• [Masterarbeit] Eine Idee, ein Anfang und ein schwer einzureichender Antrag

    In den letzten Wochen habe ich mich oft mit anderen über Abschlussarbeiten ausgetauscht. Gerne wurde ich dabei auch nach meiner eigenen Masterarbeit gefragt. Und habe mit meinen Antworten allzu oft für Verwirrung gesorgt: Ja, ich habe bereits begonnen zu schreiben. Nein, also ich schreibe noch nicht am Text, ich lese noch. Also streng genommen recherchiere ich. Ja, ich habe bereits Bücher zuhause, habe einen ersten Entwurf für die Analyse. Ja, ich gehe (un-)regelmäßig in die Bibliothek. Nein, ich habe kein Abgabedatum. Nein, einen Antrag habe ich noch nicht gestellt. Es ist alles sehr kompliziert… Eine Idee Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich mir grob überlegt, worüber ich in meiner…

  • [Veranstaltungshinweis] Adventsvorlesung des FSR Germanistik

    Ihr Lieben, heute gibt es von mir mal einen kurzen Hinweis in eigener Sache: Diesen Donnerstag findet im Geisteswissenschaftlichen Zentrum die alljährliche Adventsvorlesung des Fachschaftsrats Germanistik der Universität Leipzig statt. Wie jedes Jahr gibt es ein kleines Programm von Dozierenden und Studierenden. In weihnachtlicher Stimmung können wir beisammensitzen, Kekse futtern und einen netten Abend miteinander verbringen! Wichtig wäre nur, dass ihr euch eine eigene Tasse mitbringt, da wir nicht so viele Tassen vorhalten können. Natürlich sind auch interessierte Nicht-Germanisten willkommen! 🙂 Wann und Wo? Geisteswissenschaftliches Zentrum (GWZ) in der Beethovenstraße 15, Hörsaal im EG, Donnerstag, 13. Dezember 2018 von 18 bis 20 Uhr (korrigiert, hie stand aufgrund eines Fehlers vorher der 12. Dezember,…

  • [Studium] Oskar Baum & das Prag-Projekt

    Wie auch im letzten Jahr habe ich im vergangenen November bei einem Austausch-Projekt zwischen der Uni Leipzig und der Karls-Universität Prag teilgenommen. Das Ziel des Projektes ist es immer, einen unbekannten Prager Deutschen Autoren etwas vor dem Vergessen Werden zu bewahren. Hier möchte ich euch das Projekt vorstellen und ein wenig erzählen, was wir machen. Außerdem möchte ich ein wenig Werbung in eigener Sache machen, denn kommende Woche stellen wir während eines öffentlichen Kolloquiums spannende Ansätze zu Baums Literatur vor. Prager Deutsche Literatur Wenn man an deutschsprachige Autoren denkt, dann denkt man meist im Kopf innerhalb der deutschen Grenzen. Aber nicht nur in Deutschland wird auf Deutsch geschrieben, nicht nur…

  • „Sand“ von Wolfgang Herrndorf

    Bereits vor einer ganzen Weile wollte ich euch meine letzte Seminarlektüre, Sand von Wolfgang Herrndorf, vorstellen. Vor lauter Hausarbeiten geriet das irgendwie in Vergessenheit. Aber das Buch ist einfach zu gut, um es euch zu unterschlagen, deshalb hole ich das Versäumte nun hier nach: Sand 1972. Eine Wüste in Nordafrika. Ein mysteriöser Mehrfachmord in einer Kommune, ein Verdächtiger, ein Polizist. Dann der Sandsturm: Der Protagonist erwacht in einer alten Schnapsbrennerei. Er wird verfolgt von mehreren Kriminellen, sie wollen eine Mine, deren Aufenthaltsort nur er kennt. Er flieht in die Wüste, vergräbt sich im Sand und entkommt. Nach dem Schildchen in seinem Hemd nennt er sich Carl. Carl hat ein Problem:…

  • Für Leipziger Studierende: Kooperationsprojekt Leipzig-Prag

    Das Kooperationsprojekt „Prager Deutsche Literatur“ der Unis Prag und Leipzig findet auch dieses Jahr wieder statt. Das Projekt des letzten Jahres geht gerade zu Ende und ich muss sagen, dass ich viel Spaß hatte. Ich werde mich auch für das nächste Projektjahr wieder bewerben und hoffe, dass ich dabei sein kann! Ich habe ja selbst ein paar Mal über das Projekt berichtet, unter anderem hier Nähere Infos zur Ausschreibung für dieses Jahr findet ihr auf der Seite des Fachschaftsrat Germanistik: Im Studienjahr 2017/18 findet zum sechsten Mal das DAAD-geförderte Projekt zur Prager Deutschen Literatur zwischen den Universitäten Prag und Leipzig statt. Im Mittelpunkt des nächsten Projektjahres steht der Autor, Journalist…

