Buchmesse,  Was haltet ihr davon?

Brauchen wir eine Qualitätsliste für Buchblogger? (mit Umfrage)

Während den Buchmesse Blogger.Sessions auf der Leipziger Buchmesse durfte ich an einer Podiumsdiskussion zu Buchbloggern im Vergleich teilnehmen. Die Session kann man sich hier noch einmal anhören.

Eine Frage, die von der Moderation gestellt wurde, war:

Ist eine Qualitätsliste für Buchblogger wünschenswert?

Ich habe die Frage spontan verneint, auch mit dem Gedanken, dass die Bloggercommunity vielfältig ist und sich Qualität, wie es wohl angedacht war, meiner Meinung nach gar nicht messen ließe. Da ich aber ja nur eine einzelne Bloggerin bin, habe ich die Frage danach ins Publikum weiter gereicht. Ein paar fänden eine solche Liste toll, ein paar eher nicht und die überwiegende Mehrheit hatte (so spontan) keine Meinung. Wahrscheinlich waren sie wie ich eher überrumpelt von der Frage und sich gar nicht sicher, wie sie dazu stehen.

Seitdem habe ich noch lange über diese Frage und ihren Hintergrund nachgedacht.

Qualität


Was ist Qualität?

Für die Erstellung von Rezensionen gibt es keinen Leitfaden, kein How to. Gefühlt hat jede*r Blogger*in sein*ihr eigenes System, jede*r legt andere Schwerpunkte. Das finde ich gut, denn wenn ich verschiedene Rezensionen zum selben Titel lese, erfahre ich dennoch in jeder Rezension etwas neues. Welche Qualität kann also eine Topliste überhaupt messen? Die Topliste Buchblogger auf Lesestunden misst beispielsweise die Vernetzung. Es geht nicht um die Qualität von Buchblogs, sondern um die Frage wie oft von außen auf den Blog verlinkt wurde. Der Gedanke dahinter ist, dass Blogs die stark vernetzt sind „den Ton in der Community angeben“ und daher beachtenswert sind. Grundsätzlich kein schlechter Gedanke, nur verlinken eben die einen mehr als die anderen und oft verlinkt worden zu sein, bedeutet nicht zwangsläufig eine gute Qualität. Damit möchte ich nicht sagen, dass die Topliste schlecht ist, nur, dass man ihr keinen absoluten Wert zumessen sollte. (Hier kann man nachlesen, wie die Topliste entsteht)

Rezensionen – und sonst so?

Und wo wir gerade bei der Qualität eines Blogs sind: Was macht eigentlich einen qualitativ guten Blog aus? Gute, sprich kritische, Rezensionen sicherlich, aber gibt es nicht auf Blogs noch mehr? Wie sieht es beispielsweise mit den sonstigen Beiträgen aus? Ich persönlich mag es, wenn die Challenges und wöchentlichen Aufgaben-Beiträge nicht zu sehr Überhand nehmen und es im Kern eben immer noch um Buchbesprechungen geht. Gleichzeitig lese ich sehr gerne auch Beiträge über die Blogger-Community, über das Lesen an sich oder alles, was es sonst noch rund um das Buch gibt. Nur ausgewogen sollte es meiner Meinung nach sein. Doch natürlich haben auch die sonstigen Beiträge neben Besprechungen einen Wert für den Blog. Doch ein guter Blog ist mehr als nur seine Beiträge. Werden Seiten regelmäßig gepflegt? Gibt es beispielsweise ein Rezensionsindex? Finde ich mich innerhalb des Blogs gut zurecht? All diese Faktoren bestimmen, wie gerne ich persönlich mich auf einem Blog aufhalte.

Dazu kommt neben der Qualität für mich auch noch der Faktor der Quantität. Wie es so schön heißt „Qualität vor Quantität“. Ein Blog, auf dem selten Artikel online gehen, die jedoch sehr gelungen sind, hat mehr Chancen von mir gelesen zu werden als einer, auf dem jeden Tag ein Post online geht, von denen ich jedoch maximal zwei pro Woche lese, weil die anderen schlecht gemacht sind oder mich inhaltlich gar nicht abholen. Solche Blogs verstopfen mir nur den Reader und verhindern, dass ich mir Zeit für andere Blogs nehmen kann. Auch die Quantität ist also ein Faktor, den ich persönlich bei der Qualitätsmessung berücksichtigen würde.

Kann es die eine Qualitätsliste geben?

Aber natürlich ist Qualität eine sehr subjektive Sache und sehr schwer messbar. Wer würde eine Qualitätsliste erstellen und mit welchem Hintergrund? Jeder legt doch andere Kriterien für gute Qualität an und sicher würden 10 verschiedene Menschen auch 10 verschiedene Qualitätslisten erstellen.

Wichtig für Leser oder für Verlage?

Für die Leser sind andere Faktoren wichtig als beispielsweise für Verlage oder sonstige Akteure der Buchbranche. Eine reine Liste nach Qualität nutzt wenig, wenn man gezielt Blogs für ein bestimmtes Genre sucht. Das zeigte auch eine Frage vor Ort aus dem Publikum. Viele, die in und um die Blogger-Szene herum mit Blogs agieren, haben jedoch ganz andere Faktoren im Kopf als ein Leser. Aus Verlagssicht wäre ein qualitativ guter Blog wohl einer mit dem sich professionell zusammen arbeiten lässt. Pünktlichkeit wäre da beispielsweise ein gutes Stichwort. Doch wir Blogger sind keine Dienstleister von Verlagen und sollten uns durch solche Wertungen nicht beeinflussen oder unter Druck setzen lassen. Nicht um von Verlagen als wertvoll angesehen zu werden, schreiben und bloggen wir. Wir wollen unsere Liebe zu Büchern teilen und das tut nun einmal jeder Blogger auf seine Weise. Aus Blogger- (und auch aus Leser-)Sicht ist ein guter Blog meiner Meinung nach einer, bei dem interagiert wird. Blogs, die niemals auf Kommentare antworten, die zwar Diskussionen anstoßen, sie jedoch nicht moderieren oder begleiten, gehen meiner Meinung nach am Sinn vorbei. Dazu kommen persönliche Vorlieben des Lesenden, beispielsweise nach Genre oder Länge eines Blogartikels.

Qualität 2.png

Was Größe und Reichweite aussagen

Natürlich spielen Größe und Reichweite eine Rolle bei der Frage nach einem guten Blog. Sie hängen miteinander zusammen, bedingen sich jedoch nicht zwangsläufig. Ein Blog, der lange existiert, der gut mit anderen vernetzt ist, hat sicher eine gewisse Reichweite. Dennoch lässt sich dort auch vieles verwässern. Zahlen sind ja immer so objektiv und gaukeln vor, wahnsinnig viel auszusagen. Im Endeffekt lassen sie sich nur zu leicht manipulieren. Dazu habe ich mir im Rahmen einer Montagsfrage bereits einmal Gedanken gemacht: Alles für die Klicks? Auch wenn es in dem Blogpost nicht um Reichweitenzahlen ging, wird deutlich, dass man sich von objektiv ausschauenden Zahlen nicht verrückt machen lassen sollte.

