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Gedanken über die Monetarisierung und Professionalisierung der Buchblog-Szene

Beim Blogger Future Place auf der Frankfurter Buchmesse ging es mal wieder um das leidige Thema „Geld verdienen mit Blogs“. Natürlich kochte die Diskussion bei Twitter direkt hoch. Für mich persönlich war die Diskussion dennoch spannend, besonders weil ich noch die @FrauFrohmann im Ohr hatte, die bei der Verleihung des 1. Buchblog-AWARDs eine Professionalisierung prognostiziert hatte. Im Folgenden möchte ich euch ein paar meiner Gedanken mitteilen und auch zur Diskussion anregen. 🙂


Ist eine Professionalisierung der Szene überhaupt möglich?

Frau Frohmann leitete die Verleihung des Buchblog-AWARDs damit ein, ein paar grundlegende Gedanken zur Buchblogszene vorzustellen. Interessant fand ich dabei, dass sie den veränderten Blickwinkel der Verlage hervorhob und erklärte, Buchblogs würden inzwischen in vielen Verlagen gerne genutzt. Gleichzeitig zog sie einen Vergleich zu der Entwicklung bei YouTubern und unterschied ironisch zwischen den „bösen Influencern“ und den „guten Bloggern“.

Doch gibt es diesen Unterschied überhaupt so klar? Natürlich ist das Bloggen für den Großteil von uns ein reines Hobby. Und das ist auch gut so, denn die Szene lebt davon, dass es so viele verschiedene Blogger gibt, die immer wieder Neues ausprobieren und nicht einfach mit dem Strom schwimmen. Dennoch ist es natürlich so, dass man doch recht schnell „professioneller“ wird. Damit meine ich, dass man sich vielleicht bei LovelyBooks anmeldet und dort ein paar Bücher gewinnt, die man nicht nur in der Leserunde liest, sondern eben auch auf dem Blog besprechen kann. Oder das man dann irgendwann bei Vorablesen landet und sich freut, ein Buch sogar vor Erscheinungstermin lesen zu dürfen. Und dann ist der Schritt nicht weit, sich direkt an den Verlag zu wenden mit der Bitte um ein Rezensionsexemplar. Das ist ein ganz normaler Weg und daran ist auch nichts verwerfliches. Wer viel bloggt, braucht auch viele Bücher und gerade die jüngeren unter den Bloggern haben noch nicht das Einkommen, um sich viel neuen Lesestoff zu verschaffen. Die Frage, die ich mir dabei stelle ist: Ist das die Professionalisierung, von der alle reden? Natürlich fühlt man sich wichtig und auch ernst genommen, wenn man einen Verlagskontakt hergestellt hat. Und natürlich nimmt man diese „Verpflichtung“ dann auch ernst, eine ausführliche Rezension zu schreiben. Oder eben an einer Blogtour teilzunehmen oder ähnliches. Mancher geht vielleicht gar eine dauerhafte Beziehung als Verlags- oder Agenturblogger ein (da gibt es unterschiedliche Ausprägungen, aber darum soll es gar nicht gehen).

Im Laufe der Zeit gewöhnt man sich sicher daran, „geschäftliche E-Mailkontakte“ zu pflegen und wird verlässlicher. Man plant, wann welche Blogbeiträge und vor allem welche Rezensionen kommen und legt sich vielleicht ein Bullet Journal oder einen Redaktionsplan an. Ist das dann schon professionelles Arbeiten? Für viele sicherlich, aber ich frage mich, ob das tatsächlich etwas so spezielles ist, dass man ob dieser Entwicklung aufgeregt diskutieren müsste. Im Gegenzug dazu geht es aber ja beim Geld verdienen noch um sehr viel mehr als nur Professionalisierung.

Monetarisierung findet unabhängig von Professionalisierung statt

Unabhängig von der Frage der Professionalisierung streben einige an (und viele scheinen davon zu träumen) mit ihrem Blog dann irgendwann (und sicherlich eher früher als später) Geld zu verdienen. Und jetzt starten dann die Diskussionen.

