Veranstaltungshinweis

#Museumsnacht – 5 Literarische Tipps für Leizpig

Am kommenden Samstag ist wieder Museumsnacht in Leipzig und es gibt so einiges zu entdecken. Ich erinnere mich noch gut, wie ich mich letztes Jahr gefühlte 3 Stunden durch das Programm gewühlt habe. Daher dachte ich, dass ich euch für dieses Jahr ein paar literarische Orte für die Museumsnacht mitgebe, die ich aus den letzten Jahren teils schon kenne! Sicher ist das eine oder andere Interessante für euch dabei. Ob nun zur Museumsnacht oder dem nächsten Leipzig-Besuch!

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Deutsche Zentralbücherei für Blinde

In der Deutschen Zentralbücherei für Blinde bekommt man ein Gefühl für die Brailleschrift vermittelt: Hier werden Bücher für Blinde hergestellt. Wie schwierig es ist, ein normales Buch mit der viel größer zu setzenden Brailleschrift zu drucken, kann man sich erklären lassen und sich gleich ein paar Beispiele ansehen. Auch der Unterschied zwischen Vollschrift und Kurzschrift wird geduldig erklärt. Außerdem hat man die Möglichkeit, sich verschiedene Lernmaterialien zum Erlernen der Schrift für Blinde und Sehende (oftmals Angehörige) anzuschauen. Diese sind farbig und sehr liebevoll gestaltet. Zudem werden auch Spiele für Blinde vorgestellt. Und wer jetzt denkt, Blinde spielen womöglich anders, der irrt: Es gibt Schach und Mühle sowie weitere bekannte Spiele, Felder und Figuren müssen nur ertastbar sein.

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Ein besonderes Highlight sind die Braille-Schreibmaschinen, mit deren Hilfe man vor Ort eine Postkarte in Brailleschrift schreiben kann. Auf dem unteren Rand wird das Braille-Alphabet gezeigt, sodass der Empfänger ein wenig fühlen und rätseln darf. Braille-Post wird in Deutschland übrigens als „Blindensendung“ kostenlos versandt!

Ein Besuch lohnt sich schon alleine deshalb, weil die Zentralbücherei für Blinde normalerweise nur für Gruppenführungen öffnet.

Programm der Deutschen Zentralbücherei für Blinde

Ägyptisches Museum

Die ägyptische Sammlung der Universität Leipzig ist etwas für Orient-Fans. Mir hat es besonders der Raum zur Entstehung der Schrift angetan. Er mag nur sehr klein sein, aber sehenswert sind die wie Runen wirkenden Briefe und Kaufverträge aus alter Zeit, die winzig klein anmuten, trotzdem. Das Ägyptische Museum sollte in dieser Aufzählung daher nicht fehlen, ich möchte aber darauf hinweisen, dass Sonntags regelmäßig Führungen stattfinden und man in mancher davon etwas zum Beamtentum und der Schulbildung Ägyptens lernt und dabei auch lange in diesem Raum verweilt.

Programm des Ägyptischen Museums

Webseite des Ägyptischen Museums inklusive Veranstaltungsplan

Museum für Druckkunst

Wer sich statt für die Schrift lieber für Druckverfahren und -techniken interessiert, der sollte dem Museum für Druckkunst einen Besuch abstatten. Von Gutenberg und der Revolution der Buchverbreitung über alte Drucktechniken, gibt es viel zu erfahren. Wer nun aber denkt, dass Druckkunst etwas einzig für geschichtlich Begeisterte ist, der irrt: In der aktuellen Ausstellung werden Schriftentwürfe junger Grafiker aus dem In- und Ausland gezeigt. Denn Schriftarten und -bilder verändern sich konstant, brauchen werden wir sie aber hoffentlich noch lange!

Programm des Museums für Druckkunst

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Deutsches Buch- und Schriftmuseum

Im Deutschen Buch- und Schriftmusem der Deutschen Nationalbibliothek dreht sich alles um die Schrift als Medium. Von ihren späten Anfängen über Typografie bis hin zu Buch- und Kunstdruck erfährt man allerhand Wissenswertes in der Ausstellung „Zeichen – Bücher – Netze: Von der Keilschrift zum Binärcode“. Hier wird die Fortschrittsleistung Guttenbergs hinterfragt, Zensuren aufgezeigt und Buchkunst präsentiert. Schließlich endet die Ausstellung zeitlich im 20. Jahrhundert, in welchem ein Wandel in der Medienentwicklung stattfand. Wer die Hauptausstellung über die 5000 Jahre lange Mediengeschichte der Menschheit bereits kennt, kann in die oftmals sehr klein gehalten aber nicht minder interessante Wechselausstellung gehen. Der Besuch einer Führung lohnt sich in beiden Fällen, denn man erfährt zusätzliche Zusammenhänge und Hintergründe.