Insgesamt lässt sich also sagen, dass die Größe eines Blogs oder seine Reichweite ein Hinweis sein können, nicht notwendigerweise sind die bestvernetztesten Blogs auch die besten Blogs!

Der eigene Anspruch / „Blogs als Hobby“

Wir Blogger sind eine sehr durchmischte Gruppe. Und selbst dieser Satz täuscht, denn er gaukelt vor, dass wir Blogger überhaupt irgendeine Art von Gruppe sind. Das sind wir nicht. Keine feste jedenfalls. Wir bestehen aus Einzelpersonen und Kleingruppen. Im Prinzip gibt es jede Menge einzelne Blasen und nicht notwendigerweise überlappen diese sich. Und wir alle haben andere Ansprüche an uns, an unsere Blogs.

Das spiegelt sich auch in Qualität und Quantität der Beiträge. Der eine nimmt gerne an Challenges teil, der andere weniger. Dem einen ist es wichtig, wie viele Bücher er im Monat gelesen hat, der andere ist vielleicht froh, nur gute Bücher gelesen zu haben. Und alle haben wir noch ein Leben neben dem Blog: Viele haben einen festen Beruf, studieren oder gehen noch zur Schule. Und viele lernen im Laufe der Zeit, sich ein wenig vom Konkurrenzdenken, dass es auch in der Blogger-Szene gibt, zu lösen.
Dennoch: Menschen vergleichen sich nun einmal gerne. Und die heutige Zeit macht es uns ja so einfach. Wir können die Follower vergleichen, die Anzahl der Beiträge, die Länge, die Anzahl der gelesenen Bücher. Einige schreiben auf ihrem Blog oder in den Sozialen Medien auch von der Zusammenarbeit mit Verlagen, ob es sich nun um Kooperationen handelt oder um erhaltene Rezensionsexemplare. Und natürlich erzeugt dies auch Neid. Ein gewisser Ansporn schadet sicherlich nicht, jedoch muss jeder für sich selbst darauf achten, ein gesundes Maß zu erhalten.

Der Gedanke anhand einer Qualitätsliste seinen eigenen „Wert“ messen oder eine Entwicklung absehen zu können ist sicher verführerisch. Bestimmt wäre eine solche Qualitätsliste für verschiedene Akteure der Buchbranche auch hilfreich, um beispielsweise schneller entscheiden zu können, ob ein Rezensionsexemplar vergeben werden soll oder ob eine Kooperation sich lohnt. Aus Blogger-Sicht halte ich den Wunsch über eine Qualitätsliste jedoch für absolut schädlich. Auf Dauer würde eine solche Liste eher Neid verstärken und Vielfalt zerstören. Denn dann geht es irgendwann vielleicht  nur noch darum, den Olymp der Liste zu erklimmen. Und einen Punkt, den ich im Zuge der immer stärkeren Zusammenarbeit mit Verlagen sehr wichtig finde: Wir sind keine (kostenfreien, wohlgemerkt) Dienstleister von Unternehmen. Wieso sollten wir unsere Qualität überhaupt messen lassen wollen? Nur für unser persönliches Wohlbefinden, besser zu sein als andere? Dafür ist ein Buchblog vielleicht nicht das richtige Mittel!


Habt ihr schon einmal darüber nachgedacht, warum und ob eine Qualitätsliste gut oder schlecht wäre? Welche Gedanken gehen euch zu dem Thema durch den Kopf?

Schreibt mir gerne und diskutiert mit! 

47 Kommentare

  • fraggle

    Ich denke, dass eine solche Qualitätsliste niemand wirklich braucht, insbesondere vor dem Hintergrund der Frage – darauf bist Du ja auch eingegangen – nach welchen Kriterien man Qualität bemisst. Klickzahlen oder Verlinkungen sagen über die Qualität eines Blogs sicherlich ähnlich wenig aus wie Verkaufszahlen von Büchern über deren Qualität – ansonsten wäre eine Dieter-Bohlen-Biografie Weltliteratur und Iny-Lorentz-Romane würden im Geschichtsunterricht genutzt . 🙂

    Letztlich muss jeder Qualität für sich selbst beurteilen und jeder hat da sicherlich andere Maßstäbe. Ich persönlich halte beispielsweise längere Passagen über das Cover eines Buches für völlig verzichtbar. In dem Zusammenhang sage ich immer, dass ich, wenn ich mir im italienischen Restaurant um die Ecke eine Lebensmittelvergiftung eingefangen habe, nicht auch noch die hübsche Tischdekoration lobend erwähnen würde. Und wenn ich mir durch ein Buch eine literarische Lebensmittelvergiftung einfange, dann hilft eine hübsche Covergestaltung auch nur bedingt.

    Dann gibt es aber eben wieder Bloggerinnen und Blogger, die detailliert auf das Cover eingehen und bei denen die diesbezüglichen Abschnitte länger sind als der restliche Text. Und es gibt sicherlich Leserinnen und Leser, die das mögen. Die würden die Qualität eines solchen Blogs daher völlig anders beurteilen.

    Kurz gesagt, ich bin kein Fan davon, alles in irgendeiner Art beurteilen und in Schubladen stecken zu müssen.

    • Jennifer

      Hi Fraggle,
      tolle Vergleiche (besonders mit dem Cover :D) Ich erwähne das Cover auch eher selten und überspringe diese Teile in Rezensionen häufig. Aber Buchblogger sind eben auch nur kleine Sammler, von daher kann ich die Liebe und Faszination für Cover schon ein wenig nachvollziehen (wenn ich sie auch nicht in dem Maße teile).

      Ich empfinde Qualität auch als total subjektiv, zumindest die Kriterien, mit denen man sie misst. Von daher würde eine solche Liste sicherlich nicht die erwartete Funktion erfüllen. Dennoch finde ich die Diskussion um Qualität interessant, zeigt sie doch auch wie vielfältig die Leser-Interessen sind. Ich persönlich lese zB nicht zu Challenges, aber ich weiß, dass viele solche Beiträge gerne mögen und auch lesen. *schulterzuck*

      Blogs sind eben vielfältig und daran finde ich auch nichts falsches!
      VG Jennifer

  • The Reading World

    Ein wirklich interessantes Thema 🤔🤔

    Ich kann die Frage nicht wirklich beantworten… Da, wie du schon geschrieben hast, es sehr schwer ist jeden individuell zu bewerten und dann ganz objektiv zu bleiben.

    Ich denke, dass sowohl Leser, Blogger und auch Verlage sowie Autoren ihre eigenen Kriterien, Vorstellungen und Wünsche haben. Und das ist auch gut so.