Ein Blog ist ein Hobby

Natürlich ist der Blog für die meisten von uns ’nur‘ ein Hobby, auch wenn es sich bei manchem zu einem Full-Time-Job auszuwachsen scheint. Aber um Unabhängigkeit zu gewährleisten, lehnen es viele strikt ab, mit ihrem Blog Geld zu verdienen. Das ist ok und eine persönliche Entscheidung, die ich selbst beispielsweise auch so treffen würde. Was mich jedoch überrascht ist die Aggression, die denen entgegenschwappt, die die Frage nach dem Geld verdienen anders beantworten.

Was ist eigentlich so verwerflich an Geld?

Ich finde es prinzipiell gar nicht verwerflich Geld oder eben Rezensionsexemplare zu bekommen. Warum? Weil wir alle, auch wenn es nur ein Hobby sein mag, unglaublich viel Arbeit, Liebe und vor allem Zeit in unseren Blog stecken. Natürlich sollte etwas dafür zu bekommen nicht die Grundvoraussetzung sein. Allerdings finde ich auch nicht, dass man denjenigen, die sich dafür entscheiden Geld anzunehmen, verdammen sollte. Die Frage, die sich dabei für mich hauptsächlich stellt, ist nämlich nicht die, ob da Geld oder andere Leistungen fließen, sondern auf welche Art der*die Blogger*in damit umgeht.

Wenn ich beispielsweise einen Beitrag zu einem Buch schreibe, eine Besprechung oder eine Rezension und mir dazu das Buch oder eben ein kleinerer Geldbetrag angeboten wurde, was ist das Problem dabei? Ich glaube, man darf nie vergessen, dass das alles ganz andere Dimensionen annimmt als z.B. bei Fashion-Bloggern auf YouTube. Und den Beitrag würde ich ja unabhängig von einem Gegenwert für mich trotzdem machen. Verwerflich fände ich es, wenn Bücher, die man nicht gelesen hätte, besprochen würden oder es eben nur noch Lobhudelei für das entsprechende Buch gäbe. Ich glaube aber, dass die meisten da zu ehrlich mit ihren Lesern sind und wer wirklich Geld verdienen möchte, wird sicher bald auch eher ernüchtert werden, wenn sich der Traum vom schnellen Geld zur Anmeldung eines Gewerbes und den Abgaben beim Finanzamt wandelt.

Geld indirekt verdienen

Was beim Blogger Future Place auch angesprochen wurde – und direkt für viel Kritik sorgte – war die Tatsache, dass man ja auch indirekt mit dem Blog Geld verdienen könnte. Natürlich kann man Geld für einen Post verlangen, aber man kann den eigenen Blog ebenfalls als Plattform nutzen um beispielsweise mit Verlagen, Agenturen oder anderen Personen aus der Buchbranche in Kontakt zu kommen.
Als Beispiel wurde angesprochen, dass man ja für einen Verlag ein Buch lektorieren  und daran dann eben Geld verdienen könnte. Ihr könnt euch nun sicher vorstellen, wie die Kritik aussah. Grundsätzlich stimme ich zu, dass die Qualität sicherlich eine andere ist zu beispielsweise einer selbständigen Lektorin. Andererseits bekomme ich sehr oft mit, dass Buchbloggerinnen als ‚Testleserin‚ ‚arbeiten‘ und da frage ich mich dann tatsächlich, ob der Verlag oder Autor diese Leistung wertschätzt, denn das Testlesen ist Arbeit, unabhängig davon, wie das Ergebnis dann qualitativ aussieht. Gerade bei der großen Anzahl an sehr, sehr jungen Buchblogger*innen frage ich mich dann besorgt, ob diese sich selbst auch ausreichend gegen Missbrauch schützen können. Und hier gilt dann wie in allen anderen Bereichen von Jobs und Berufen: Der Lohn, der hinterher gezahlt wird, ist auch eine Wertschätzung der Arbeitsleistung. Insofern finde ich es unmoralisch, wenn ein Verlag/Autor/Agentur von einem*r Blogger*in profitiert, diese jedoch nicht viel mehr als das erhebende Gefühl bekommen, dass Buch beispielsweise vor allen anderen lesen zu dürfen.

Zum Schluss seid ihr gefragt

Und damit möchte ich eigentlich auch schließen. Mich würde interessieren, wie ihr das Bloggen seht? Wo hört es vielleicht auf, Hobby zu sein und wo steckt man wirklich viel Zeit und Energie in Werbung/Marketing für ein Buch?

