• [Rezension] Selbstdarstellung und sozialer Erfolg: „Super, und dir?“ von Kathrin Weßling

    „Super, und dir?“ von Kathrin Weßling, zwei Rezensionen im Vergleich: Luise von aufgeblättert schrieb im Gegenzug, warum ihr das Buch nicht gefallen hat. Diese von uns so gewollte Gegenüberstellung unserer Rezensionen soll zeigen, das Geschmäcker zum Glück verschieden sind. Bildet euch eure eigene Meinung! Der Selbstdarstellungsdruck in den sozialen Medien steigt zunehmend. Ob Beruf oder Privatleben – wir teilen alles und alles muss natürlich fantastisch sein. Genau diesen Teufelskreis aus Selbstoptimierung und Selbstdarstellung unterzieht Kathrin Weßling mit ihrem Buch Super, und dir? unter einen kritischen Blick. Worum geht es in dem Buch? Von außen betrachtet lebt Marlene Beckmann ein perfektes Leben: Sie ist intelligent, Jahrgangsbeste in der Schule und studiert…

  • [Rezension] Das Scheitern als Lebensform: „So oder so ist das Leben“ von Benedikt Feiten

    Manche scheitern an kleinen Aufgaben, manche am gesamten Leben. Benedikt Feitens Figur des Anton Lobmeiers gehört zu letzterer Gruppe. Den Roman kann man jedoch nicht als gescheitertes Werk bezeichnen. So oder so ist das Leben Anton Lobmeier hat es nicht leicht: Was er auch anpackt geht schief. Als seine Beziehung zerbricht, seine beste Freundin von einem Tag auf dem anderen von der Bildfläche verschwindet und seine Mutter unerwartet verstirbt, beschließt er von nun an aus dem Scheitern eine Kunst zu machen. Er kündigt seinen Arbeitsplatz und fährt von nun an Pizzen aus. Und entdeckt, dass es im Leben um mehr geht als den schönen Schein. Denn im Scheitern liegt eine…

  • [Bücher] 3 Last-Minute-Empfehlungen zum #Indiebookday!

    Heute ist #Indiebookday! Der Tag soll Aufmerksamkeit für Indie-Verlage und -Bücher schaffen. Mitmachen könnt ihr ganz einfach, indem ihr heute ein Indie-Buch kauft (egal ob spontan entschieden oder eines, was ihr euch schon lange anschaffen wolltet) und ein Foto von diesem Buch in den Sozialen Netzwerken mit dem #Indiebookday teilt. Wer noch mehr Informationen zur Aktion, zur Geschichte und den Initiatoren haben möchte, kann mal hier schauen. Und für alle, die heute spontan in den Buchladen gehen um sich ein Indie-Buch zu kaufen und noch keine schöne Idee habe, habe ich drei Last-Minute-Empfehlungen, die ich zuletzt auf Buchmessen entdeckt habe. Kleiner Hinweis vorab: Alle drei Bücher interessieren mich persönlich sehr, gelesen…

  • [FürMehrAustausch] 10 lesenwerte Artikel über Bücher, Sprache und Lesen

    Für alle, die diese Woche auf dem Weg zur Buchmesse in einer verspäteten Bahn zusätzlich gewonnene Lesezeit haben (es ist alles eine Frage des Blickwinkels) und alle Daheimgebliebenen, die auf der Suche nach interessanten Blogposts und Zeitungsartikeln sind, habe ich mal ein paar fantastische Beiträge gesammelt: 10 lesenswerte Artikel [Plottideen zur LBM] Den Anfang macht Johannes Franzen, der auf 54Books fünf Romanideen zur LBM verschenkt. Ich wette, dass wir in den kommenden Verlagsprogrammen mindestens drei davon wiederentdecken werden! [Minimalismus bei Büchern] Anabelle hat sich Gedanken zum Minimalismus bei Büchern gemacht. Ehrlich gesagt traue ich mich gar nicht recht, den Beitrag zu lesen, weil ich auch was in die Richtung schreiben…

