quelle Suhrkamp

So mörderisch Lelas Hass auf den Geschichtslehrer, so schwesterlich ihr Verhältnis zu Irakli: Sie begleitet ihn in eine Hochhauswohnung in der Nachbarschaft, wo er einmal in der Woche mit seiner Mutter in Griechenland telefonieren darf. Irakli will nicht wahrhaben, was Lela längst weiß: Seine Mutter wird nie zurückkehren, sie wird ihn auch nicht zu sich holen. Lela zwingt ihn, Englisch zu lernen, unterstützt seine Hoffnung, nach Amerika zu gehen. Ein Traum, der eines Tages, als ein Ehepaar aus den Südstaaten anreist, wahrzuwerden droht …

Es sind die rebellischen Mädchen und Frauen in der georgischen Gesellschaft, denen Nana Ekvtimishvili Gesicht und Stimme gibt.

Quelle: Suhrkamp

 


Gewinnspiel

Voland & Quist war so freundlich, mir ein Buch zum Verlosen zur Verfügung zu stellen! Ich habe mich für Bestseller von Beka Adamaschwili entschieden, da ich das Buch bereits gelesen habe und euch absolut guten Gewissens empfehlen kann! Bis zum 15. November, 23:59 Uhr, habt ihr also die Chance dieses bei mir zu gewinnen.

Was ihr dafür tun müsst? Verratet mir einfach in den Kommentaren welches der vorgestellten Bücher euch am meisten interessiert / anspricht. 

Gewinnspielhinweis:

Ich lose den*die Gewinner*in am 16. November aus und benachrichtige die Person per E-Mail. Achtet also darauf, dass ihr beim Verfassen eures Kommentars eine gültige E-Mail-Adresse verwendet, in die ihr auch regelmäßig hineinschaut. Hat sich der*die Gewinner*in bis zum 23. November nicht zurückgemeldet, ziehe ich erneut.
Falls ihr noch keine 18 Jahre alt seid, fragt bitte erst einen Erziehungsberechtigten, ob ihr teilnehmen dürft, da ich im Gewinnfall eure Adresse benötige.

 

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