    Jeder sollte sich so ausleben können wir er für richtig hält.

    Für viele ist es ja „nur“ ein Hobby und es wäre Schade wenn ihre Beiträge nicht mehr gelesen werden, weil sie nicht auf der Liste stehen oder zu weit unten.

    Wir sind alle alt genug um zu entscheiden was uns interessiert und was in unseren Augen gut gemacht ist.

    Das sind so die Gedanken, die mir spontan dazu einfallen.

    Liebe Grüße,
    Donatha

    • Jennifer

      Hallo Donatha,
      da stimme ich dir absolut zu. Am Ende entscheiden eben die Leser wie gelungen oder nicht gelungen, ein Blog ist und da braucht es dann auch keine Qualitätsliste mehr 🙂
      Viele Grüße Jennifer

  • Nicci Trallafitti

    Hey!
    Ein sehr interessanter Beitrag, danke dafür.
    Ich habe ehrlich gesagt noch nie darüber nachgedacht. Vermutlich fänden, wie du schon angemerkt hast, Verlage eine Liste sinnvoll, ABER (ebenfalls wie du sagtest) sind wir keine Dienstleister.
    Klar, wir bekommen Rezensionsexemplare, was auch super cool ist. Wenn man jedoch den Arbeitsaufwand mal messen würde wäre der „Stundenlohn“ nicht mal nennenswert.

    Ich orientiere mich gerne an der Topliste. Zwar bildet sie die Vernetzung verschiedener Blogger ab, aber genau das macht für MICH persönlich auch einen Teil der Qualität aus.
    Bloggern, die still und leise für sich im Kämmerlein bloggen, aber nie auf Kommentare antworten, nie woanders vorbei schauen, nichts verlinken oder teilen, folge ich ehrlich gesagt ungerne.
    Klar muss man innerhalb der Beiträge differenzieren, häufig posten und gut vernetzt heißt noch lange nicht qualitativ gut. Und letztendlich kommt es ja auf den eigenen Anspruch an, was man gut findet.

    Liebe Grüße,
    Nicci

    • Jennifer

      Hi Nicci,
      da stimme ich dir absolut zu! Irgendwo gehört die Vernetzung schon auch zur Qualität! Nur ist die eben nicht 100 % aussagekräftig. Blogger*innen mit Aktionen wie zb der Montagsfrage werden ja sehr oft verlinkt und das sagt noch nichts darüber aus, wie viele Vernetzung sie wirklich betreiben.
      Dennoch klar, wie stark ein*e Blogger*in auf ihrem Blog mit den Lesern interagiert gehört für mich auch zur Qualitätsfrage dazu. Ansonsten ist die Messbarkeit anhand von Qualitätskriterien ehrlich gesagt nur schwer machbar.
      Leider hat sich bisher noch niemand gemeldet, der für eine solche Liste wäre, was ich sehr schade finde. Ich hätte mal Interesse an den Gegenargumenten! Aber vielleicht kommt da ja noch jemand 🙂
      Viele Grüße
      Jennifer

      • Nicci Trallafitti

        Stimmt, da hast du natürlich recht. Auch bei der Vernetzung gibt es Qualitätsunterschiede 🙂

        Das würde mich auch mal interessieren, ich denke aber, dass aus dem internen Bereich der Buchblogger niemand (oder kaum einer) dafür sein würde.

        • Jennifer

          Im Prinzip ist dir ja auch nicht die Vernetzung wichtig, sondern die Interaktion und Reaktion, richtig? Auch da würde ich nochmal unterscheiden 🙂

          Vor Ort haben einige die Hand gehoben und sich eine Liste gewünscht. Insofern muss es Blogger*innen geben, die eine Liste befürworten…

          • Nicci Trallafitti

            Genau 🙂
            Ich speichere mir ja immer die Links der Beiträge wo ich kommentiert habe in einer Textdatei. Meistens antworten 50%, was nicht an mir liegt, da sie auch auf andere Kommentare nicht antworten. Sowas nervt. Ich persönlich antworte auf jeden Kommentar, und wenn es nur ein „Danke fürs Feedback“ ist.

            Ach? Ja dann bin ich mal gespannt. 😀 Auch auf die Vorschläge wie das so ablaufen soll und was die Kriterien wären.

          • Jennifer

            Ja, weiß ich 🙂
            Ja, das denke ich auch. Ein kleines Danke ist nie zu viel verlangt und solche Blogs, die nur in eine Richtung funktionieren, lese ich dann auch nicht und versuche sie nach Möglichkeit nicht zu verlinken!

  • reisenderbuecherwurm

    Hallo Jennifer,

    du hast schon sehr gut angesprochen, warum ich nicht viel von einer Qualitätsliste für Buchblogger halte. Die Vergleichbarkeit halte ich einfach für zu schwierig, da es so viele unterschiedliche Blogs gibt. Ich interessiere mich z.B. kaum für Blogs, auf denen nur Romanceliteratur rezensiert wird, das heißt aber lange noch nicht, dass diese Blogs eine schlechte Qualität haben. Umgedreht wird die Blogger hinter diesen Blogs wahrscheinlich mein Blog nicht so sehr interessieren und das ist vollkommen in Ordnung. Geschmäcker sind verschieden.
    Sich die Vernetzung anzuschauen ist sicher interessant, aber es misst eben auch nicht die Qualität. Ich folge einigen Blogs, die Nischenliteratur lesen. Diese Blogs liefern Texte von guter Qualität ab, aber sie sind nicht so stark vernetzt, weil ihre Themen, häufig nicht so viele Menschen ansprechen. Hinzu kommt, dass ihre Beiträge nicht so häufig verlinkt werden, weil es zum Beispiel wenige andere Blogger gibt, die ein Buch gelesen haben und deshalb die Rezension verlinken.

    Was ich evtl. ganz interessant fände, wären Genrelisten. Klar die meisten Blogger, lesen verschiedene Genres, aber das könnte zumindest ein bisschen weiterhelfen. Wenn ich mich richtig erinnere, war bei der Bloggersession jemand, der wissen wollte, wie er Blogs auf denen Sachbücher besprochen werden, finden kann und da könnte so eine Liste helfen.

    LG
    Elisa

    • Jennifer

      Hi Elisa,
      interessanter Punkt, dass Nischenblogs sich gar nicht so stark vernetzen können wie andere. Du hast natürlich absolut recht, nur hatte ich da ehrlich gesagt noch gar nicht drüber nachgedacht.

