Rezension

[Quick-Tipp] Übers Scheitern: „Wie man es vermasselt“ von George Watsky

Da es heute viel zu warm zum Denken war, kommt hier ein knackiger Quick-Tipp für euch: 13 kurze Geschichten von George Watsky über das eigene Scheitern und Unperfektion!

Wie man es vermasselt von George Watsky

George Watsky, eigentlich eher als Hip-Hop-Musiker bekannt, erzählt in 13 kurzen Geschichten aus seinem Leben. Den Stil und die Sprache empfand ich als sehr klar und angenehm, ich konnte mit den Geschichten trotz vollem Kopf wunderbar abschalten. Die Geschichten sind, zumindest wenn ich es richtig in Erinnerung habe, nicht in chronologischer Reihenfolge, was mich manchmal von der Abfolge her ein wenig irritierte. Teilweise ähneln sich bestimmte Erzählung auch sehr, weil sie natürlich immer wieder das eigene Scheitern (was für ein großes Wort!) im Kleinen zeigen. Was ich toll fand, war der Wechsel zwischen Erfolg und Misserfolg, und irgendwie war es auch spannend, dass die übliche Abfolge mit Happy End umgedreht wurde. Dadurch bekamen die Geschichten einen irgendwie sehr nachdenklichen und tiefsinnigen Touch, obwohl sowohl Sprache als auch Stil eigentlich sehr locker sind. Auf jeden Fall ist das Buch super für Zwischendurch, wenn man eigentlich nur ein wenig den Kopf frei bekommen möchte.

Mid-City ist ein Stadtteil von Los Angeles, der vor allem dafür bekannt ist, dass er zwischen anderen Stadtteilen liegt. Im Norden und Süden eingerahmt von je einem -wood (Holly- beziehungsweise Ingle-), im Osten von Downtown, im Westen von Santa Monica, liegt Mid-City, das Oklahoma von L.A., genau in der Mitte der Stadt. Ich wohnte dort nach der Uni ein Jahr lang mit ein paar Freunden zusammen in einer Gegen, die vor kurzem durch eine Reihe brutaler Schießereien auf offener Straße bekannt geworden war und die außerdem die weltweit höchste Dichte an Reifenhändlern aufwies. Falls ich jemals fürs städtische Tourismusbüro arbeiten sollte, hätte ich schon den passenden Slogan: „Mid-City: Nicht gerade familienfreundlich – bis auf die Mietpreise.“

Wie man es vermasselt, Seite 7

Viele der Geschichten handeln vom Erwachsen werden, vom Traum selbst Musik zu machen, daneben bekommt man auch ein wenig nordamerikanisches Großstadtfeeling. Vor allem aber handeln die Geschichten vom Alltag: Erzählt wird zwar auch von besonderen Situationen und Wendepunkten, die Fehlschläge dagegen erzählen vom alltäglichen Scheitern und wieder aufstehen.

Fazit: 13 kurzweilige Erzählungen vom Scheitern und dem Versuch Erwachsen zu werden. George Watsky erzählt von kleinen Triumphen und alltäglichen Fehlschlägen. Wunderbar für zwischendurch, gleichzeitig erstaunlich tiefsinnig. 


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Wie man es vermasselt von George Watsky
333 Seiten
Diogenes

Herzlichen Dank an Diogenes für das kostenfreie Leseexemplar!

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