Wo rangieren Verlagsblogger oder Agenturblogger und was haltet ihr von Kooperationen für beispielsweise Blogtouren? Mit diesen Dingen geht ja auch ein erheblicher zeitlicher Aufwand einher, den man wirklich nicht unterschätzen sollte.

Sollte (bzw. kann) das Buchbloggen wirklich komplett unabhängig von einer Verlagsbranche sein? (Man denke nur an LovelyBooks oder Vorablesen, wo viele ihren Lesestoff  „gewinnen“)


Meine persönliche Meinung

Ich verstehe ehrlich gesagt, die Aufregung um das Geldverdienen mit dem Blog gar nicht so sehr. Jeder muss die Entscheidung für sich selbst treffen, wie er*sie seinen*ihren Blog gestalten möchte und mit welchem Selbstverständnis gebloggt wird. Da geht es ja dann direkt weiter mit der Frage, ob man sich als ‚guter Blogger‘ oder ‚böser Influenzer‘ sieht.

Dennoch sehe ich es kritisch, wenn wir als Blogger*innen ausgenutzt werden. Die Frage ist, wie sich das Selbstverständnis dort entwickeln wird. Mit diesem Beitrag möchte ich anregen, einmal darüber nachzudenken, was denn so schlimm an der Monetarisierung ist. Andererseits möchte ich auch bewusst machen, dass nicht jeder für jeden Beitrag eine Bezahlung erwarten oder gar fordern kann (und auch nicht sollte). Denn allzu oft klingt es bei der Diskussion über das liebe Geld so, als ob da jetzt jeder ein Anrecht darauf hätte…


Zur Klarstellung: Ich habe noch nie Geld für meinen Blog erhalten und erst einmal ein Rezensionsexemplar direkt vom Verlag bekommen. Ich bin jedoch auf LovelyBooks und Vorablesen angemeldet und habe dort schon mehrfach Bücher „gewonnen“ und anschließend auf dem Blog besprochen. Dies kennzeichne ich immer am Ende meiner Besprechung.

Ich habe jedoch selbst gemerkt, dass ich in letzter Zeit zu häufig „geschenkte“ Bücher rezensiert habe und möchte daher in Zukunft meine Bücher wieder selbständiger aussuchen.


Hier kommt ihr noch einmal zu meinem Messe-Rückblick.

Wer zu diesen Themen noch weiterdenken möchte, dem sei auch Anabelles Beitrag zu Marketing & Doppelmoral sehr empfohlen!

Wer noch ähnliche interessante Artikel oder Blogposts kennt, gerne her damit 🙂

Das bin ich wert! Madlen Graf verrät wieviel Kohle Influenzer wirklich machen [Finanzdiva]

Als Blogger Geld verdienen ohne Kooperationen [Blogger Home Office]

16 Kommentare

  • Sonja

    Ich finde auch, es kann und soll jeder für sich selbst entscheiden, wie er mit seinem Onlineauftritt umgehen möchte. Ich sehe allerdings ebenso die Gefahr bei jüngeren Bloggern/Influencern, dass man sie ausnutzt und dass sie sich oft der rechtlichen und wirtschaftlichen Tragweite ihrer Entscheidungen nicht bewusst sind – was sie in gefährliche Gewässer bringen kann und da wird dann sicherlich kaum ein Kooperationspartner helfend zur Seite stehen.
    Mir ist meine Unabhängigkeit sehr wichtig – online und offline, deswegen werde ich immer nur „hobbymäßig“ im Web unterwegs sein und nun auch keine Rezensionsexemplare mehr anfordern. Ich hab es probiert und fühle mich darin „gefangen“. Nicht mein Ding. Aber ich sehe darin prinzipiell nichts Verwerfliches und lese auch gern Rezensionen, die gesponsored sind 🙂
    Jedem das Seine 🙂

    • Jennifer

      Hallo Sonja,
      ich denke auch, treffen muss die Entscheidung jeder für sich und solange man das ehrlich und authentisch macht ist da auch gar nichts schlimmes dabei. Ich fürchte nur, dass da viele in eine „Abhängigkeit“ rutschen und wie du schon schreibst: helfen tut einem da eher keiner!