      Genrelisten wären sicher interessant, aber eben auch gar nicht so einfach zu erstellen, denn wer liest denn durchgängig ein Genre? Bei vielen werden ja verschiedene Genre besprochen und ab wann gehört man dann in ein Genre?
      Ja, an den Zuschauer erinnere ich mich auch. Für reine Leser, die von außen auf uns Blogger stoßen, ist die Szene bestimmt super chaotisch. Dennoch denke ich, dass man von einem Blog auf einen weiteren geführt werden kann, wenn man denn will (die meisten haben ja Blogrolls oder sowas). Dennoch wären Genre-Listen bestimmt interessant. Würdest du denn dann innerhalb der Genre nach Qualität oder irgendwas unterscheiden wollen?
      Viele Grüße
      Jennifer

      • reisenderbuecherwurm

        Hallo Jennifer,

        Zuerst einmal denke ich, dass du keine ideale Liste schaffen kannst und es auch mit einer Genreliste gewisse Probleme geben wird. Es stimmt die meisten lesen mehrere Genres, aber viele Blogger haben ein oder zwei Genres, in denen sie mehr lesen. Ich lese historische Romane, aber die machen maximal 5% meines gesamten Bücherkonsums aus, deshalb würde ich mich nicht auf eine Genreliste für Historische Romane setzen. Vielleicht könnte jeder da seine 1-2 Lieblingsgenres nehmen.
        Bei Genres wie YA oder Fantasy hättest du so viele Blogs, dass du noch mal weiter unterscheiden müssen. Vielleicht nach Untergenres oder mit anderen Infos wie zum Beispiel Lieblingsautor_innen, oder indem da ein paar weitere Infos zu dem Blog stehen (schreibt nicht nur Rezensionen, sondern auch Texte zu verschiedenen Themen, informiert über Neuerscheinungen, liest auch unbekannte Bücher, etc.)
        Ich glaube aber, dass Genrelisten bei Genres zu denen es weniger Blogs gibt, helfen würden, Sachbücher, Klassiker, historische Literatur, etc. Ich hatte auch auf Twitter öfters mal gesehen, dass Leute Blogger suchen, die diese Genres rezensieren.

        Gut, dass du den Blogroll erwähnst, den müsste ich bei mir mal einbauen.

        LG
        Elisa

        • Jennifer

          Hi Elisa,
          ich bezweifle gar nicht, dass Genrelisten bei vielen Genre helfen würden. Die Frage wäre, wer die Liste erstellen soll. Geben die Leute selbst ihre Genre an? Dann vermute ich, dass Schlaumeier schnell auf die Idee kommen, einfach mal mehr Genre anzugeben, damit sie in mehr Listen auftauen… :/
          Getrickst wird ja immer!

          Die Blogrolls finde ich dagegen so schön persönlich, sind ja quasi ausgewählte Empfehlungen 🙂
          Viele Grüße
          Jennifer

  • volpenvieh

    Schöner Beitrag, kann dir eigentlich in allen von dir genannten Punkten nur zustimmen.
    Ich selbst bin noch ganz frisch auf Buchblogs unterwegs und habe am Anfang tatsächlich aus Neugier erstmal geschaut, ob es solche Listen mit den “besten“ Buchbloggern gibt – das Ganze mit dem Hintergedanken “Wo finde ich als Buchhändler qualitativ hochwertige Rezensionen, um meine Kunden möglichst vielfältig beraten zu können?“. Ja, es gibt solche Listen, allerdings tauchen da wie zu erwarten war tatsächlich nur Blogs mit großer Reichweite auf und die eigentliche Qualität der Rezensionen ist sehr durchmischt. Manche Blogs musste ich auch ganz schnell wieder aus der Abo-Liste löschen, weil man innerhalb kürzester Zeit derart mit Challenges zugespammt wurde, dass Rezensionen komplett untergegangen sind. Kleinere Blogger mit qualitativ hochwertigem Content aber wenig Reichweite hätten kaum Chancen in solche Listen aufgenommen zu werden. Und da man auf die “Großen“ unweigerlich auch so aufmerksam wird, kann man sich solche Listen letztlich auch sparen.

    • Jennifer

      Hallo Volpenvieh,
      ja, das stimmt. Die großen und vernetzen Blogs bekommt man eh überall zu sehen. Und ich kann absolut nachvollziehen, dass, wenn man neu in der Bloggerszene ankommt, alles erstmal sehr chaotisch ist 😀
      Interessant, dass dich (wie mich) Challenges auch eher weniger interessieren. Ich ignoriere solche Beiträge oft einfach, aber für die meisten reinen Leser haben solche Beiträge bestimmt wenig Mehrwert. Ich frage mich aber gerade, ob, selbst wenn man nur die Qualität von zB Rezensionen messen würde, man eine sinnvolle Auflistung von Blogs erreichen könnte…

      Ich glaube ja fest: Hat man einen qualitativ guten Blog gefunden, wird man von diesem sicher auch Hinweise auf andere gute Blogs erhalten. Die meisten haben irgendwo eine Blogroll, also eine Liste von Lieblingsblogs und da findet man immer viele neue Inspirationen. So kann man sich in der Menge der Blogs ein wenig orientieren, falls dir das hilft 🙂
      Viele Grüße
      Jennifer

  • Rika

    Liebe Jennifer,

    eine sehr interessante Frage und auch ein toller Artikel dazu.
    Natürlich ist Qualität, wie du schon sagst, sehr subjektiv, allerdings gibt es für mich ein Kriterium, das für mich für einen qualitativ hochwertigen Blog unverzichtbar ist: die Rechtschreibung. Mal abgesehen von Formulierungen und allen anderen Dingen, die einen Blog für mich toll machen, finde ich eine vernünftige Rechtschreibung unerlässlich. Auch wenn man Probleme damit habt, gibt es genug Möglichkeiten diese noch einmal gegenzuchecken, bevor man einen Artikel veröffentlicht, denn mir macht es einfach keinen Spaß die Artikel zu lesen, wenn ich über jedes dritte Wort stolpere.

    Und wie Nicci erwähnt hat, finde ich den Kontakt zwischen Followern/Lesern und dem Blogger wichtig. Mir macht es keinen Spaß irgendwo zu kommentieren, wenn nie eine Reaktion dazu kommt. Ich denke das vernachlässigen manche etwas.

    Generell finde ich eine Qualitätsliste nicht notwendig, denn letztendlich folge ich einem Blogger aus persönlichen Gründen. Sympathie, gleiche Leseinteressen, Kreativität der Beiträge etc. und das ist meines Erachtens nicht messbar. So wie in etwa Kunstunterricht eigentlich nicht bewertbar ist. Das wäre zumindest meine Meinung.

