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„Der Casanova-Code“, die deutsche PickUp-Szene und eine Stellungnahme von Heyne

Am 10. Februar 2019 surfte ich auf der Suche nach interessanten Neuerscheinungen durch das Netz. Unter anderen habe ich dabei die Vorschauen von großen bekannten Verlagen angesteuert. Ein weißes Buch mit schwarzer Frauensilhouette entpuppte sich dabei als Eye-Catcher. Der Titel ließ jedoch schon erahnen, dass ich weder zur Zielgruppe des Buches gehören würde noch dem Inhalt viel abgewinnen könnte. Ich war zugegebenermaßen ein wenig entrüstet und auch entsetzt, dass ein Buch, das ich eindeutig der PickUp-Szene zuordnen würde, in einem namhaften großen Publikumsverlag erscheint. Ich setzte also folgenden Tweet ab, um Aufmerksamkeit zu erregen:

In der Folge recherchierte ich die beiden Autoren und ihre Hintergründe, sichtete kurz den Blog einer der beiden und versuchte allgemein herauszufinden wie groß die Pick Up-Szene in Deutschland ist und was für einen Umsatz sich mit dieser Art „Ratgeber“-Literatur machen ließe. Mein Tweet entwickelte derweil ein kleines Eigenleben, denn es gab viele Kommentare und auch einige Diskussionen darüber, ob es fair von mir wäre einen solchen Shitstorm auszulösen ohne weiter zu recherchieren. Ich bleibe dabei, dass ich auf das Thema aufmerksam machen wollte und natürlich bewusst provokativ formuliert habe, um dieses Ziel zu erreichen.


[Info-Kasten]

Im Pickup wird das sexuelle Verhalten von Menschen populärwissenschaftlich interpretiert, z. B. als Produkt sexueller Selektion. Nach diesem Erklärungsmodell ist eine Frau – i. d. R. unbewusst – auf der Suche nach „guten Genen“ bei einem Mann und einer guten zukünftigen Versorgung für ihren zu zeugenden Nachwuchs, weshalb ein Mann seine Qualitäten beweisen müsse, damit Frauen ihn als attraktiv empfinden. Es wird z. B. diskutiert, wie Frauen Männer testen, um Sicherheit über ihre Qualitäten zu bekommen. Ein Mann muss demnach zum einen diese sogenannten „Shit-Tests“ verstehen und adäquat darauf reagieren, um sie bestehen zu können, und zum anderen seine Persönlichkeit und sein Auftreten generell positiv entwickeln, um seine Attraktivität für Frauen ganz allgemein zu steigern.

Quelle: Wikipedia

Die Mitglieder sind über das Internet in z. T. zugangsbeschränkten oder geheimen ForenBlogsNewsgroupsE-Magazinen miteinander verbunden sowie in Gruppen, sogenannten Lairs, in vielen Ländern organisiert. […] Die als erfolgreich geltenden Männer dieser Subkultur werden häufig als Verführungskünstler bezeichnet (Pickup Artist, kurz: PUA, gelegentlich auch Pickup Master, kurz: PUM oder Pickup Guru, kurz: PUG), Frauen werden als Pickup Cats bezeichnet.

Quelle: Wikipedia

Die Kritik zur Pick Up-Szene erhält bei Wikipedia einen eigenen Abschnitt. Der vollständigkeit halber picke ich mir besonders die Stellungnahme von Vertretern der Pick Up-Szene heraus:

Vertreter des größten deutschen Pickupforums verurteilten daraufhin „frauenfeindliche Äußerungen und aggressive Videos.“ Erniedrigung und Gewalt widersprächen den Grundsätzen von Pick-Up. Die in den Medien oft verbreitete Vermutung, Pick-Up-Artists würden Frauen gegen ihren Willen ins Bett manipulieren, halten sie für realitätsfern, naiv und sexistisch. Frauen spreche man damit eine eigenständige Persönlichkeit und Sexualität ab. Pick-Up bedeute, sich attraktiv zu verhalten und damit anziehend auf Frauen zu wirken. Jede sexuelle Handlung erfolge demnach im gegenseitigen Einvernehmen. Ebenso beschränke sich Pick-Up nicht auf „massenhaftes Aufreißen“. Vom ersten Flirt bis zur langjährigen Beziehung erhalte jeder Aspekt im Verhältnis zwischen Frau und Mann die gleiche Aufmerksamkeit in der Pick-Up-Community.

Quelle: Wikipedia

Besonders interessant sind im übrigen auch die zahlreichen Studien zum „Paarungsverhalten von Menschen“, die im Artikel verlinkt sind mit dem Hinweis, dass dort auch Ansichten, Methoden und Taktiken der Pick Up-Community untersucht würden.