      Die Entscheidung gegen Rezensionsexemplare kann ich im Übrigen total nachvollziehen. Ich finde, man lässt sich da anfangs ein bisschen mitreißen, ich werde da aber auch zunehmend kritischer! Vor allem mag ich den zeitlichen Druck dahinter gar nicht, denn ich habe nun mal einen vollgepackten Alltag und da sind 5 Wochen schnell rum ohne das ich wirklich zum Lesen kam. Ich „pausiere“ da jetzt auch bis Weihnachten und es kommen nur noch 2 Rezensionen von Büchern, die ich bereits gelesen habe.
      Mich stört es im Prinzip auch gar nicht, wenn andere gesponserte Rezensionen schreiben, ich finde das sogar gut, weil ich gerne wissen will, wie ein Buch in die Hände des jeweiligen Bloggers kam und da ist mir so ein Hinweis sehr recht. Das macht ja die Einschätzung des Buches nicht weniger hilfreich für mich!
      Ich bin gespannt, wie andere Kommentartoren das bewerten 🙂
      VG Jennifer

  • Lesen... in vollen Zügen

    Als Buchhändlerin bin ich es ja gewöhnt, einen guten Teil meiner Bücher von den Verlagen zur Verfügung gestellt zu bekommen.
    Zum Teil landen wirklich viele Leseexemplare, die automatisch zugeteilt werden, in der Buchhandlung, zum Teil schreiben wir die Vertreter direkt an oder sagen ihnen Bescheid, was wir gerne lesen würden… Das ich da auch nicht jedes Mal ein Schild mit „Produktplazierung“ in die Höhe halte, wenn ich ein Buch empfehle, daß ich zufällig geschenkt bekommen habe ist ja klar… Ich habe aber über die Jahre gelernt, mir meine Leseexemplare sehr genau auszusuchen. Wenn mir ein Verlag etwas ungefragt zuschickt überlege ich mir lange, ob ich das jetzt wirklich lesen will oder nicht. Eigentlich nerven mich diese Bücher eher, als das ich mich darüber freue…
    Solange man immer eine gute Auswahl trifft, welche Bücher man wirklich lesen und rezensieren möchte, finde ich, daß man durchaus authentisch ist, auch wenn das Buch gratis war.

    • Jennifer

      Vielen Dank für deinen Kommentar!
      Natürlich bekommen Buchhändler in besonderem Maße Leseexemplare zugeschickt! Und ich finde auch gar nicht, dass hinter jedes Buch unbedingt ein großer Werbehinweis gehört. Es kommt eben immer auf den Einzelfall an. Denn wie du schon sagst; Du suchst dir ja dann aus der Menge bewusst diejenigen Bücher aus, die du lesen möchtest.
      Wenn ein Blogger jedoch selten Rezensionsexepmlare bekommt oder anfragt, dann finde ich den Hinweis schon angemessen. Einfach nur, damit mir beim Lesen der Rezension klar ist, warum zB ein mittelmäßiges Buch trotzdem bis zum Ende gelesen wurde. Gerade bei so „Fand ich ok, aber mehr auch nicht“-Rezensionen weiß ich lieber Bescheid, ob es ein ReziEx war…
      Aber das ist eben die Frage, wie oft man solche Bücher liest und ob man da nicht doch ein bisschen Dankbarkeit gegenüber dem Verlag empfindet. Selbst wenn es nur minimal ist, fließt es ja trotzdem mit ein.

      Un dich gebe dir total recht: Authentisch zu sein ist tausend Mal wichtiger als nur selbstgekaufte Bücher zu lesen. Aber ich kann auch bei einem ReziBuch in der Regel begründen, warum ich gerade dieses Lesen wollte. Ich persönlich finde diese Begründung oft sogar das spannendste an der ganzen Rezension 😉

      Die Frage ist halt, wie man für sich selbst mit dem Blog und seiner Buchauswahl umgeht. Wenn man sich unter Druck gesetzt fühlt, ein Buch zu lesen, weil es einem zur Verfügung gestellt wurde, dann läuft etwas schief!
      Und nur wegen Umsonst-Exemplaren und vielleicht ein bisschen verdientem Geld machen es hoffentlich nicht so viele 🙂 Bei den meisten steht ja doch mehr der Spaß am Blog im Vordergrund, so zumindest mein Eindruck. Und das ist absolut richtig so!