Programm des Buch- und Schriftmuseums

Zum Arabischen Coffee Baum

Eines der ältesten durchgehend geöffneten Caféhäuser Europas. Und wo Kaffee ausgeschenkt wird, da versammelt man sich gerne. Einige Literaten haben in der Vergangenheit hier ihre Müdigkeit bekämpft (oder etwa direkt Alkohol konsumiert?). Dazu erfährt man auch noch ein wenig über den Kaffeeschmuggel der Sachsen und den berüchtigten Blümchenkaffee. Kehrt man hier als Tourist ein, bemerkt man die Vitrinen an den Wänden kaum, in einer halbstündigen Führung erfährt man dagegen allerhand.


Welche der Museen kanntet ihr schon? Was davon interessiert euch am meisten?

Habt ihr noch weitere Programmtipps für die Museumsnacht 2018? Schreibt sie mir gerne, sodass auch andere von euren Erfahrungen profitieren können!


Museumsnacht am 5. Mai ab 17:30 Uhr
Informationen und Programm, Karten vorab oder an der Abendkasse

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(c) Kulturamt Stadt Leipzig

Bilder: Symbolbilder

6 Kommentare

  • Isabell

    Hey 🙂
    Ich glaube, dass ich nur für das Ägyptische Museum mal von Hamburg nach Leipzig kommen muss. Ich bin ein absoluter Ägypten Fan und liebe es irgendwelche Ausstellungen zu besuchen oder weitere Museen. Wobei ich glaube, dass das Museum in Leipzig natürlich nicht das Ägyptische Museum in Kairo toppen kann 😉
    Aber es ist immer wieder schön, dass man auch hier Museen über Ägypten besuchen kann um sich einfach weiterzubilden, denn in Kairo reicht ein Tag in dem Museum nicht aus.
    Aber ich muss auch sagen, dass sich die anderen Museen total interessant anhören und das da eine Menge bei ist, was ich mir selbst gerne angesehen hätte.

    Liebe Grüße
    Isabell

    • Jennifer

      Hi Isabell,

      nein, das Museum in Kairo können wir hier wohl eher nicht toppen! 😀
      Eigentlich ist es auch gar kein richtiges Museum, sondern die Sammlung der Universität. Aber es gibt immer interessante Führung für Laien und um mal in die ägyptische Welt einzutauchen ist es ein guter Start.
      Ansonsten bist du ja vielleicht mal zur Buchmesse oder so in der Stadt und dann kannst du die Museen nebenbei abklappern 😉
      Die sind nämlich aus unterschiedlichen Gründen alle wirklich hochinteressant!
      Viele Grüße
      Jennifer

  • Nicole

    Ein richtig toller Beitrag. Ich besuche ja auch gerne Museen und finde es immer schade, wenn ich höre, dass man sowas als langweilig abtut, denn das sind Museen überhaupt nicht mehr. Die Betreiber lassen sich da immer viel einfallen und verwenden auch die unterschiedlichsten Medien um Geschichte spannend rüber zu bringen.

    Gerade für das alte Ägypten habe ich ja einen Faible. War in meinem London Urlaub deshalb auch im British Museum, wo ich mir die ägyptische Ausstellung, vor allem die Mumien angeschaut habe. Blöd war nur, dass wir den Besuch nur an einem Samstag untergebracht haben bzw. zu dem Zeitpunkt in der Nähe des Museums waren, sodass das Zeitlich perfekt war. Damit war die Ausstellung aber sehr überlaufen, was mir dann schon zu viel des Guten war. Entspannt die Stücke betrachten war da nicht drinnen. Deshalb möchte ich auch unbedingt noch mal in Deutschland in ein ägyptisches Museum. In Leipzig war ich ebenfalls noch nicht, aber wenn ich dort mal Urlaub mache, weiß ich was für mich zum Pflichtbesuch wird.

    Lg Nicole // Litnetzwerk

    • Jennifer

      Liebe Nicole,
      vielen Dank für deinen Zuspruch! Dieser Beitrag lag mir sehr am Herzen, ich gehe total gerne in Ausstellungen.
      Und ich gebe dir absolut recht: Keine Ausstellung gleicht der anderen und man lernt immer wieder Neues und nimmt neue Eindrücke mit.

      Zu unserem Museum hier möchte ich aber noch drauf hinweisen, dass die Ägyptische Sammlung zur Uni Leipzig gehört und nicht soo eine riesige Ausstellung beinhaltet. Interessant ist es aber trotzdem, vor allem, wenn man sich gleich noch eine Führung durchs Haus anschaut 🙂
      Viele Grüße
      Jennifer

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