    Liebe Grüße,
    Rika

    • Jennifer

      Hi Rika,
      ich muss sagen, dass ich dir grundsätzlich recht gebe. Ich lese auch lieber sauber verfasste Blogartikel und weniger wirre Gedanken mit vielen Rechtschreibfehlern. Allerdings sind Blogs eben sehr tagebuchähnlich und ich habe vor kurzem den Beitrag auf Dunkle Zeiten gelesen, darüber, dass jeder Rezensionen verfassen darf. Da habe ich mich ganz stark ertappt gefühlt. Gibt schließlich auch ein paar Blogger mit LeseRechtschreibSchwäche oder so. Da denke ich seitdem drüber nach, wie ich dazu stehe.
      Hier ist der Beitrag, falls du ihn noch nicht kennst: http://www.dunkle-zeiten.info/die-sache-mit-den-rezensionen-die-nicht-geschrieben-werden/

      Interaktion ist auf jeden Fall wichtig, das schrieb ich auch Nicci gerade. Allerdings sind Interaktion und Vernetzung auch wieder zwei unterschiedliche Dinge…
      Ich glaube, einige führen auch keinen Blog, weil sie interagieren möchten, sondern nur für sich persönlich. Ob man dies dann ins Internet stellen muss, ist eine andere Frage.

      Deinen letzten Punkt finde ich sehr schön! Das Persönliche, das manchem Blog leider auch fehlt, ist wirklich wichtig und interessant, dass du das über Qualität stellst! Finde ich aber sehr gut! 🙂
      Viele Grüße
      Jennifer

      • Rika

        Hallöchen,
        den Artikel schaue ich mir später auf jeden Fall mal an. Natürlich denke ich bei dieser Kritik auch an Menschen mit Lese-Rechtschreib-Schwächer, daher erwähnte ich auch direkt die ganzen Hilfsmittelchen, die uns heutzutage zur Verfügung stehen. Ich muss auch manchmal nachschauen, ob man Wörter jetzt zusammenschreibt oder ähnliches. Und schon die Rechtschreibkorrektur von Word, die ja jetzt nicht so krass ist, hilft ja schon viele Fehler auszumerzen. Daher bin ich da vielleicht ein wenig radikaler in meiner Kritik, aber mir vergeht da einfach die Lust das zu Lesen. Und um das Ganze vielleicht noch auf die Spitze zu treiben: warum sollte ich mir die Zeit nehmen das zu entziffern, wenn es dem Blogger nicht mal wenig genug ist irgendein Programm drüber laufen zu lassen? Ich sage ja nicht, dass solche Blogs keine Daseinsberechtigung haben oder ich ihnen das Bloggen verbieten wollen würde. Es sagt nur mir persönlich überhaupt nicht zu, auch wenn ich weiß, dass diese Blogger ihre Fans haben und das natürlich auch zurecht, weil sie sich ja trotzdem Arbeit machen und Mühe geben.

        Ich denke, da muss man differenzieren, ob man mit seinem Blog- ich nenne es mal so- Erfolg haben will oder ob man nur aus Spaß an der Freude so vor sich hinbloggt. Mit Erfolg meine ich einfach eine größere Reichweite und Zusammenarbeit mit Verlagen. Jemand, der da keinen Wert drauf legt, muss sich an sich keine Mühe geben sich großartig zu vernetzen. Für einen Blogger mit Ambitionen wird das unerlässlich sein. Da ist aber natürlich auch die Frage, ob solch ein Blogger ohne Ambitionen überhaupt Wert auf eine hohe Platzierung in solch einer Liste legt.

        Freut mich, dass mein Standpunkt auf Gegenliebe trifft. 🙂 Man muss auch nicht aus allem einen Wettbewerb machen, schließlich ist der Buchblog für die meisten von uns ohnehin „nur“ ein Hobby und mich persönlich setzt schon die von dir erwähnte Topliste genug unter Druck. 😀

        Liebst,
        Rika

        • Jennifer

          Hi Rika,

          ich wollte dir gar nicht widersprechen, nur noch mal einen anderen Standpunkt einnehmen 🙂
          Ich muss sagen, dass mich Rechtschreibfehler usw in Texten auch extrem stören und ich ärger mich dann auch immer. Ich nehme mir schließlich auch Zeit zum Lesen und ggf. Kommentieren!

          Finde es interessant, dass du Erfolg dann vor allem in der Zusammenarbeit mit Verlagen und der Reichweite siehst. Das sehe ich ganz ähnlich, ich glaube, dass viele Blogger*innen da auch so eine gewisse Erwartungshaltung haben (sag ich mal) und denken: Ich wart jetzt mal, bis ich viel gelesen werde. Und dann unzufrieden sind, wenn dem nicht so ist, ohne etwas ändern zu wollen.

          Inwiefern setzt dich denn die Topliste unter Druck? *neugier* Ich schaue da ehrlich gesagt so gut wie nie rein und von dort kommt auch nie jemand zu mir. Von daher beachte ich die eher weniger.

          Viele Grüße
          Jennifer

          • Rika

            Ach, Quatsch! So hab ich das gar nicht aufgefasst. 🙂 Ich wollte da nur ein wenig genauer drauf eingehen und mich etwas erklären. ^^

            Ja, das denke ich auch oft. Vielen ist wahrscheinlich gar nicht bewusst, wie viel Arbeit und Zeit in so einen Blog investiert werden müssen und verlieren dann die Lust, wenn sie nicht nach zwei, drei Beiträgen hunderte von Followern haben. Aber es ist immer wieder ein schönes Gefühl, wenn die Mühe dann auch von Autoren, Verlagen oder anderen Kooperationspartnern wertgeschätzt wird. 🙂

            Ich klicke die tatsächlich sehr regelmäßig an, aber den Druck mache ich mir selbst. Das Schwierige an dieser Topliste ist meiner Meinung nach, dass einige gar nicht genau schauen, worauf sie basiert und ich mich manchmal frage, ob sie für viele nicht wie eine Qualitätsliste fungiert. Ein Platz im hohen Tausenderbereich ist da dann natürlich eher nachteilig und man möchte ja schon möglichst weit oben stehen. Denn ich persönlich würde mir vielleicht, wenn ich etwas suche, die ersten Hundert solch einer Liste anschauen und der Rest fällt unter den Tisch. Aber das sind meine eigenen Gedanken und Vorstellungen dazu und es könnte daher auch völlig überflüssig sein, dass ich mir deshalb Stress und Gedanken mache. 😀

            Liebst,
            Rika

          • Jennifer

            Nein, da stimme ich dir total zu! Ich denke, den meisten ist nicht einmal bewusst, dass es eben keine Qualitätsliste ist! Und seien wir mal ehrlich, wenn es um Neid und Druck geht, sind wir selbst oft unsere schlimmsten Feinde mit unseren Erwartungen. Und klar wirkt ein niedriger Listenplatz erst mal negativ. Ich frage mich nur, welche Relevanz es überhaupt hat?
            Wenn ich mit meinem Blog zufrieden bin und mich anscheinend Leute lesen und mit mir reden, warum spielt es da eine Rolle, auf welchem Platz genau ich bin?

