Rezension

Ein Leben in Bildern: „Hawking. Sein Leben als Graphic Novel“ von Jim Ottaviani und Leland Myrick

Durch die Rezension von Tina wurde ich auf diese Graphic Novel aufmerksam und durfte sie mir freundlicherweise von ihr leihen. Ich selbst habe sie innerhalb weniger Tage verschlungen und danach direkt an den Freund weitergereicht.

Hawking. Sein Leben als Graphic Novel

Stephen Hawking ist eine bekannte Persönlichkeit, nicht nur aufgrund seiner bahnbrechenden wissenschaftlichen Arbeit. Sein Werdegang und sein Leben faszinieren und so gibt es zahlreiche Biographien oder Artikeln über seine Person. Dennoch lohnt sich ein Blick in Hawking. Sein Leben als Graphic Novel!

Nach kurzen Eindrücken zu Hawkings Geburt und seiner kindlichen Entwicklung (den Bezug zu Galileo fand ich unnötig), werden Schul- und vor allem Studienzeit Hawkings ausführlich geschildert. Immer wieder wird dabei Persönliches mit beruflichem Werdegang verknüpft, auch wenn der Fokus vor allem auf der beruflichen Karriere liegt. (Astro-)Physikalische Theorien werden zumeist nur rudimentär erklärt. Stattdessen werden andere Theorien und Denker vorgestellt, das Werk Hawkings in den wissenschaftlichen Kontext eingeordnet und es wird die Entwicklung wissenschaftlicher Theorien im Zusammenspiel mit verschiedenen Denkschulen und auch gegensätzlichen Meinungen skizziert. Das fand ich die große Stärke dieser Graphic Novel, die vor allem einordnet und nicht so sehr neues über das Leben Hawkings erzählt.

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Schilderung familiären Alltags

Schicksalsschläge und familiäre Probleme werden nicht in den Mittelpunkt der Erzählung gestellt, aber auch nicht unter den Tisch gekehrt. So erhält man als Leser:in einen guten Eindruck über das Leben Hawkings. In wenigen Szenen wird auch die persönliche Belastung von Jane Hawking angerissen, auch wenn diese meiner Meinung nach in dem biographischen Film Die Entdeckung der Unendlichkeit wesentlich ausführlicher und empathischer geschildert wird. Dennoch rundeten gerade diese Blicke über die Person Stephen Hawkings hinaus die Graphic Novel für mich ab.

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Darstellung von komplexen Theorien und historischer Entwicklung

Vom Stil her konzentriert sich die Graphic Novel eher auf die Vermittlung der komplexen Zusammenhänge einer Biographie. Die Bilder sind detailreich, aber nicht überladen, und zeigen sowohl historische Begebenheiten als auch den Alltag der Familie Hawking. Besonders beeindruckten mich die Darstellungen der astrophysikalischen Theorien, die sicherlich zum schwierigsten Part einer solchen Erzählung gehören. Durch die Mischung an Tafelbildern, historischen Figuren und erläuternden Denkblasen konnte ich – als absolute Laiin in diesem Feld – trotzdem einen guten Eindruck von der Tiefe und Komplexität des vorgestellten Wissenschaftsfeldes erhalten.

Fazit: Eine umfangreiche bildhafte Biographie über Stephen Hawking, die nicht nur für Einsteiger ins Thema geeignet ist! 


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Hawking. Sein Leben als Graphic Novel
Texte von Jim Ottaviani
Artwork von Leland Myrick
Kolorierung von Rachel Polk
aus dem Englischen von Ebi Naumann
303 Seiten, gebunden
erschienen im September 2019
Rowohlt

Herzlichen Dank an Tina für die Leihgabe!

2 Kommentare

  • Tina

    Hey Jennifer,

    mir war es ein Tick zu viel Wissenschaft und zu wenig Mensch. Das weißt du ja bereits.
    Ich finde es schön, dass wir beide auch den Film bennen, der mir wirklich gut gefallen hat. Gerade in Bezug auf seine Frau gebe ich dir absolut recht.

    Liebe Grüße
    Tina

    • Jennifer

      Liebe Tina,
      ich finde es immer interessant, wenn so kleine Unterschiede die Bewertung eines Buches verändern. Ich persönlich fand gerade die Verbindung zwischen Mensch und Wissenschaft gelungen.
      Aber den Film fand ich tatsächlich emotionaler, da gebe ich dir Recht!
      Liebe Grüße
      Jennifer

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