Literatur & Lesung

[Ankündigung Leseprojekt] Herrndorfs „Arbeit & Struktur“ in Echtzeit lesen

Schon vor zwei Jahren habe ich mir Wolfgang Herrndorfs Arbeit & Struktur gekauft und seitdem warte ich auf den richtigen Moment es zu lesen. Weil aber der eine passende Moment doch nie kommt, wollte ich mich endlich mal zum Lesen animieren und habe darüber nachgedacht, wie man Arbeit & Struktur eigentlich angemessen lesen kann.

Der Hintergrund

Für alle, die den Hintergrund nicht kennen: Wolfgang Herrndorf erhielt im Februar 2010 eine Diagnose über einen bösartigen Hirntumor. Er zog sich (verständlicherweise) daraufhin sehr aus der Öffentlichkeit zurück. Weil aber, nach eigener Aussage, Freunde und Familie ihn sehr oft besorgt nach seinem Zustand fragten, startete er seinen Blog als eine Art öffentliches Tagebuch. Dieser sollte ihm Struktur im Alltag geben und neben seiner gesundheitlichen Entwicklung ging es natürlich auch um sein literarisches Schaffen. Herrndorf startete seinen Blog am 8. März 2010 und veröffentlichte dort kleinere Einträge, durch die man spannende Einblicke in seinen Alltag erhält. Auf seinen Wunsch hin erschienen die gesammelten Einträge posthum bei Rowohlt als Buch. Alle Interessierten konnten so seinem letzten Lebensabschnitt beiwohnen.

Die Idee

Natürlich kann man Herrndorf auch wunderbar am Stück lesen, Teile seines Blogs habe ich bereits in einem Seminar über „Erzählpoetiken der Gegenwartsliteratur“ gelesen. Ich finde es aber spannender, Herrndorf rückwirkend quasi live zu beobachten und sich beim Lesen der jeweiligen Abschnitte an den Tag des Erscheinens zu halten. Dabei liest man vielleicht auch einmal einen Beitrag etwas verspätet, wie man es auch 2010 hätte machen können. Aber man liest eben nicht vor, sondern lässt sich von der Zeit ein wenig im Lesefluss bremsen.

Wann geht es los?

Der erste Eintrag startet wie beschrieben am 8. März 2010 und daher werde ich ab 8. März 2019 zu lesen beginnen. Wer mag, kann es mir gerne gleichtun, es wird auch einen Sammelbeitrag geben, der, nicht täglich, aber doch regelmäßig aktualisiert wird. Dort, oder auch in den sozialen Medien, können wir uns gerne austauschen.

Am 8. März geht’s los! Wer ist dabei?

6 Kommentare

  • Cathy

    Ich habe das buch vor einigen Jahren gelesen und es ist … so viel. Es ist Herrndorf, seine Art zu schreiben ist einfach schon so großartig. Es ist profan, überwältigend, schwer, bedrückend, lustig.

    Finde deine Leseidee total super. Denke ich steige Anfang März einfach noch mal mit ein.

    • Jennifer

      Liebe Cathy,
      nun schaffe ich es auch mal auf meinem eigenen Blog, dir zu antworten 😀
      Ja, das Buch ist wirklich … viel. Ich kenne Auszüge aus dem Seminar, aber chronologisch habe ich es noch nie gelesen und das möchte ich nun nachholen.
      Ich würd mich freuen wenn du mitmachst, auch wenn es nur sporadisch sein sollte oder so 🙂
      Liebe Grüße
      Jennifer

  • Lili

    Hmmm…. Würde wirklich gerne mitmachen, habe das Buch auch schon länger vor zu lesen. Und irgendwie, nachdem ich Tschick gelesen und „Bilder deiner großen Liebe“ im Theater gesehen habe, wäre es doch schon irgendwie angemessen. Ja, ich denke ich werde auch dabei sein. Schreibe ich mir direkt in meinen Planer. Echt coole Idee, freue mich auch auf den Austausch 🙂

    Lili

    • Jennifer

      Liebe Lili,
      es würde mich freuen, wenn du mitmachst!
      Tschick habe ich selbst noch gar nicht gelesen, dafür aber Bilder deiner großen Liebe tatsächlich auch gelesen und dann noch einmal im Theater gesehen. Ich bin schon sehr gespannt auf Arbeit und Struktur, da mir die Auszüge, die ich kenne, wirklich gut gefallen haben!
      Viele Grüße
      Jennifer

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