            Zu dem anderen Thema: Tja, bloggen ist eben ein Langzeithobby und kein „Ich mach mal eben“. Klar sieht die ganze Arbeit von außen keiner. Aber wenn man damit anfängt, tauscht man sich doch ein wenig mit anderen aus, da kriegt man doch in der Regel mit, wie lange es etwa dauert.
            Ich werde da manchmal um Hilfe gefragt und wundere mich dann, warum ich für Blogs Werbung machen sollte, auf denen in 3 Monaten nur 2 Beiträge erschienen sind?!

            Schönes Wochenende dir 🙂

  • Sarah | Pergamentfalter

    Hallo Jenni,

    du hast ja schon wunderbar ausgeführt, was das Problematische an Qualitätslisten ist/ wäre: Welche Bewertungkriterien, wer für wen, aufgebauter Druck, wer wird überhaupt aufgenommen … Demnach halte ich es für utopisch, tatsächlich so etwas wie eine Qualitätsliste für Blogger zu entwickeln.

    Wobei ich ganz ehrlich sein will: Ich fände es irgendwo schon schön, eine Liste/ ein Verzeichnis von Bloggern zu haben, dem ich zB gleich ansehe, wer kritische Rezensionen schreibt oder bei wem es durchweg nur bei Klappentext plus „Fand ich toll/ okay/ doof“ bleibt. Oder wer interessante Beiträge schreibt und wer nur, welche Buchseite er gelesen, welche Serienfolge gesehen, welchen Song gehört und welche Challengeaufgabe gelöst hat. Nicht als Vergleichsmöglichkeit, sondern als Chance, unbekannte Blogs zu entdecken. Allerdings ist auch das nicht umsetzbar, zum einen wieder wegen der Frage nach den Kriterien, zum anderen würden hier ja auch die Negativpunkte einer reinen Qualitätsliste greifen.

    Abgesehen davon gibt es schon jetzt stellenweise ordentlich Grüppchenbildung in der Buchbloggerszene. Ich will mir gar nicht vorstellen, wie das mit einer weiteren Liste werden würde …

    Was ich allerdings (vielleicht) hilfreich finden würde, wäre ein Verzeichnis von Bloggern (ohne die oben genannten Qualitätskriterien), in dem z.B. eine Sortierung nach Hauptthemen o.ä. möglich wäre. Ich bekomme immer mal wieder das Gefühl, dass die Szene so riesig ist, dass man einfach viel zu wenige tolle Blogs mitbekommt. Selbst wenn ich aktiv auf meinem und anderen Blogs bin, entdecke ich für mich unbekannte Blogs viel eher zufällig auf Google. Das finde ich schade, weil es auf mich den Eindruck von verschiedenen Buchbloggerblasen oder Interaktion miteinander macht und ich das Gefühl bekomme, dass „da draußen“ noch so viele tolle Blogs sind, von denen ich einfach nichts mitbekomme.

    Dem könnte so ein Verzeichnis vielleicht Abhilfe schaffen, wobei ich a) nicht weiß, ob meine Eindrücke wirklich stimmen oder einfach nur subjektives, nicht übertragbares Empfinden sind, und b) inwieweit das tatsächlich machbar ist und jeder Blog gleich (re)präsentiert werden würde.

    Ich bin also weiterhin verwirrt *lach* Qualitätsliste definitiv nein – da gibt es zu viel Problematisches dran. Ein wertungsfreies Verzeichnis vielleicht ja, sofern das überhaupt möglich ist …

    Liebe Grüße
    Sarah

    • Jennifer

      Hi Sarah,
      eine solche Genreliste haben sich auch andere gewünscht. Ich stimme da prinzipiell auch zu, frage mich aber auch, ob man denn überhaupt allen Blogs folgen kann! Klar nervt Grüppchenbildung manchmal, aber es macht das ganze Bloggerchaos eben auch ein wenig überschaubarer…
      Ansonsten ist dein erster Punkt, dass dich vor allem die Rezensionen interessieren, ja auch schon wieder eine Frage von: Was wird qualitativ gemessen? Für einige sind die Aktionen und Challenges, das ganze drum herum das, was sie interessiert. Selbst da sehe ich also Schwierigkeiten, eine vernünftige Liste aufzubauen 😀

      Ich hoffe aber, dass sich nochmal jemand mit PRO Qualitätsliste zu Wort meldet, weil mich die Argumente sehr interessieren würden 🙂
      Viele Grüße
      Jennifer

      • Sarah | Pergamentfalter

        „Alle“ wäre sicher übertrieben, aber wie gesagt hab ich das Gefühl, dass der Ausschnitt, den ich wahrnehme, viel zu klein im Vergleich zu dem ist, was es gibt.

        Wenn die Grüppchenbildung im Sinne von Ordnung ist, stimme ich dir absolut zu! Nur wenn es Grüppchenbildung zum Ausgrenzen anderer, die nicht Teil der Gruppen sind, ist, finde ich es absolut nervig.

        Genau deswegen ja auch die Relativierung, dass auch da die Frage nach den Kriterien ist 🙂 Da wären wir dann jedes Mal auch bei der Frage, was Qualität eigentlich ist. Eine rationale Größe „Qualität“ gibt es für mich zB gar nicht und alles, was subjektiv ist, hätte in so einer Liste als Kriterium nichts zu suchen. Von daher: Nix Qualitätslisten 😉

        Das würde mich auch sehr interessieren!

        LG Sarah

        • Jennifer

          Ich glaube, das ist aber auch normal! NIEMAND kann alle Blogs lesen oder kennen O.o

          Tja, Grüppchenbildung. Auch ein großes Thema eigentlich. Und erinnert mich direkt wieder an Schule und Kindereien 😀 Dazu können wir gerne bei Gelegenheit mal am Telefon quatschen 😉

          Sonnige Grüße
          Jennifer

  • literakultur

    Was für ein interessanter Beitrag. Früher habe ich auch sehr viele Bücherblogs gelesen, aber mittlerweile hat sich die Zahl auf wenige beschränkt. Das liegt hauptsächlich daran, dass ich keine Jugendbücher mehr lese und diese Blogs hauptsächlich darauf spezialisiert sind. Ich selbst habe zwar immer gerne Neuzugänge Posts gelesen, aber in der letzten Zeit habe ich viel über Konsum nachgedacht und finde solche Postings mittlerweile eher oberflächlich. Mein Ziel ist es doch, die Leser zum kritischen Denken und der Auseinandersetzung mit einem Buch anzuregen und nicht, dass sie möglichst viele Bücher in der nächsten Buchhandlung kaufen. Das ist jedoch meine persönliche Meinung. Manche hingegen möchten lieber kurze Beiträge, um sich einen Überblick zu verschaffen. Ich finde vor allem die sprachliche Qualität wichtig. In den weiteren Punkten kann ich meinen Vorrednern nur zustimmen, auch ich hätte gerne eine Übersicht der Blogs nach Genres sortiert, da ich Romance und New Adult gar nicht lese.
    Liebe Grüße
    Julia

    • Jennifer

      Liebe Julia,
      Genrelisten wären sicher hilfreich. Ansonsten finde ich interessant, wie sich dein Verhältnis zu Blogs gewandelt hat. Ich denke, dass dies vielen so geht. Am Anfang der Bloggerzeit freut man sich ja oft auch sehr stark über Rezensionsexemplare, auch dies lässt ja mit der Zeit nach. Da merkt man auch schön, dass einige eben auch einen gewissen Anspruch (bei dir die Vermittlung einer kritischen Konsumhaltung, wenn ich dich richtig verstehe) mitbringen. Auch das finde ich sehr wichtig!

