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[MF] Alles für die Klicks?

Es war schon eine Weile ein wenig ruhiger hier, weil ich gerade beruflich viel zu tun habe. Außerdem fängt in dieser Woche die Uni wieder an und auch darauf musste ich mich ein wenig vorbereiten. Die heutige Montagsfrage vom Buchfresserchen hat mich jedoch neugierig gemacht und ich wollte sie nutzen, um mir mal wieder ein paar Gedanken über das Bloggen zu machen:

Wie viel bedeuten euch beim Bloggen über Bücher die Zahlen? Follower, Likes, Shares…macht ihr euch etwas daraus?

Eine sehr spannende Frage! Ich habe ja vor einer Weile erst angefangen zu bloggen und dennoch hat sich bei mir der Blickwinkel seitdem sehr verändert. Das liegt auch daran, dass ich die Statistik bei WordPress bereits seit einer Weile kritisch beäuge und mir dort einige Dinge aufgefallen sind. Im Folgenden will ich euch ein wenig an meinen Erfahrungen teilhaben lassen und zudem mal ein wenig allgemein auf das Phänomen „Leser“ eines Blogs eingehen 😉

Ich schreibe nur für mich selbst

Natürlich lieben wir alle Bücher. Und natürlich ist die erste Motivation der meisten von uns, ihre Liebe von oder ihre Begeisterung zu Büchern zu teilen.

Dennoch freut man sich über Leser. Ich war total aus dem Häuschen, als das erste Mal jemand „Fremdes“ – also kein Freund, keine Familie – einen Beitrag mit Sternchen markierte. Eine lange, lange Zeit war ich bei jedem neuen Kommentar so aufgeregt, dass ich ihn sofort beantworten musste. Egal, ob ich gerade im Büro war, in der Bahn saß oder eigentlich Unikram machen sollte. Die Aufregung ist da. Jemand liest, was man selbst schrieb, jemand findet es gut oder kommentiert es sogar. Ich denke, man freut sich immer über positive Bestätigung! Jede andere Aussage wäre eine Lüge.

Dennoch lässt natürlich die Freude über den einzelnen Leser mit der Zeit ein wenig nach. Nicht, dass sie nicht wichtig wären. Man freut sich über jeden einzelnen. Aber wenn an drei Tagen hintereinander jeweils 20 Personen den Blog besuchen, fragt man sich am vierten Tag, warum es „nur noch“ 15 Personen waren. Auch das ist menschlich. Wir vergleichen mit unseren Erfahrungen, wir vergleichen uns mit anderen – gerade in der Bloggerwelt sogar enorm, wie mir manchmal scheint.

Was gibt es denn da alles für Zahlen?

WordPress bietet da ja im Vergleich zu Blogspot (zumindest habe ich das so gehört, korrigiert mich gerne, wenn ich falsch liege) jede Menge Zahlen. Aber was ist das alles überhaupt Wert?

Aufrufe: Sehen auf den ersten Blick oft sehr gut aus, aber bei genauerem Nachdenken gibt die Zahl alleine wenig her. Ich meine, alleine schon die SPAM-Kommentare und einmalige Suchmaschinenaufrufe rauszurechnen, nimmt den Aufrufen ein wenig von ihrem Glanz.

Besucher: Besucher sind was feines, da sind wir uns wohl alle einig. Aber auch diese Zahl ist trügerisch. Wie oft lese ich selbst einen fremden Blog auf dem Handy und kommentiere dann abends vom PC. Da bin ich also schon mal 2 Aufrufe. Machen andere bestimmt so auch bei mir.

Kommentare: Das ist mal eine interessante Kategorie. Ich finde Kommentare fast wichtiger als alles andere zusammen. Da merkt man, ob man einen Nerv getroffen hat, ob das Thema andere genug interessiert. Ob nun heiße Diskussion oder kurze Bestätigung, ich finde an Kommentaren merkt man die Interaktion, die wir uns alle so wünschen.