Was ist nun problematisch an dieser Art Büchern?

Problematisch an dieser Art Büchern sind das Frauen- und Männerbild, das durch sie transportiert werden. Mit Anleitungen und Methoden wird impliziert, dass alle Frauen und Männer nach bestimmten Mustern agieren (was tatsächlich verhaltensbiologisch betrachtet gar nicht so unsinnig ist, aber eben ein sehr komplexes Feld in das unter anderem noch kulturelle Muster u.Ä. hineinspielen). Indem nun bestimmte Verhaltensweisen als besonders erfolgreich und deren Nachahmung als Spiel oder Sport dargestellt wird, werden Mitglieder der PickUp-Szene aufgefordert sich bewusst über Grenzen hinwegzusetzen. Es geht also nicht per se um Selbst-Optimierung, wie oftmals im Kontext PickUp-Artists angedeutet wird, sondern um die erfolgreiche Grenzüberschreitung, zB in Form von Berührung ohne vorheriges Einverständnis.

Im Übrigen ist diese Form von Selbstbewusstsein, das darauf aufbaut immer wieder Erfolge vorzuweisen, auch für die sich in der Szene befindlichen Männer nicht unproblematisch, aber diese haben sich zumindest bewusst in die Situation gebracht im Gegensatz zu den Frauen. Einen sehr interessanten Einblick von innen heraus habe ich im Stern gefunden (der Artikel ist von 2014): Nach dem Skandal um Julien Blanc: So läuft es in der deutschen Pick-Up-Szene. Dort lässt sich ganz wunderbar die gesamte Bandbreite von Männern der Szene ablesen und ebenfalls, dass das Ganze natürlich auch kommerziell bestärkt wird. (Ansonsten gibt es leider sehr wenig sachliches Material im Internet, weshalb ich oben auch auf die Wikipedia zurückgegriffen habe, auch wenn ich gerne eine andere Quelle gefunden hätte.)

Und damit sind wir beim Heyne Verlag. Heyne gehört zur Verlagsgruppe Random House und damit zu Bertelsmann. Das nur zur Einordnung, natürlich arbeiten und wirtschaften die einzelnen Verlage unabhängig voneinander.  Dennoch finde ich es bemerkenswert, das ein Titel der PickUp-Szene in einem solch renommierten Verlag veröffentlicht wird. Man muss Heyne zugute halten, dass das Buch in der Frühjahrsvorschau nicht einmal erwähnt wurde, ich gehe daher davon aus, dass es in einer entsprechend kleinen Auflage gedruckt wurde. Beim Verlag wollte man mir dazu leider keine Zahlen nennen, wie man im Statement des Verlags unten sehen kann. Dennoch ist es natürlich schade, dass das Buch alleine durch den Verlagsnamen eine solche Reichweite und auch einen seriösen Anstrich erhält.


Bitte um Stellungnahme des Verlags

Meine Fragen an den Verlag lauteten:

1.       Warum gibt Heyne einen solchen Ratgeber heraus und bietet damit sowohl einem „Geschlechter“forscher der Männerrechtsbewegung sowie einem selbsternannten Pick Up Artist und Coacher eine große öffentliche Plattform?

2.       In welcher Auflage erscheint dieses Buch?

3.       Warum zeigt das Cover eine nackte Frauensilhouette und nicht eine Abbildung der beiden Autoren, die scheinbar in der Szene einen höheren Wiedererkennungswert hätten?

4.       Inwiefern passen diese Art Ratgeber und das darin transportierte Frauen- und Männerbild zum Verlagsprofil von Heyne? (Von Arne Hoffmann sind, soweit ich es sehen konnte, noch fünf weitere Bücher bei Ihnen erschienen)

Stellungnahme des Heyne Verlags

„Im besten Fall spiegelt unser Verlagsprogramm die Vielfalt der gesellschaftlichen Wirklichkeit und vermittelt Identifikationsangebote und Diskussionsanstöße. Bei dem so entstehenden breiten Meinungsspektrum haben wir nicht den Anspruch, daß sich jede/r Leser/in in der gesamten Bandbreite des Verlagsprogramms wiederfindet oder sich mit jedem einzelnen Themenangebot identifizieren kann.“

Ich habe im Anschluss noch ein weiteres Mal mit dem Verlag Kontakt aufgenommen, dort wollte man der Stellungnahme aber nichts mehr hinzufügen.


Und nun?