      Auch die sprachliche Qualität wurde von anderen schon als wichtig empfunden und ich nehme mich da nicht aus. Nur messbar wird die wohl nicht sein, denn dazu müsste ja jemand alle Beiträge LESEN. Listen wie die Topliste auf Lesestunden werden ja maschinell erstellt, wirklich prüfen bei jedem Blog kann man das bei über 1200 Blogger*innen nicht und in der Topliste sind nicht einmal alle Blogs vertreten O.o
      Das würde eine seeeeehr lange Liste werden!
      Die Frage wäre, wer und wie Genrelisten erstellen könnte?
      Viele Grüße
      Jennifer

  • Tina

    Hey Jennifer,

    Danke für deinen Beitrag. Eine Qualitätsliste macht in meinen Augen keinen Sinn. Qualität wird bestimmt durch Vorgaben, Regelungen und ich denke dann auch immer an Kundenzufriedenheit. Natürlich kann man jetzt sagen, wer viele „Likes“ bekommt, sollte qualitativ hochwertige Arbeit an seinem Blog verrichten, aber dafür sind die Blogs zu individuell, genau wie deren Besucher. Es ist persönlich und das gefällt mir. Jeder hat seine eigenen Vorstellungen wie er was gestaltet, wie soll man da schon Qualität feststellen?

    Liebe Grüße Tina

    • Jennifer

      Hi Tina,
      zumal ja gar nicht alle Systeme Likes zulassen (ich denke an Blogger). Sollen dann Likes auf Social Media mitgezählt werden? Da sind aber viele doppelt unterwegs, zB auf Twitter UND Facebook…

      Außerdem wäre ja die Frage, wer unsere „Kunden“ sind? Wer müsste mit unserer Qualität zufrieden sein? Leser? Verlage (weil wir ihnen Rezensionen schreiben)?

      Ich mag es gerade, dass Blogs so vielfältig sind und fände es sehr schade, wenn dies durch eine „Norm“ in ein Muster gepresst wird!
      Viele Grüße
      Jennifer

  • angeltearz

    Hey Jennifer,
    erst wollte ich eigentlich nur „genialer Beitrag“ schreiben, weil es alles aussagt, was ich schreiben wollen würde. 😀 Aber irgendwie war mir das dann doch zu wenig.

    Qualität ist subjektiv und wer sollte entscheiden!? Das wäre totaler Quatsch, sollte sich jemand tatsächlich hinsetzen und sowas machen. Es würde nur wieder Ärger geben, weil sich welche ausgeschlossen fühlen oder schlecht „bewertet“. Jeder Blog ist einzigartig, wie sein Schreiberling und das ist auch gut so. Wenn alle Bücher gleich wären, hätten wir keinen Blog. 😀

    Hab einen tollen Abend!

    Ganz lieben Gruß
    Steffi

    • Jennifer

      Hi Steffi,
      danke schön 🙂

      Kann dir nur absolut zustimmen! Kann aber verstehen, warum manche Akteure wie beispielsweise Verlage einen praktischen Nutzen davon hätte. Dennoch behaupte ich mal: Es wäre unmöglich! 🙂
      Danke jedenfalls für deinen lieben Kommentar!
      Sonnige Grüße
      Jennifer

  • blackndbeautiful

    Hey 🙂
    Ich sehe das wie du, die Buchblogszene ist viel zu vielfältig um „Qualität“ zu definieren. Ich lese und rezensiere zum Beispiel hauptsächlich Thriller. Wie soll man das inhaltlich mit jemandem vergleichen, der sich auf z.B. Liebesromane spezialisiert? So ein Blog wäre für mich total uninteressant, weil er meinen persönlichen Lesegeschmack nicht trifft, aber deswegen ist er noch lange nicht (qualitativ) schlecht.
    Genauso auch die Reichweite. Ich habe nicht gerade viele Follower, bekomme dafür im Verhältnis aber (meiner Meinung nach) recht viel Feedback. Diesen Austausch schätze ich total und ich habe lieber nur diese „Wenigen“ die aber aktiv sind, als Hunderte und dafür keinen Austausch. Laut einer Liste die nach Reichweite geht, wäre mein Blog also schlecht. Aber ist er das wegen einer geringen Followerzahl wirklich?
    Genauso könnte man jetzt auf Sternebewertungen verweisen. Da ist es doch genauso, dass die ohne Begründung absolut nichtssagend sind. Etwas was nicht messbar sondern subjektiv ist in eine Skala drängen zu wollen, ist meiner Meinung nach einfach nicht möglich.

    Liebe Grüße 🙂

    • Jennifer

      Hallo 🙂

      Gerade das Problem mit den Genre sehe ich auch!
      Die Interaktion finde ich im Übrigen wirklich viel wichtiger als die Reichweite! Denn daran zeigt sich ja, wie stark man einen Nerv getroffen hat bei seinen Leser! 🙂
      Von daher finde ich es auch schade, dass es immer noch so viele Blogs gibt, bei denen man niemals eine Antwort erhält. Ich selbst kann leider auch nicht jeden Tag direkt antworten, aber bei einigen Blogs kommt selbst nach Wochen keine Antwort. Das finde ich schade, denn für mich hat Bloggen tatsächlich viel mit Austausch zu tun.

      Du meinst mit den Sternen nicht die Likes, sondern die 1-5 Sterne Bewertungen, die viele Blogger immer noch verwenden, oder?
      Das ist ein interessanter und absolut treffender Vergleich! Nicht ohne Grund benutzen ja viele dieses System inzwischen gar nicht mehr!
      Darüber muss ich mal noch eine Weile nachdenken 🙂
      Viele Grüße
      Jennifer

      • blackndbeautiful

        Ich verstehe das auch nicht, dass manche Blogger auf Kommentare nicht antworten. Jeder ist mal beschäftigt und kann nicht jeden Tag antworten, aber früher oder später sollte man dann halt doch reagieren. Ich kann das auch nicht nachvollziehen, denn dafür bloggt man doch (zumindest nach meinem Verständnis).