  • [Fundstück] Albertina ist Bibliothek des Jahres 2017

    Die Bibliotheca Albertina wurde verdient zur Bibliothek des Jahres 2017 ausgezeichnet 😉 Der Bibliothekspreis wird am 24. Oktober 2017, dem „Tag der Bibliotheken“ in Leipzig verliehen. „Digital autonom, frei zugänglich und innovationsstark” – so betitelten die Preisverleiher in ihrer gemeinsamen Presseerklärungen die Universitätsbibliothek Leipzig. [weiterlesen] In so einer schönen Atmosphäre fällt das Lernen gleich noch leichter… à propos: Diesen Sonntag hat die Albertina das letzte Mal auch Sonntags (von 10 bis 22 Uhr) geöffnet, damit wir alle fleißig lernen und arbeiten können 🙂

  • Tycho Brahes Weg zu Gott und Sprache im Roman – Prager Deutsche Literatur Teil 2

    Nach dem Semesterrückblick letzter Woche, wollte ich euch gerne noch ein bisschen was über mein Prag-Projekt erzählen: Hier geht’s nochmal zu Teil 1, sowie zum Bericht des Kolloquiums. Kurz zusammengefasst: Es ist eine Kooperation mit der Karls-Universität Prag. In mehreren kleinen Arbeitsgruppen beschäftigen wir uns mit unterschiedlichen Aspekten des Romans Tycho Brahes Weg zu Gott. In meiner Arbeitsgruppe beschäftigen wir uns mit dem Erzähler, den Figuren, den Räumen und der Kommunikation in dem Buch. Tycho Brahes Weg zu Gott Mir ist aufgefallen, dass ich euch bisher herzlich wenig zum eigentlich Spannenden dieses Projekts erzählt habe: dem Buch! Der Roman Die Hauptfiguren sind Tycho de Brahe, ein alter Astronom und Gelehrter,…

  • Kleiner Semesterrückblick

    Ich hatte euch ja einen kleinen Semesterrückblick versprochen und hier kommt er nun: Modul 1 – Historische Fachsprachen Hier hatte ich eine sehr spannende Vorlesung. Ich habe vieles aus unterschiedlichen Bereichen des Mittelalters gelernt. Unter anderem über die freien und unfreien Künste, über Medizin, Recht, Religion usw. Ein paar Dinge wusste ich natürlich bereits aus anderen Vorlesungen, aber es war trotzdem interessant, alles in Bezug zueinander zu betrachten. Dazu kamen noch zwei Seminare, in denen wir die jeweiligen Fachbereiche noch einmal vertieft betrachtet und auch einzelne Texte oder Textauszüge vorgestellt bekommen haben. Auch dort habe ich einige neue Dinge gelernt. Dass Kochbücher und Zauberbücher ganz ähnlich aufgebaut sind und teilweise…

  • „Die Arbeit der Nacht“ von Thomas Glavinic *enthält Spoiler*

    Das Buch Jonas ist allein. Zuerst ist es nur eine kleine Irritation, als die Zeitung nicht vor der Tür liegt und Fernseher und Radio nur Rauschen von sich geben. Dann jedoch wird Jonas klar, dass seine Stadt, Wien, menschenleer ist. Ist er der einzige Überlebende einer Katastrophe? Sind die Menschen geflüchtet? Wenn ja, wovor? Jonas beginnt zu suchen. Er durchstreift die Stadt, die Läden, die Wohnungen und bricht schließlich mit einem Truck auf, um nach Spuren der Menschen suchen. Mit wachsender Spannung erzählt Thomas Glavinic davon, was Menschsein heißt, wenn es keine Menschen mehr gibt. Verlagsbeschreibung Meine Meinung Ein spannendes Grundthema: Wer ist der Mensch, wenn niemand sonst außer ihm…

  • „Alle Tage“ von Terézia Mora – oder: Warum ich ein Buch abgebrochen habe

    Nennen wir die Zeit jetzt, nennen wir den Ort hier. Beschreiben wir beides wie folgt. Alle Tage, S.9 Alle Tage Der Roman stellt das Schicksal eines heimatlosen Mannes dar. In sein osteuropäisches Heimatland kann er nicht zurückehren, dort herrscht Krieg. So lebt er in Deutschland am Rande der Gesellschaft; ist kein Aussteiger, sondern ein Nie-Dazugehörender. Obwohl er bereits jahrelang in Deutschland lebt, arbeitet und auch heiratete, hat er keinen Platz gefunden, an den er gehört. So lebt er im Jetzt, ohne Zukunft, seine Vergangenheit liegt zu weiten Teilen im Dunklen. Auch die Menschen, mit denen er in Kontakt kommt, gehören zu den Ausgestoßenen einer Gesellschaft, die sich wenig um individuelle Schicksale…