Ich habe lange mit mir gerungen, was ich von der gesamten Geschichte nun halte. Das Buch halte ich für problematisch, weil es einer Szene Glaubwürdigkeit verleiht und Öffentlichkeit beschert, die meiner Meinung nach absolut schädlich für alle Beteiligten ist. Gleichwohl bekommt das Buch natürlich durch mich ebenso Öffentlichkeit. Dennoch halte ich es für wichtig, die ganze Geschichte zu thematisieren. Nicht die einzelnen Mitglieder dieser Szene sind zu verurteilen, sondern die Szene als solche. Auch sollte dem Heyne-Verlag bewusst sein, inwieweit sie sich mit ihrem guten Namen für ein solches Buch hergeben. Ich hätte noch einiges über die beiden Autoren des Buches schreiben können, möchte mich aber nicht in einen Bereich begeben, in dem ich Aussagen tätige, die möglicherweise Persönlichkeitsrechte verletzen oder anderweitig geahndet werden könnten. Für solche Sachen habe ich zurzeit einfach keine Kraft und Zeit. Genausowenig möchte ich Wut gegenüber den Mitarbeiter*innen bei Heyne erwecken oder zum Boykott des Verlagshauses aufrufen. Wenn ihr euch zu dem Buch äußern wollt, dann teilt Heyne mit, dass ihr solche Bücher nicht gut findet – und vielleicht werden sie dann in Zukunft seltener gedruckt (generell ist die Pick up-Szene weniger buch- als vielmehr videoaffin). Ansonsten gilt wie immer: Bleibt sachlich, diskutiert auf einer höflichen Ebene und richtet eure Wut gegen das dahinter versteckte System und nicht gegen Einzelpersonen (und insbesondere nicht gegen die Mitarbeiter*innen bei Heyne). Das wäre mein Appell aus dieser ganzen Geschichte!

18 Kommentare

  • sanne

    Danke für den Artikel. Ich habe mich vor ein paar Jahren mit der Szene beschäftigt und war vollkommen fassungslos, ob der Menschenbilder und Respektlosigkeit, die dort herrscht.
    Ich dachte allerdings, der Trend wäre vorbei, schade, dass Heyne so ein Buch veröffentlicht.

    • Jennifer

      Liebe Sanne,
      oh, das ist interessant zu erfahren! Ich hatte große Schwierigkeiten, sachliche Informationen zu finden, vielleicht hast du noch einen Tipp oder Hinweis für mich?
      Ich glaube nicht, dass es sich um einen Trend handelt, das ist wohl seit einigen Jahren nicht mehr so, da ist es natürlich umso merkwürdiger, dass solch ein Buch heute noch erscheint. Für Deutschland kenne ich mich da aber auch einfach nicht genug aus, da ich bisher eher die amerikanische Szene (und dort insbesondere das Loch um die Incels verfolgt habe).

  • Frank

    Hey, Jennifer,

    erst mal möchte ich – mit einiger Verzögerung, die allein auf meine Kappe geht – mitteilen, dass „Makarionissi“ mittlerweile bei mir eingetrudelt ist. Vielen lieben Dank dafür!

    Was das hier vorliegende Buch angeht, so kann ich durchaus nachvollziehen, dass man damit so seine Probleme haben kann. Grundsätzlich gilt aber doch hier wie für alle anderen Bücher auch: Man muss es nicht kaufen!

    Und Bücher nicht zu kaufen, ist meines Erachtens auch die einzige wirksame Methode, den Buchmarkt nach meinen Vorstellungen – und im Rahmen meiner sehr begrenzten Möglichkeiten – mitzugestalten. Wenn ich – und mit mir jetzt vielleicht viele andere – nun hergehen und dem Heyne-Verlag sagen: „Wir möchten nicht, dass ihr solche Bücher druckt!“, ist das nichts anderes als der Wunsch nach Zensur des Buchmarktes im Sinne der eigenen Meinung.

    Klar gibt es immer wieder Bücher, deren Inhalt mir sauer aufstößt. Mir wäre es beispielsweise auch lieber, wenn Thilo S. aus G. keine weiteren Bücher schreibt, in denen er krude Theorien verbreitet und damit auch noch eine Menge Geld scheffelt. Dennoch würde ich niemals dagegen sein, dass solche Bücher erscheinen. Dass sie nämlich erscheinen dürfen, stellt ein grundlegendes Merkmal unseres Staates dar.

    Kurz gesagt: Das Thema des Buches sehe ich ähnlich kritisch, erscheinen sollte es aber dennoch.

    Bezüglich der weiblichen Silhoutte auf dem Cover möchte ich mal eine Verständnisfrage stellen: Stört Dich diese nur im Kontext zum Inhalt des Buches oder stellt sie allgemein ein Problem als Buchcover dar?