      VG Jennifer

  • ElkeK73

    Hallo!
    Grundsätzlich betreibe ich meinen Blog als Hobby und das wird auch immer so bleiben. Für zwei Beiträge habe ich allerdings auch schon Honorar angenommen. Die Entscheidung dazu fiel mir nicht leicht. Dennoch muss ich gestehen, dass es a) in mein Konzept passte und b) das ich ein kleines Zubrot gerne annehme. Das Geld spare ich dann für den Besuch der Leipziger Buchmesse oder so.
    Rezie-Exemplare suche ich mir grundsätzlich selbst aus. Ich bekomme viele Angebote, aber ich lehne auch sehr viel ab, wenn es mir aus irgendeinem Grund nicht zusagt. Und im Bloggerportal frage ich auch mal an, aber es war noch nicht die Menge! Denn es ist einfach so: Bücher kosten Geld und das jede Menge. Und bei einem Alleinverdiener kann es dann schnell an seine Grenzen kommen! Dann nehme ich halt mal ein Rezie-Exemplar an, bin aber in jedem Falle ehrlich, schreibe es auch, wenn es mir nicht gefallen hat.
    Mein Blog ist nicht die Welt, aber meine Welt eben. Und ich solche Dinge wie Monetisierung gehen eher spurlos an mir vorbei. Ich lasse mich da nicht mitreissen. Ich mache mein Ding und lasse jeden anderen ihre Dinge machen. Leben und leben lassen ist da meine Devise!
    Liebe Grüße, Elke!

    • Jennifer

      Liebe Elke,
      vielen Dank für deinen ehrlichen Kommentar!
      Ich finde es gar nicht dramatisch, Geld anzunehmen. Viele verteufeln es ja, aber wie du schon mit dem Beispiel der Buchmesse zeigst: Man kann das Geld ja auch für buchiges Rund um den Blog sparen! 🙂
      Ich glaube, wirklich gezielt Geld mit dem Blog zu verdienen ist auch eher eine Seltenheit. Ein gutes Angebot dagegen auszuschlagen finde ich gar nicht notwendig. Trotz allem bleibt der Blog ja die eigene Spielwiese – und jeder sollte sich seinen Blog so gestalten, wie er*sie das möchte 🙂
      An Alleinverdienende hatte ich noch gar nicht gedacht, eher an die vielen sehr, sehr jungen Blogger unter uns. Aber es stimmt natürlich: Irgendwann ist der Geldbeutel leer und man möchte ja trotzdem immer mal was neues lesen und auf dem Blog vorstellen.
      Auf jeden Fall sollte sich niemand unter Druck setzen oder setzen lassen! Ich finde es immer wieder interessant zu sehen, wie hohe Wellen die Diskussion um das liebe Geld, die böse Werbung usw. zieht und bin sicher, das wird auch in den nächsten Jahren nicht nachlassen.
      Davon sollte man sich aber wie du nicht abhalten lassen, einfach sein eigenes Ding durchzuziehen 😉
      VG Jennifer

  • Ella W.

    Liebe Jennifer,

    ein interessantes Thema, zumal ich dazu erst kürzlich einen ähnlichen Beitrag gelesen habe. Leider habe ich den Link gerade nicht parat, aber die Bloggerin hat sich explizit von dieser „Neuen Buchblogger-Art“, wie sie es nannte, distanziert. Ich persönlich konnte ihr Haltung irgendwie verstehen, aber irgendwie auch nicht. Ich finde es nicht schlimm, wenn jemand für einen Beitrag oder eine Aktion ein Honorar erhält. Wie du schon sagst, steckt immerhin auch eine gewisse Leistung dahinter, die der Blogger erbringt. Und warum sollte er dafür nicht entlohnt werden? Natürlich setze ich als Leser dann voraus, das er trotz allem ein ehrliches Feedback zum Buch gibt.