Likes: Die wohl sinnfreieste Zahl, die WordPress ausspuckt. Klar sind auch die Likes oder Sternchen erst mal Zustimmung. Aber die ist eben auch einfach verteilt. Wie oft werden wohl Sternchen vergeben, einfach um „Ich war da“ zu sagen? Wie oft nachdem man einen Artikel nur kurz überflogen hat?

Und der ganze statistische Rest:

Ob es nun die einzelnen aufgerufenen Seiten sind oder die Referrer (von wo kommt ein Besucher?) oder Klicks (wo geht er hin? Also auf welchen Link klickt er) all diese Zahlen versprechen uns objektive Aussagen über unseren Blog, unsere Reichweite. Was man nie vergessen darf: Solche Statistiken sind erst dann wirklich aussagekräftig, wenn man einen längeren Zeitraum betrachtet. Hatte ich einen einzelnen verdammt guten Tag im Monat oder habe ich immer relativ hohe Besucherzahlen ohne Ausreißer nach unten oder nach oben. Das macht dann auf den längeren Zeitraum betrachtet einen deutlichen Unterschied.

Sind Zahlen objektiv?

Natürlich schaut man sich selbst seine Statistik hin und wieder an. Guckt mal nach, wie die Aufrufe so sind, denkt darüber nach, ob man anhand der Klicks erkennen kann, was Leute gerne lesen möchten. Ich mache das auch regelmäßig. Dennoch was mich am glücklichsten macht (neben Lesern natürlich) sind die Kommentare. Dort bekomme ich ein direktes Feedback – ob nun positiv oder negativ.  Man freut sich, wenn andere die eigenen Beiträge weiterempfehlen, denn auch daraus spricht ja ein Lob. Und natürlich freut man sich auch über Follower, über regelmäßige Gesichter, quasi. Wir alle schreiben ja bewusst ins Internet und nicht daheim in ein Notizbuch.

Dennoch sollte man sich immer bewusst machen, dass diese Zahlen sehr trügerisch sein können. Und wenig aussagen. Ich freue mich über meine Leser. Aber ich versuche mich nicht davon abhängig zu machen. Ich schreibe nicht, weil ich glaube, dass ein Beitrag gut ankommen wird. Ich schreibe vor allem wann und worauf ich Lust habe 🙂

 

16 Kommentare

  • Nela | Livricieux

    Eine tolle Herangehensweise an die Frage, Jennifer! 🙂
    Am Ende des Tages sind die Statistiken einfach nur Zahlen, aber wie du auch so schön gesagt hast, zählt die Freude an der Sache und die lieben Menschen hinter den Blogs mehr.
    Grüessli, Nela

    • Jennifer

      Hi Nela,
      Ja, ich finde das wichtig, sich das auch immer wieder selbst bewusst zu machen. Zahlen wirken halt immer so aussagekräftig, wenn WordPress im Admin-Bereich erstmal die Statistik aufmacht, guck ich auch im ersten Moment mal hin. Und ärger mich dann meist, das ich mich so schnell einfangen lasse…
      VG Jennifer

  • Trinas Bücherwelt

    Liebe Jennifer,
    mir gefällt dein Beitrag sehr gut. Ich bin mit meinem Blog noch relativ neu im Bloggerleben und kenn den anfänglichen Freudenschrei bei jedem neuen Leser, Kommentar oder Follower sehr gut 🙂 aber am Ende und damit hast du vollkommen Recht schreibst du nicht um es anderen Recht zu machen und da sind Zahlen nicht wichtig.

    LG

    • Jennifer

      Huch, irgendwie wurde meine Antwort gar nicht gesendet!
      Ich freue mich auch über jeden neuen Follower, über jeden Kommentar. Aber irgendwann realisiert man eben, dass man nicht das reale Leben immer schleifen lassen kann, um mal schnell virtuell zu leben. Außerdem trügen diese Zahlen eben oft. Wegen eines Besuches in der Woche weniger sollte sich also wirklich niemand verrückt machen, wie ich es schon bei einigen erlebt habe.
      Es ist ein Hobby und sollte daher primär Spaß machen 🙂
      Viele Grüße
      Jennifer