  • [Fundstück] Sich verändernde Sprache und Wirklichkeit

    Heute gibt es bei mir mal wieder ein Fundstück aus dem Netz, über das ich vor kurzem gestolpert bin. Es geht dieses Mal nicht um Literatur, sondern um Sprache, aber auch daran hab ich studienbedingt natürlich ein großes Interesse. In der Taz schrieb Waltraud Schwab „Debatte Sprache und Paragraph 219a Es gibt kein „ungeborenes Leben“ Die Sprache von Abtreibungsgegner*innen reduziert Frauen zum Container des Embryos. So gerät ihr Recht auf Selbstbestimmung in Gefahr.“ Quelle: Taz Sie beschäftigt sich in dem sehr lesenswerten Kommentar mit dem Begriff und der Nutzung von „ungeborenem Leben“ und zeigt einerseits den biologischen Widerspruch auf, den der Begriff beinhaltet, über den aber selten gesprochen wird, und…

  • [Rezension] Kolumnensammlung: „Die letzten Tage des Patriarchats“ von Margarete Stokowski

    Mit Spannung haben wir alle das nächste Buch von Margarete Stokowski erwartet. Warum ich das Buch einerseits inspirierend fand und andererseits ein wenig enttäuscht wurde, erfahrt ihr im Folgenden. Die letzten Tages des Patriarchats von Margarete Stokowski Die Lektüre von Untenrum frei!, Margarete Stokowskis erstem Buch, war wie eine Offenbarung für mich! Das Buch habe ich seitdem wiederholt empfohlen und mein eigenes Exemplar war immer verliehen. Ich schreibe dies nur, damit klar wird, wie hoch die Erwartungen waren als ich von Die letzten Tage des Patriarchats erfuhr. Zuerst dachte ich nämlich, dass es sich um eine Fortsetzung ihres Buches handelt. Ein wenig enttäuschte mich daher, dass es sich „nur“ um…

  • [Rezension] Bedrückend und schonunglos: „Mercy Seat“ von Elizabeth H. Winthrop

    Als Janna von Kejas-Blogbuch letztes Jahr fragte, wer sich gerne an einem kleinen Wanderbuch beteiligen möchte, war ich sofort neugierig. Mercy Seat hätte ich von mir aus wahrscheinlich nicht gelesen, obwohl die Thematik interessant ist. Allerdings ist die Geschichte auch nicht ohne… Mercy Seat von Elizabeth H. Winthrop Louisiana 1943: Der schwarze Will Jones soll ein weißes Mädchen vergewaltigt haben. Er wurde rechtskräftig verurteilt und nun soll er auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet werden. Gespannt warten die Einwohner der kleinen Südstaatenstadt auf Mitternacht. Ob das Urteil richtig ist und was der örtliche Ku-Klux-Klan damit zu tun hat, fragt sich kaum jemand. Auch nicht, ob man dabei ist einen jungen Mann…

  • [Rezension] Hinter der Fassade des Bildungsbürgertums: „Kampfsterne“ von Alexa Hennig von Lange

    TW: ganz unten Lange hat mich ein Roman nicht mehr so in seinen Bann gezogen. Neben Hinterhofleben (hier geht’s zu meiner Rezension) und Der plötzliche Todesfall gehört Kampfsterne für mich zu den aktuellen Romanen, die die Gesellschaft in ihrer Analyse so zerrissen wie realistisch darstellen. Kampfsterne von Alexa Hennig von Lange 1985, in einer gutbürgerlichen Vorstadtsiedlung. Drei Familien konkurrieren um den perfekten Schein, wenn es schon das perfekte Leben nicht sein kann. Was die Eltern in ihrem Leben nicht erreichen konnten, das müssen die Kinder nun anstreben. Und das Versagen der Eltern kompensieren, ob es nun die verlorenen Träume oder die angestrebte Lebensrealität sind.  Der Spagat zwischen innerer Zerrissenheit und äußerer Fassade…

  • [Rezension] Über Wahrnehmung und gefühlte Wahrheit: „Nichts, was uns passiert“ von Bettina Wilpert

    Nichts, was uns passiert ist eines von fünf Büchern, die ich im Rahmen der Jury-Bewertung für den Bloggerpreis Das Debüt lese. Meine Gesamtbewertung und auch den Vergleich der Bücher veröffentliche ich ab dem 6. Januar. TW: Vergewaltigung, Rape Culture, Victim blaming Nichts, was uns passiert von Bettina Wilpert Es ist Sommer in Leipzig und alle fiebern der WM entgegen. Nur Anna interessiert sich für Fußball gar nicht. Lieber trifft sie Freunde, die leider alle die Spiele schauen wollen. Als sie dabei Jonas kennenlernt, mag sie ihn gleichzeitig und auch wieder nicht. Immer weiter diskutieren die beiden, treffen sich, suchen die Nähe zu einander. Es soll nur ein One-Night-Stand sein, doch es…