    Liebe Grüße
    Frank

    • Jennifer

      Lieber Frank,
      schön, dass das Buch inzwischen bei dir eingetroffen ist!

      Zum aktuellen Thema:
      Ich glaube, das hier die Feinheiten entscheiden. Mir geht es nicht darum, ob das Buch hätte erscheinen dürfen oder nicht – sondern das es bei Heyne erschienen ist und damit einem extrem großen und vernetzten Verlag. Buchhandlungen bestellen ständig Bücher bei Heyne und wenn da einfach auch mal so ein PickUp-Buch im Warenkorb mit rein wandert ist eben noch einmal was anderes, als wenn ein spezieller Kleinstverlag, der vielleicht nur Männerrechtler veröffentlicht, solch ein Buch verlegt. Es geht mir um die Glaubwürdigkeit, die Heyne dem Buch mit seinem Namen gibt.

      Zur Silhouette: Ich finde die tatsächlich in dem Kontext ganz furchtbar, weil die Blickrichtung auch sehr auf die Brust und Taille gelenkt werden. Ich glaube aber, dass mich die Abbildung mich bei einem anderen (nicht thematisch damit zu tun habenden) Buch trotzdem gestört hätte. Es geht ja nicht nur darum, dass da die Körperform der Frau nachempfunden wird, sondern es ist trotz der Schatten erkennbar, dass die Frau nackt ist.
      Das halte ich für ein sehr billiges Mittel um Aufmerksamkeit zu erregen.

      Viele Grüße
      Jennifer

      • Frank

        Hi,

        was die von Dir angesprochene „Glaubwürdigkeit“ angeht, so kann ich das durchaus nachvollziehen. Ich glaube aber tatsächlich, dass darin gar nicht die Intention des Verlages bestand. Die liegt – meiner unbewiesenen Meinung nach – eher darin, dass man das veröffentlicht, von dem man eben glaubt, dass es sich verkauft.

        Sicherlich auch deshalb hat Heyne übrigens auch seinerzeit beispielsweise „Tussikratie“ veröffentlicht. Und dennoch würde ich deswegen nicht behaupten, dass Heyne den dahinterstehenden Thesen durch die Veröffentlichung Glaubwürdigkeit verleiht. Man hat wohl schlicht den damaligen Zeitgeist erkannt und sich gedacht: „Das verkauft sich!“

        Aber darüber kann man ja geteilter Meinung sein. 😉

        Was mich doch ein wenig erschreckt, ist Deine Meinung zur Silhouette. Innerhalb des Kontexts zum Buch finde ich sie auch mindestens unnötig, keine Frage. Aber insgesamt? Die einigermaßen geschmackvolle Darstellung eines Frauenkörpers – wahlweise auch eines Männerkörpers – muss doch erlaubt sein, auch auf Buchcovern! Und wenn nicht, müsste man hinsichtlich der Kritik bei den Gay-Romance-Covern anfangen. 😉

        • Jennifer

          Lieber Frank,
          das Argument der Verkaufbarkeit kann ich nachvollziehen – auch wenn ich es nicht gut finde.

          Zur Silhouette: Lustig, an Romance-Bücher hab ich gar nicht gedacht. Wobei da ja auch selten komplett nackte Abbildungen drauf sind, oder?
          Ich finde es bedenklich, wenn eine Person durch die Abbildung objektiviziert wird und das offensichtlich nur geschieht, um Aufmerksamkeit zu erhalten und darüber Verkäufe zu generieren. Ich glaube, dass Nacktheit im Kontext von Romance (betrifft ja nicht nur Gay-Romance) oder ähnlichem auch nochmal ne andere Funktion hat, gestehe aber, das ich soweit jetzt einfach nicht gedacht hatte…

  • Nadine

    Ich finde es großartig, dass du den Verlag „zu Rede gestellt“ hast, auch wenn die Stellungsnahme ziemlich schwammig und verallgemeinernd daherkommt. Ich würde das Buch aus den oben genannten Gründen auch nicht kaufen.

  • Petrissa

    Hallo Jennifer,

    was es nicht alles gibt! Von der Szene hatte ich noch nie gehört.
    Genauere Beispiele als das Interview hast Du nicht gefunden? Hätte mich ja mal interessiert. Es hört sich ja schon etwas so an wie: Und wenn die Frau nein sagt, meint sie es eigentlich nicht so. Sie will nur ein bisschen Drama.

    Ich finde Deinen Artikel gut. Manchmal muss man den Mut haben, Dinge anzusprechen, die einen total gegen den Strich gehen.