        Genau ich meine die 1-5 Sterne. Bei Rezensionen in Onlineshops oder in Foren kommt man da ja gar nicht drum rum. Aber auf meinem Bog mache ich das zum Beispiel gar nicht. Ich führe da lieber aus was für mich gut und was schlecht war und ob ich eine Leseempfehlung ausspreche. Manchmal spezifiziere ich das dann noch und schreibe zum Beispiel, dass ich einen Thriller empfehlen kann, aber nur für Leute die bei viel Blut und Brutatlität nicht empfindlich sind.
        Ich finde was das dann in Sternen heißt, muss jeder selbst entscheiden. Für den einen sind drei Sterne zum Beipsiel „geht so“, für mich ist das ein Buch, das man guten Gewissens lesen kann, ohne das es was Besonderes ist.

        • Jennifer

          Tja, es gibt leider zu viele Menschen, die zwar bloggen wollen, aber nicht an Austausch interessiert sind. Verstehen werde ich das wohl nie!

          Ja, mit den Sternen habe ich auch immer so meine Probleme. Und die Autoren sind da ja auch immer schnell sauer, trotz guter Bewertung, wenn es zu wenige Sterne gab, wie man so hört.
          Deshalb bewerte ich auf Plattformen, wo ich zu Sternen gezwungen werde auch sehr ungern!

  • Pialalama

    Hey Jennifer!

    Ein sehr toller Beitrag! Wenn ich an die Qualität eines (Buch-)Blogs denke, fallen mir stets zuerst die Blogger ein, die grausige Rezensionen schreiben. Schlechte Rechtschreibung, viel zu viel Umgangssprache, Smilies, etc. etc. … Gleichzeitig muss ich dann aber auch an die sehr guten Blogs denken, die eben wirklich professionell und gut aufgebaut wirken. Was ich sagen will: Extreme fallen auf, aber dazwischen bewerte ich eigentlich keinen Blog. Von daher finde ich Qualitätslisten nicht unbedingt nötig. Außerdem gebe ich dir vollkommen recht damit, dass solch eine Liste wahrscheinlich eher zu Druck, Neid und weniger Vielfalt unter den Bloggern führen würde.

    Liebe Grüße,
    Pia

    • Jennifer

      Liebe Pia,
      interessant, dass uns eher negative Beispiele als positive einfallen! Ging mir anfangs nämlich ganz ähnlich.
      Aber ich finde es spannend, wie egal den meisten eine solche Liste wäre bzw. äußern sich diejenigen wahrscheinlich einfach nicht, die gerne eine solche Liste hätten. Mich würden aber gerade deren Gründe einmal interessieren!
      VG Jennifer

  • Mikka Liest

    Huhu!

    Ein hervorragender Beitrag, sehr interessant geschrieben!

    Ich halte eine Qualitätsliste für schwer umsetzbar bis unmöglich, aus vielen der Gründe, die du schon angesprochen hast. Und ich stimme dir zu, dass sie auch nicht wünschenswert wäre, da sie zu mehr Konkurrenzdenken und Neid führen würde.

    Im Grunde sehen wir das schon mit der Topliste, da kommt manchmal auch sowas wie „Warum ist mein Blog diese Woche um 42 Plätze gesunken und deiner ist gestiegen?! Was mache ich falsch?!“ Dabei ist der Sinn der Topliste doch gar nicht, die Blogs zu bewerten. Wie du schon sagst, geht es um Vernetzung, nicht mehr und nicht weniger.

    Ich beobachte die Topliste, weil ich im Auge behalten will, wie sich das, was ich mit meinem Blog tue, auf die Vernetzung meines Blogs auswirkt, besonders was SEO und Ähnliches betrifft. Aber ich bilde mir nicht ein, das sie etwas über die Qualität meiner Beiträge aussagt.

    Ich habe diesen Beitrag HIER für meine Kreuzfahrt durchs Meer der Buchblogs verlinkt.

    LG,
    Mikka

    • Jennifer

      Hallo Mikka,
      lieben Dank für den Kommentar und auch für die Verlinkung! Du machst immer so eifrig deine Stöberbeiträge, da habe ich immer ein schlechtes Gewissen, weil meine so selten kommen…

      Stellst du denn große Sprünge auf der Liste fest, was deinen Blog angeht? Ich habe die Liste ehrlich gesagt noch nie so genau beobachtet. Bemerkst du denn da eine positive oder negative Entwicklung, die sich wirklich konkret auf etwas zurückführen lässt, was du getan oder eben nicht getan hast? *neugier*

      So, jetzt schau ich aber erstmal in deinem Beitrag rein 🙂
      VG Jennifer

      • Mikka Liest

        Es ist natürlich schwierig, ganz konkret zu sagen, woran es liegt, wenn der Blog in der Liste steigt oder sinkt! Aber ich habe schon den Eindruck, dass man da Zusammenhänge herstellen kann. Seit ich bei meinem WordPress-Blog mehr an Suchmaschinenoptimierung usw denke, ist der Blog von 500nochwas auf 226 gestiegen.

        • Jennifer

          Ach cool. Hätte nicht gedacht, dass sich da solche Unterschiede feststellen lassen!
          Ich muss mich auch dringend mal mit dem ganzen Kram beschäftigen, aber mir fehlt einfach die Zeit…
          Viele Grüße
          Jennifer

  • jacquysthoughts

    Ich schließe mich da an und würde sagen, dass die Qualität eben gar nicht objektiv messbar ist. Was einige toll finden, mögen andere gar nicht. Ich finde die Qualität auf den Blogs höher, die interessante Diskussionsartikel (wie diesen!) schreiben als dort wo wöchentlich in zwei Sätzen eine Frage beantwortet wird. Sicher gibt es aber auch einige, die das anders sehen. Zumindest die Blogger selbst müssen ja in einem gewissen Grad davon überzeugt sein, was sie tun, sonst würden sie sich die Arbeit nicht machen. Das ist also alles viel zu subjektiv für eine Rangliste.
    Außerdem sehe ich das wie du: die Liste würde zu viel Konkurrenzdenken auslösen, genau wie schon der Bloggerpreis keine guten Auswirkungen aufs Miteinander hatte.

    • Jennifer

      Hi Jacquy,
      ich glaube, da spielt auch der unterschiedliche Anspruch der Blogger*innen eine Rolle. Die einen wollen gerne einfach ihre Gedanken raushauen und quasi ein Online-Tagebuch führen, andere arbeiten fast schon redaktionell an ihren Artikeln inklusive Redaktionskalender und festem Plan was wann wie rezensiert wird.

      Aber ja, Qualität ist nicht objektiv, zumindest nicht, wenn man unterschiedliche Standards anlegt. Einzelne Qualitätskriterien könnte man vielleicht objektiv bewerten, aber wer soll die dann bitte festlegen?!
      Schön, dass du das mit dem Neid auch so siehst. Ich hatte den Eindruck, dass viele ein wenig Wettstreit und Neid ganz gut fänden, aber insgesamt wäre es eher schädlich, fürchte ich.
      Viele Grüße und einen schönen Restsonntag! Jennifer

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