  • meinereisezumeigenenbuch

    Hallo Jennifer,
    ich stimme dir zu, dass man es zwar nicht wirklich für andere tut, aber Kommentare freuen mich auch immer enorm 😉
    Am schönsten war bei mir der Moment, an dem Fremde Menschen meinem Blog folgen wollten. Das habe ich dann gleich ganz stolz meinem Mann berichtet 😀 Und so ist es immer noch jedes Mal, wenn jemand den Button klickt. Einfach, weil es sich anfühlt, als würde die Person sagen: „Deine Artikel gefallen mir und ich will in Zukunft mehr lesen.“
    Wie schön <3
    LG, Daniela

  • kleiner Komet

    Finde interessant, dass du dem Liken auf dem Blog wenig Wert beimisst, finde es nämlich manchmal schade, dass ich keinen habe, hoste ja selbst, müsste ihn extra per Plugin irgendwie herbei zaubern.
    Ich klicke wirklich nur drauf, wenn ich den kompletten Beitrag bis zum Ende gelesen habe und finde als Leser auch ganz interessant, wenn ich einen der anderen kleinen Logos erkenne und mir denke, ach die war auch hier 😉 Fühlt man sich doch gleich viel mehr Zuhause.

    Bei Kommentaren bin ich auch nach fast zwei Jahren ganz aus dem Häuschen, habe aber auch nicht so viele wie du 🙂

    Zu den Besucherzahlen: Finde immer wichtig sie in Relation zueinander zu betrachten, wie du ja auch sagt, über einen längeren Zeitraum. Welche Beiträge waren besonders interessant, was mögen meine Leser, darüber freue ich mich, beeinflusst hat mich das bisher noch nicht.

    Liebe Grüße
    Stephanie

    • Jennifer

      Hallo Stephanie,
      ja, das mit dem Liken ist so eine Sache. Ich like auch nur, wenn ich den Beitrag komplett gelesen habe, aber manchmal denke ich: „Hm, die Rezi war jetzt nicht so toll, aber das Buch, like ich nun trotzdem? Auch um zu sagen, ‚Ich war hier‘?“
      Lustigerweise gucke ich, wenn ich like, oft sogar, wer außer mir noch da war und gelesen hat 😀 So ganz lässt sich das daher nicht von der Hand weisen. Und es sagt ja doch auch etwas über das Interesse aus, ein Like ist eben mehr als ein Aufruf einer Seite, da kann man ja auch mal versehentlich landen und dann gar nicht weiterlesen.
      Seit einiger Zeit lese ich jedoch auch mehr auf Blogspot-Blogs und da kann man ja nicht liken. Seitdem achte ich darauf, wieder mehr zu kommentieren und nicht nur zu liken. Ich glaube, ich nutze die Like-Funktion einfach sehr abhängig von meiner aktuellen Stimmung.

      Was mich an den Besucherzahlendiskussionen oft aufregt, ist, dass Leute traurig über wenig Besucher sind. Dabei lassen sich einige die Beiträge vielleicht per Mail schicken, die werden da ja gar nicht reingezählt und sind eine unbekannte Größe. Andererseits zählt WordPress manchmal Bots oder Spam-Kommentare nicht aus der Statistik raus. Insgesamt ist das Bild so verzehrt und unaussagekräftig, dass man sich da wegen kleineren oder größeren Schwankungen nicht jeden Tag nervös machen lassen sollte. Monatlich zu schauen, was gut lief und was nicht, finde ich dagegen sogar sehr sinnvoll, natürlich soll man sich davon nicht seinen eigenen „Stil“ kaputt machen lassen oder sich verbiegen. Aber ein Blick und ein wenig Nachdenken schadet ja nie…

      Ich hoffe, dass wir alle einfach Großteils zum Spaß bloggen uns denn nicht von ein paar Zahlen kaputt machen lassen 🙂
      VG Jennifer

  • kleiner Komet

    Der Spaß sollte immer im Vordergrund stehen, sehe ich genau so!

    Gerade die WP-Statistiken sind extrem verfälscht. Viele sagen, dass eigentlich nur Piwik oder Google Analytics aussagekräftig sind … habe ich selbst noch nicht ausprobiert.

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