• [Quick-Tipp] Übers Scheitern: „Wie man es vermasselt“ von George Watsky

    Da es heute viel zu warm zum Denken war, kommt hier ein knackiger Quick-Tipp für euch: 13 kurze Geschichten von George Watsky über das eigene Scheitern und Unperfektion! Wie man es vermasselt von George Watsky George Watsky, eigentlich eher als Hip-Hop-Musiker bekannt, erzählt in 13 kurzen Geschichten aus seinem Leben. Den Stil und die Sprache empfand ich als sehr klar und angenehm, ich konnte mit den Geschichten trotz vollem Kopf wunderbar abschalten. Die Geschichten sind, zumindest wenn ich es richtig in Erinnerung habe, nicht in chronologischer Reihenfolge, was mich manchmal von der Abfolge her ein wenig irritierte. Teilweise ähneln sich bestimmte Erzählung auch sehr, weil sie natürlich immer wieder das…

  • [Rezension] Das Scheitern als Lebensform: „So oder so ist das Leben“ von Benedikt Feiten

    Manche scheitern an kleinen Aufgaben, manche am gesamten Leben. Benedikt Feitens Figur des Anton Lobmeiers gehört zu letzterer Gruppe. Den Roman kann man jedoch nicht als gescheitertes Werk bezeichnen. So oder so ist das Leben Anton Lobmeier hat es nicht leicht: Was er auch anpackt geht schief. Als seine Beziehung zerbricht, seine beste Freundin von einem Tag auf dem anderen von der Bildfläche verschwindet und seine Mutter unerwartet verstirbt, beschließt er von nun an aus dem Scheitern eine Kunst zu machen. Er kündigt seinen Arbeitsplatz und fährt von nun an Pizzen aus. Und entdeckt, dass es im Leben um mehr geht als den schönen Schein. Denn im Scheitern liegt eine…

  • [Fundstück] Sich verändernde Sprache und Wirklichkeit

    Heute gibt es bei mir mal wieder ein Fundstück aus dem Netz, über das ich vor kurzem gestolpert bin. Es geht dieses Mal nicht um Literatur, sondern um Sprache, aber auch daran hab ich studienbedingt natürlich ein großes Interesse. In der Taz schrieb Waltraud Schwab „Debatte Sprache und Paragraph 219a Es gibt kein „ungeborenes Leben“ Die Sprache von Abtreibungsgegner*innen reduziert Frauen zum Container des Embryos. So gerät ihr Recht auf Selbstbestimmung in Gefahr.“ Quelle: Taz Sie beschäftigt sich in dem sehr lesenswerten Kommentar mit dem Begriff und der Nutzung von „ungeborenem Leben“ und zeigt einerseits den biologischen Widerspruch auf, den der Begriff beinhaltet, über den aber selten gesprochen wird, und…

  • [Rezension] Über Freundschaft, Erwachsenwerden und Lebensträume

    Als wir unbesiegbar waren von Alice Adams Sommer, 1995. Die vier Freunde Eva, Benedict, Sylvie und Lucien verleben ihren letzten gemeinsamen Sommer. Denn das Ende ihrer Studienzeit markiert den Wendepunkt in ihrer aller Leben. Während die einen feste Pläne für ihr Leben haben, geben die anderen sich unerreichbaren Träumen hin. Doch mit der Zeit und den Veränderungen, die eintreten, driften ihre Beziehungen auseinander. Jeder von ihnen erlebt alleine Höhe- und Tiefpunkte und alle fragen sich, warum es so schwer ist, Freundschaft am Leben zu erhalten? Was bereut man im Leben? Alice Adams erzählt in ihrem Debütroman einerseits von Freundschaft, aber auch vom Verlust der Jugend und Unbeschwertheit. Über 20 Jahre…