• „Alle Tage“ von Terézia Mora – oder: Warum ich ein Buch abgebrochen habe

    Nennen wir die Zeit jetzt, nennen wir den Ort hier. Beschreiben wir beides wie folgt. Alle Tage, S.9 Alle Tage Der Roman stellt das Schicksal eines heimatlosen Mannes dar. In sein osteuropäisches Heimatland kann er nicht zurückehren, dort herrscht Krieg. So lebt er in Deutschland am Rande der Gesellschaft; ist kein Aussteiger, sondern ein Nie-Dazugehörender. Obwohl er bereits jahrelang in Deutschland lebt, arbeitet und auch heiratete, hat er keinen Platz gefunden, an den er gehört. So lebt er im Jetzt, ohne Zukunft, seine Vergangenheit liegt zu weiten Teilen im Dunklen. Auch die Menschen, mit denen er in Kontakt kommt, gehören zu den Ausgestoßenen einer Gesellschaft, die sich wenig um individuelle Schicksale…

  • Eine Hausarbeit, ein Kolloquium und wenig freie Zeit

    Während es draußen mal mehr, mal weniger frühlingshaft wird, hält mich die Uni fest in ihren Klauen. Meine Hausarbeit über Sebastian Brants Narrenschiff habe ich vor zwei Wochen bereits abgegeben. Darin habe ich mich vor allem mit Religion im Mittelalter und der Darstellung der Todsünden bei Brant beschäftigt. Nun warte ich gespannt auf die Rückmeldung der Dozentin. Letzte Woche fand zudem der zweite Teil Projekts Prager Deutsche Literatur statt. Zusammen mit drei Tschechinnen habe ich den Erzähltext des Romans analysiert. Die Erzählinstanz, die Strategien der Figurencharakteristik und die Struktur der Räume im Brods Tycho Brahes Weg zu Gott wurden von Karolina, Šárka und Kristýna untersucht. Ich habe mir die Sprache…

  • Prager Deutsche Literatur

    Es gibt an der Universität Leipzig ein schönes Kooperationsprojekt mit der Karolina-Universität Prag: einmal im Jahr beschäftigen sich um die 25 Studentinnen mit einem Prager Deutschen Autoren. Wer denkt, er kenne keinen in Prag lebenden deutschen Autoren, der irrt: Franz Kafka ist der wohl bekannteste, aber auch Egon Erwin Kisch oder Max Brod stammten aus Prag. Im November letzten Jahres waren die deutschen Studentinnen des Projektes zu Besuch in Prag (darunter auch ich). Eine Woche lang haben wir gelernt, mit den Prager Studentinnen diskutiert und die Kaffeekultur Prags kennen und schätzen gelernt. In diesem Projektjahr lesen wir gemeinsam Max Brods Tycho Brahes Weg zu Gott und lernen dabei neben der…

  • Blogprojekt: Leipzig Lauscht

    Heute möchte ich euch einmal das Blogprojekt Leipzig lauscht vorstellen. Dieses Projekt ist ein studentisches Projekt des Fachbereichs Buchwissenschaft der Universität Leipzig in Kooperation mit der Leipziger Buchmesse. Ich habe es hier bereits einmal kurz erwähnt. Studenten aus verschiedenen Fachrichtungen, die interessiert an Büchern sind, treffen in einem Seminar aufeinander und lernen gemeinsam, wie man Rezensionen schreibt. Zur Einstimmung auf das Lesefestival Leipzig Liest und all die spannenden Veranstaltungen während der Buchmesse verfassen sie kurze Texte und durchforsten das LL-Programm. Kurz vor und mit Beginn der Leipziger Buchmesse geht es dann richtig los: Die Studenten suchen sich spannend klingende Lesungen und Veranstaltungen aus und besuchen diese dann. Anschließend erscheint eine…

  • Bibliothekstag, Messejobs und Shelfie-Aktion

    Da mich die Hausarbeiten gefangen halten, verbringe ich einen Tag in der Bibliothek – nicht die schlechteste Umgebung! Leider kann ich gar nicht in Büchern schmökern, sondern brüte über Excel-Tabellen. Ein Ende zeichnet sich aber ab: Nach diesem Wochenende möchte ich gerne zumindest die Tabellen fertig haben und anschließend nur noch schreibend tätig sein. Das ist auch gut so, denn nächste Woche werde ich ca. 10 Stunden in der Bahn verbringen, da kann ich prima alles runterschreiben und habe meine Hausarbeit dann hoffentlich fertig. Ironischerweise ist nächste Woche Freitag auch eine Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten in der Bibliotheca Albertina – nur bin ich da leider gerade nicht in Leipzig……

  • Mirna Funk „Winternähe“

    Zum Inhalt (Quelle: Verlag) Wer bestimmt darüber, wer wir sind? Lola ist Deutsche, und sie ist Jüdin. Sie fragt sich: Wie viel von mir selbst steckt in meiner eigenen Biographie? Wie lässt sich die Gegenwart mit meiner Vergangenheit in Einklang bringen? Lola macht sich auf eine Reise, die sie von Berlin nach Tel Aviv und Bangkok führt. Sie stellt unbequeme Fragen und sucht gefährliche Orte auf. Sie konfrontiert uns mit Antisemitismus in Deutschland, dem Krieg in Israel im Sommer 2014 und der Frage nach Identität in einer globalisierten Welt.Bestimmt unsere Herkunft darüber, wer wir sind, oder falsche Freunde, orthodoxe Rabbiner? Lola wurde in Ost-Berlin geboren, ihr Vater geht in den…