    Liebe Grüße
    Petrissa

    • Jennifer

      Hallo Petrissa,

      ich habe leider keine guten Beispiele gefunden, die ich auch verlinken wollte. Es gibt im Internet jede Menge Informationen zur Szene, einiges ist Selbstdarstellung, anderes betrifft nur einzelne Personen, deshalb ist es schwer etwas aus der Masse herauszuheben. Ich möchte auch keine offensichtlich auf Gewinn orientierten Angebote (die mir noch die Seriöseren zu sein schienen) promoten.

      Grundsätzlich sind in der Szene sicherlich alle möglichen Menschen vertreten. Inwieweit da Grenzen geachtet werden oder auch nur eine Sensibilisierung für die Wünsche des Gegenübers gibt, lässt sich so pauschal nicht sagen… Ich möchte da auch ungern Vermutungen anstellen oder eben einzelne Negativbeispiele rauspicken (da stehen ja auch immer Persönlichkeitsrechte dahinter).

      Danke schön!
      Ich bin sehr gespannt, was für eine Resonanz ich hier noch erhalte 🙂
      Viele Grüße,
      Jennifer

  • Henrike

    Hallo Jennifer,

    erst einmal: das ist ein toller Artikel! Ich hatte mich, bevor ich auf Twitter über deine Meldung zu ebendiesem Buch gestoßen bin, noch nie von der Pick-Up-Szene gehört und war entsetzt, dass sowas tatsächlich systematisch durchgeführt wird und sogar einen Namen trägt – also, eine „Kunst“ ist derartige Grenzüberschreitung meiner Meinung nach nicht, um es sehr, sehr vorsichtig auszudrücken!
    Ich finde es gut, dass durch deinen Aufschrei und die daran anschließende Diskussion mehr Leute (mich eingeschlossen) informiert werden und diese Dinge thematisieren können.
    Außerdem – Hut ab! – ist es toll, dass du dabei sachlich bleibst und nicht die Mitarbeiter des Verlags angehst bzw. davor warnst, das zu tun. Die Mitarbeiter, die in den Kontakt mit Lesern und Kunden treten, sind nun einmal nicht diejenigen, die die Entscheidungen über das Verlagsprogramm treffen – doch leider sind sie es, die den ganzen Ärger oft abbekommen.

    Mich wundert allerdings auch, dass ein solcher (in meinen Augen Nischen-) Titel bei einem Verlag wie Heyne erscheint. Und die Stellungnahme (Ist das der komplette Text oder hast du nur einen Ausschnitt hier veröffentlicht?) finde ich in Bezug auf deine Fragen recht dürftig. Denn es wird, überspitzt formuliert, nur gesagt: „Schade, dass du dich mit diesem Buch nicht identifizierst, aber andere finden es bestimmt ganz toll.“ Dabei geht es doch gar nicht um das Identifikationspotential, sondern vielmehr darum, dass die durch dieses Buch unterstützte Pick-Up-Szene Übergriffigkeiten und Grenzüberschreitungen gegen Frauen als etwas Positives und Erstrebenswertes darstellt!

    Also danke, dass du das Buch angesprochen hast. Zumindest ich habe etwas dazu gelernt. 🙂

    Liebe Grüße
    Henrike

    • Jennifer

      Liebe Henrike,
      nein, ich habe das vollständige Statement des Verlags wiedergegeben, wie es mir per Mail zugesandt wurde. (Vll hätt ich einen Screenshot machen sollen, dann wäre es eindeutiger gewesen).

      Ja, mich hat das Statement auch sehr irritiert. Das nicht jede*r Leser*in jedes Buch liest und mag ist ja auch nichts ungewöhnliches. Ein wenig mehr Inhalt in diesem speziellen Fall hätte ich aber durchaus angemessen gefunden…
      Viele Grüße
      Jennifer

  • Yvonne

    Liebe Jennifer,
    ich selbst finde die Pick Up Szene furchtbar. Vor vielen Jahren hatte ich mal in einem Forum Beiträge von solchen Männern gelesen und seit dem immer Angst, selbst mal an so einen Typen zu geraten, ohne es zu merken :/
    Finde es auch unmöglich, wie das Buch veröffentlicht und dann auch noch von seinem großen Verlag. Aber vielen Dank, dass du dich um eine Stellungnahme bemüht und das Thema angesprochen hast!
    Ganz liebe Grüße
    Yvonne 🙂

    • Jennifer

      Liebe Yvonne,

      verzeih, dein Kommentar war mir irgendwie durchgerutscht! Eigentlich hatte ich ihn schon einmal freigeschaltet und beantwortet…

      Vielen Dank für deine Rückmeldung!
      Liebe Grüße
      Jennifer

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