    Ich folge auch einigen größeren Blogs, wo ich mir ich sicher weiß, dass hinter dem Blogger ein Verlag steht und das derjenige auch eine finanzielle Gegenleistung für seine Arbeit erhält. Aber was soll´s? Wenn die Beiträge trotzdem gut sind und ehrlich, was ist schlimm daran dafür entlohnt zu werden? Ist die Arbeit deshalb weniger wert? Ich finde nicht. Die Entscheidung sollte jeder selber treffen und dafür auch nicht verurteilt werden. Ich denke, dass auch oft der Neid aus anderen spricht, wenn sie solch harte Worte wählen.

    Rezensionsexemplare habe ich auch schon erhalten und ich finde es eine super „Bezahlung“ für eine Rezension. Allerdings suche ich mir diese selbst aus und würde auch ablehnen, wenn mich das Buch nicht anspricht. Denn wie authentisch wäre es ein Buch vorzustellen, dass man von Anfang an nicht wollte? In diesem ganzen Thema sollte man sich einfach selbst treu bleiben, dann ist es auch nicht verwerflich für die erbrachte Leistung honoriert zu werden.

    Liebe Grüße
    Ella

  • Pialalama

    Ein sehr toller Beitrag!

    Ich schließe mich dir an: Ich verstehe die Aufregung einfach nicht! Das ist wie mit Hobby-Fotografen die auch plötzlich merken, dass sie mit ihrem Talent nebenher Geld verdienen könnten. Warum soll nicht auch ein Buchblogger mit seinem Blog Geld verdienen können? Solange die Meinung unverfälscht bleibt, kann mir als Leser das doch total schnurz piep egal sein. Ich sehe da eher den Neid einiger Menschen dahinter, dass manche Blogger eben tatsächlich so „professionell“ geworden sind, dass sie auch bei Verlagen bekannt und als Rezensenten gefragt sind. Und was ist schlimm an Rezensionsexemplaren: Wenn ich als Buchblogger die Möglichkeit habe, diese anzufragen, bin ich selbst schuld, wenn ich das nicht nutze. Aber dann andere dafür zu kritisieren geht in meinen Augen gar nicht. Wie gesagt: Der Blogger sollte eben weiterhin ehrlich in seiner Meinung bleiben.

    Professionelle Blogger sind für mich übrigens nur solche, die tatsächlich eine Ausbildung in diesem Bereich haben oder zumindest schon so lange dabei sind, dass die auf dem selben Niveau schreiben/ arbeiten. Ich rede hier im Prinzip von Bloggern, die das Hauptberuflich machen. Klar ist der Kontakt mit Verlagen ein Stück professioneller als nur Bücher zu rezensieren die ich gerade so aufgeschnappt habe. Aber es ist in der heutigen Zeit auch keine Kunstwerk mehr. Sobald man einen Blog oder eine andere öffentliche Mitteilungs-Plattform mit ein paar Rezensionen hat, stehen die Chancen nicht schlecht, ein Buch zugesendet zu bekommen.

    Liebe Grüße,
    Pia!

    • Jennifer

      Liebe Pia,
      lieben Dank für deine ehrliche Antwort und entschuldige noch einmal, dass die Antwort so lange auf sich warten ließ 🙂
      Ich denke auch, das vor allem Neid oft ein Faktor ist. Wie du es schreibst, ist ja eigentlich nichts dabei. Spannend finde ich deine Definition von „professionellen Bloggern“. Eine Ausbildung zum Bloggen gibt es ja nicht, aber wie du, sehe ich vor allem das Niveau und auch die Zeit, die für den Blog aufgewendet werden, woran ich zwischen Hobby und Professionalität unterscheiden würde.

      Ich würde bei der Geld-Frage übrigens auch unterscheiden zwischen wirklichen Geld als Entlohnung für eine längere (zeitliche) Leistung (zB einem ausführlichem und eben intensiver vorbereitetem Blogbeitrag) und einem einfachen Rrezensionsexemplar. Bei letzterem stimme ich dir zu – da ist ja die Chance eines zu bekommen als Buchblogger gar nicht so gering (ob man das möchte ist dann allerdings noch einmal eine andere Frage…).

      Ich hoffe aber, dass sich dieses neidvolle Aufeinander-Rumhacken, wie es ja auch bei Followerzahlen oder sonstigem gerne mal auftritt, irgendwann abschwächt. Jeder soll doch einfach seinen Blog, sein Baby, so gestalten, wie er oder sie es möchte. Warum nur müssen wir Menschen uns immer so stark mit anderen vergleichen? O.o Manchmal macht mich diese Einstellung einfach nur wütend.
      Daher hoffe ich, dass sich dort jeder an seine eigene Nase fasst und sich fragt, warum man es denn jemandem übel nehmen muss, wenn man eine Leistung bezahlt bekommt.

