Studium

[Masterarbeit] Verloren in der Theorie

Ende März habe ich euch von meinem etwas holprigen Start in die Masterarbeitsphase erzählt. Ich habe in der Folge viel Zuspruch und viele motivierende Nachrichten erhalten, wofür ich euch sehr dankbar bin! Inzwischen hat sich einiges getan und daher möchte ich euch heute einen weiteren Blick auf meinen Schreibtisch werfen lassen.

Vom wissenschaftlichen Arbeiten und Bibliothekstagen

2018 war ein voll gepacktes Jahr für mich, ich bin umgezogen, hatte ein fantastisches Praktikum in Köln und habe sehr hart und intensiv in meinem Bürojob gearbeitet. Nur eines kam ein wenig kurz und zwar mein Studium. Dementsprechend hatte ich das Gefühl mich noch einmal ganz neu in das wissenschaftliche Arbeiten hineindenken zu müssen. Im April habe ich mich also in die historische Debatte um mein Thema hineingelesen und mir einen genauen Plan gemacht, welche Inhalte ich in meiner Theorie aufgreifen möchte. Glücklicherweise hatte ich in der Bibliothek oft Gesellschaft, da eine gute Freundin von mir zurzeit ebenfalls ihre Masterarbeit schrieb (da wir gemeinsam im Bachelor studiert hatten, konnten wir uns gut austauschen, auch wenn sie inzwischen zu Kommunikations- und Medienwissenschaft gewechselt ist). In den folgenden Wochen ist mein Thema immer weiter gewachsen, weil ich viele spannende Aspekte entdecken konnte. Leider muss man jedoch irgendwann einen harten Schnitt machen und das ist etwas, das mir nicht immer einfach fällt.

Viele Bücher, Aufsätze und die Schwierigkeit, die Literatursuche zu beenden

Im Mai und Juni habe ich jede Menge Aufsätze gelesen, habe weit mehr Seiten zur Theorie geschrieben als ich eigentlich in meiner Arbeit vorgesehen hatte und mich mitunter ein wenig einsam gefühlt. Es ist toll zu sehen, dass man gut vorankommt, wenn man fleißig und konzentriert arbeitet, aber es ist auch schwierig, wenn das Wetter eher dazu einlädt an den See zu fahren und alle anderen den Sommer genießen können. Ich habe versucht, mich in den letzten Wochen einzig auf die Masterarbeit zu konzentrieren, was mir mal mehr mal weniger gut gelungen ist. Zwischendrin habe ich auch ein wenig den Fokus verloren, weil ich einfach immer mehr spannendes Material gefunden habe und mich manchmal nur schwer losreißen konnte, wenn die Aufsätze oder Bücher nicht wirklich zu meinem Thema passten. Glücklicherweise ist meine Betreuerin sehr pragmatisch und hat mich immer wieder zurück zum Thema gelenkt, wenn ich mich komplett in der Theorie verlieren wollte. Als Folge der letzten Monate habe ich nun gut 10 Seiten Theorie zuviel, die ich eigentlich löschen müsste, und einen guten Plan wie meine Analyse rund werden kann.

Wie geht es weiter?

Am vergangenen Montag hatte ich einen sehr guten Besprechungstermin mit meiner Dozentin und habe ihr meine bisherigen Ergebnisse präsentiert. Sie ist mit der Struktur der Arbeit und meinem Vorgehen sehr zufrieden, was mich unglaublich erleichtert. Aktuell habe ich die Theorie in weiten Teilen beendet und muss nur noch alles überarbeiten und anpassen. Mit der Analyse habe ich parallel bereits begonnen und bereits die einfachsten Teilkapitel vorbereitet. Nun kommt der letzte und große Abschnitt: Ich muss die Theorie mit der Praxis verbinden und deutlich machen, wie alles zusammenhängt. Das wird besonders schwierig, weil ich eigentlich gar nicht mehr so viele offene Seiten habe, wie ich für diesen Abschnitt bräuchte. Ich werde also entweder vom Anfang (der Theorie) oder der Mitte (die Analyse) noch einiges kürzen müssen, damit genug Raum bleibt, um meine Gedanken zu entwickeln. Andererseits werden durch das Kürzen hoffentlich die Abschnitte noch besser und die bisher offenen Stellen verschwinden. Ich bin einerseits hochmotiviert, weil ich ein Ende beinahe erahnen kann und langsam auch das Gefühl bekomme, dass diese Arbeit richtig gut wird! Andererseits habe ich auch ein wenig Angst, weil ich das Gefühl habe, dass noch vieles zu tun ist und die Arbeit noch einige Überarbeitung braucht, bis ich sie vorzeigen kann. Zudem habe ich sehr, sehr lange mit der Theorie beschäftigt und nun bleibt nicht mehr so viel Zeit für eine gute und saubere Analyse. Zwar habe ich schon vieles für die Analyse vorbereitet, dennoch habe ich noch ein gutes Stückchen Arbeit vor mir. Ich bin aber sehr entschlossen, nun noch einmal ganz viel Kraft und Konzentration in die Arbeit zu stecken um am Ende ein gutes Ergebnis zu bekommen.


Vielen Dank an dieser Stelle schon einmal an alle, die sich stoisch mein vorwährendes Gejammer rund um lange Bibliothekstage anhören und mich mit Geduld und Rat unterstützen! 🙂 Ich weiß das sehr zu schätzen und hoffe, dass ich mich irgendwann bei euch revanchieren kann!

3 Kommentare

  • Mario Donick

    Was mir beim Schreiben immer half und hilft: erstmal schreiben. Kürzen, umstellen, abrunden kann man immer noch. Und gelöschte Sachen trotzdem irgendwo speichern, wer weiß, wozu man die noch brauchen kann. Viel Erfolg bei der Arbeit!

    • Jennifer

      Ich gebe mein Bestes, aber ab und an muss mnan auch mal überarbeiten und kürzen, sonst verliert man den Überblick, was man schon geschafft hat und was nicht 🙂

  • Nadine

    Ich wünsche dir weiterhin noch ganz viel Erfolg bei deiner Masterarbeit! Meine steht nächstes Jahr an, auch so zwischen März und September und ich habe immer noch keine Ahnung, worüber ich schreiben will.

    Daher freue ich mich immer über Erfahrungsberichte 🙂

    Und lieber zu viel habe und kürzen müssen, als anders herum. Du schaffst das und scheinst auf einem guten Weg!

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