Rezension

[Abbruch] „Zusammen werden wir leuchten“ von Lisa Williamson

Nachdem mir Nur drei Worte so wahnsinnig gut gefallen hatte, wollte ich gerne mehr Bücher mit queeren Figuren lesen. Von Jasmin bekam ich daraufhin Zusammen werden wir leuchten von Lisa Williamson ausgeliehen. Leider fand ich nicht ins Buch hinein und möchte euch kurz schildern woran es lag. Sehr würde ich mich über Buchempfehlungen von euch freuen (habe noch ein wenig Geburtstagsgeld rumliegen)!

Zusammen werden wir leuchten

David ist anders – er weiß es schon länger. Diesen Sommer möchte er es auch seinen Eltern mitteilen, dass er eigentlich lieber ein Mädchen wäre. Bisher wissen es nur seine besten Freunde. Er kämpft mit dem Alltag als Junge und ist fasziniert von einem neuen Mitschüler, eine zarte Freundschaft beginnt sich zu entwickeln.

Was ist das Thema, verdammt?

Wie ich oben bereits schrieb, habe ich das Buch nicht zu Ende gelesen. Ich kann daher nur etwas zu den etwa einhundert ersten Seiten sagen. Die Figur des David erschien mir zu flach, obwohl sie als sehr komplex angelegt war. Er ist noch sehr jung, seine Denkweisen passten aber zum Teil nicht zu einer solch jungen Figur. Dazu kommt, dass er zwar wahnsinnig viel über Geschlecht und Identität, auch Sexualität nachdenkt, ein Kind jedoch bestimmte mitgedachte Hintergründe (die zT eher theoretischer Natur sind) einfach nicht besitzt.

Der eigentliche Grund, warum ich das Buch schlussendlich abgebrochen habe, liegt jedoch in einer ganz anderen Sache begründet: Nachdem die Figuren erstmal alle eingeführt wurden und sich die Handlung zu entwickeln beginnt, spielt auch das Thema Mobbing eine Rolle. David wird von einer Gruppe anderer Kinder gemobbt und der neue Mitschüler hilft ihm, sich zur Wehr zu setzen. Abgesehen davon, dass die Schule mit dem Thema Mobbing auf die denkbar schlechteste Weise umgeht, fand ich es schade, dass der Fokus auf einmal so stark auf den Mobbing-Aspekt gelegt wurde. Ich vermute stark, dass sich im weiteren Verlauf die Freundschaft zwischen den beiden weiter ausbaut. Das wurde auch schon angedeutet und es spielen auch weitere Aspekte, wie Zugang zu Bildung, soziales Umfeld eine Rolle, was prinzipiell positiv ist. Leider verwässerte es mir die Entwicklung von David und da ich sowieso nur schwer Zugang zu dem Buch fand,  habe ich mich nach den ersten 120 Seiten für einen Abbruch entschieden.

Ich wollte euch das Buch aber dennoch vorstellen, erst einmal weil ich es grundsätzlich begrüßenswert finde, wenn es mehr diverse Figuren in Büchern gibt. Und zweitens weil natürlich auch Mobbing und die anderen angesprochenen Themen sehr wichtig sind. Nur weil es mich selbst in diesem Moment nicht fesselte, muss dies ja nicht bedeuten, dass nicht jemand von euch das Buch wundervoll finden wird. Sollte dies der Fall sein, dass jemand das Buch über mich „entdeckt“ und es sehr mag, würde mich das übrigens sehr interessieren 🙂


Das Buch

Zusammen werden wir leuchten von Lisa Williamson
erschienen 2015
S. Fischer Verlag

2 Kommentare

  • Tina

    Hey Jennifer,

    ich finde es gut, dass du auch einen „Abbruch“ besprichst und die Vielseitigkeit somir zum Ausrdruck kommt.
    Sag mal, wie alt ist der Protagonist denn? Du schreibst „sehr jung“ und „Kinder“? Vom Klappentext hätte ich auf 14 oder 15 getippt.
    Und du hast recht, noch fehlt es an diversen Figuren in Bücher, aber ich hege große Hoffnungen, dass es sich noch ändert.

    Liebe Grüße
    Tina

    • Jennifer

      Hallo Tina,
      tut mir Leid, dass ich mich nun erst rückmelde. Ich hatte das Buch nur geliehen und musste daher erst einmal nachfragen, wie alt er*sie wirklich war, weil ich es auch nicht mehr so genau im Kopf hatte.
      Über die Buchmesse habe ich dann leider vergessen, dass ich dir antworten wollte.

      Also, zum Beginn des Buches ist er 14 Jahre alt, was auch tatsächlich älter ist als ich es geschätzt hätte (darum schrieb ich von Kind). Ich habe noch einmal darüber nachgedacht, warum ich ihn im Kopf um so viel jünger gemacht habe und ich glaube, dass es daran lag, dass er so „kindlich“ dachte. Wenn es um die eigene Körperwahrnehmung geht zum Beispiel, welche Begrifflichkeiten benutzt wurden um Körperteile zu beschreiben, bzw. wie peinlich ihm alles körperliche war. Aber halt nicht so ein jugendlich-sexuell-peinlich, sondern eher so iiiih-körper-peinlich.
      Ich kann das nur ganz schwer beschreiben, ich hoffe du verstehst ein bisschen, was ich meine. Viele haben das Buch ja auch sehr positiv eingeschätzt, vielleicht lag es auch an mir. Der Hauptgrund, der mich am Buch störte, war ja auch dieser Mix an Freundschaft, Mobbing und sexuelle Identitätsfindung und das da meiner Meinung nach viel zu viel parallel beschrieben wurde. Ich konnte so viele Themen im Kopf einfach nicht auf einmal mitdenken.

      Vielleicht ist das auch einfach ein Buch, das sich an ein jüngeres Publikum richtet, mit Young Adult hab ich auch immer so meine Schwierigkeiten…
      Ich hoffe, diese (späte) Antwort hilft dir ein bisschen weiter 🙂
      Falls du das Buch inzwischen gelesen hast, lass es mich gerne wissen, wenn du einen anderen Eindruck hattest 🙂
      Liebe Grüße
      Jennifer

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