      Liebe Grüße
      Jennifer

      • Pialalama

        Hallo Jennifer!
        Kein Problem , wie gesagt, bin ich da normalerweis enicht so, aber als du das mit den Spam-Kommentaren erwähnt hast…

        Mit der Aubildung meinte ich nicht direkt eine Ausbildung als Blogger, sondern viel mehr eine die nicht weit von dem Bereich entfernt ist. Also zum Beispiel Journalisten oder ähnliches.

        Ich kann deine Wut verstehen, auch wenn ich erhlichgesagt nur selten diesen Neid mitbekommen. Man kennt es eigentlich nur vom Hören und Sagen.

        Liebe Grüße!

        • Jennifer

          Hallo Pia,
          ich selbst wurde auch noch nie angegangen, aber ich kriege es auch Twitter zunehmend mit. Und auch im Privaten ist es ja immer so, dass Erfolg nur zu Missgunst führt.

          Achso. Eine journalistische Ausbildung quasi. Ich glaube, solche Blogger sind aber wirklich sehr, sehr selten. Freelancer, die komplett von ihrem Blog leben gibt es jedoch in den anderen Bereichen (außerhalb von Buchblogs) häufiger. Bzw. nutzen Selbständige ja oft einen Blog, um sich bekannter zu machen, wie Autoren es auch vermehrt tun. An solche Leute denke ich bei Professionalität immer. Die verfolgen ja wirklich eine langfristige Strategie.
          Ich lasse mich da themenmäßig eher treiben und mache, was ich gerade spannend finde…
          VG Jennifer

  • Schnute

    Schöner Beitrag. Von mir aus können die Leute mit ihrem Blog Geld verdienen. Ich finde daran nichts verwerfliches. Ich folge Blogs, wenn sie mich interessieren, völlig unabhängig davon, ob sie Geld verdienen damit oder nicht. Ich rezensiere gern Bücher und fordere bei Verlagen grundsätzlich nur das an, was mich interessiert, das ich lesen will. Für alles andere ist mir meine Zeit zu schade.

    Allgemein denke ich jedoch, dass viel zu viele Leute vor den Haustüren anderer Leute kehren, statt sich um ihren eigenen Kram kümmern und solche Diskussionen einfach hinfällig wären, wenn sich jeder mal um sich selbst kümmert und die anderen einfach machen lässt.
    Ich lese gern, aber ich habe schon einen Vollzeitjob, der mir reicht und meine Freizeit ist sehr knapp bemessen. Da muss ich nicht noch schauen, was andere wie machen nur um mir selbst das Leben schwer zu machen.

    In diesem Sinne: wer Geld damit verdienen will, soll das tun. Wer aus Spaß an der Freude bloggt, soll das tun. Und keiner sollte dem anderen vorschreiben, was er zu tun oder zu lassen hat.

    • Jennifer

      Liebe Schnute (toller Name :D)
      ja, da stimme ich dir absolut zu. Leider ist das sehr menschlich, sich ständig anderswo einmischen zu müssen (und ich kann mich da leider gar nicht ausnehmen). Ich glaube, die meisten wollen weder viel Geld verdienen noch sehen sie es als Arbeit an zu bloggen, aber Neid ist eben ein Gefühl, dass sich nur schwer kontrollieren lässt. Dafür sind wir wohl leider alle zu sehr auf Vergleich gepolt.

      Ich denke auch gar nicht, dass Vollzeitblogger unbedingt besser sind als Leute, die unregelmäßig bloggen. Qualität geht schließlich vor Quantität. Ich denke, wer viel bloggt, fällt einfach stärker auf 😀 Dadurch entsteht dann oft ein verzerrtes Bild! 🙂

      Auf jeden Fall sollten wir alle nur lesen, was wir wirklich wollen. Ich kenne niemanden (und es wäre ja auch zu blöd), der Sachen bei Verlagen anfragt, die er eigentlich nicht lesen will 😀
      VG Jennifer

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