• [Rezension] Über Hilfsbereitschaft und Masken: „Hinterhofleben“ von Maik Siegel

    Bereits im letzten Jahr erschienen, aber seit einiger Zeit auch auf diversen Blogs zu finden ist das Buch Hinterhofleben von Maik Siegel. Ich entdeckte es zuerst auf Bücherkaffee, wo Markus es rezensiert hatte. Eine ganze Weile zögerte ich dann noch (es lagen einfach noch zu viele gute Bücher ungelesen bei mir), dann konnte ich nicht mehr widerstehen. Gelesen habe ich es dann gemeinsam mit Mademoiselle Facettenreich auf Twitter. Die hat ihre Rezension nun schon vor einer Ewigkeit veröffentlicht, denn die Lektüre machte mich sprachlos, wie es mir selten bei Büchern ergeht (zuletzt war dies der Fall bei Greenwash Inc. von Flender) Hinterhofleben von Maik Siegel Prenzlauer Berg. Ein ganz normales…

  • [Rezension] Über Moral und Genmanipulation: „Elefant“ von Martin Suter

    Zusätzlich zu Lila, Lila hatte ich mir Elefant aus der Bibliothek ausgeliehen. Einige Male hatte ich das Buch schon in der Hand gehalten und immer gezögert. Als Martin Suter zur Leipziger Buchmesse 2017 daraus vorgelesen hatte, wollte ich bereits mehr über diesen zauberhaften kleinen Elefanten wissen. An das Thema Gentechnik mochte ich mich dagegen nicht heranwagen. Nun bin ich froh, dass ich es doch getan habe: Elefant von Martin Suter Der Obdachlose Schoch traut seinen Augen kaum: Ein Mini-Elefant, der auch noch rosa leuchtet? Das muss der Alkohol sein. Doch auch nachdem der letzte Restalkohol verflogen ist, bleibt dieses Wesen da. Und Schoch muss auf einmal nicht nur an sich…

  • Kirio von Anne Weber

    Kirio war ja neben vielen anderen guten Büchern für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert (Kategorie Belletristik). Gewonnen hat dann leider ein anderes Buch, was ich schon damals sehr schade fand. Ich hab die Leseprobe gelesen und war auch bei den Vorstellungen der Nominierten am Donnerstagmorgen auf der Messe dabei. Kirio hat mich neugierig gemacht, weil der Erzähler, ein lustiger Schelm, mit dem Leser seinen Schabernack treibt. Das fand ich mal was anders als die Bücher, die ich sonst lese, und daher wollte ich unbedingt reinschauen. Jetzt lag Kirio leider doch eine ganze Weile unbeachtet auf meinem Nachttisch, weil ich vor lauter Unistress gar nicht so richtig zum Lesen kam.…

  • Kleiner Semesterrückblick

    Ich hatte euch ja einen kleinen Semesterrückblick versprochen und hier kommt er nun: Modul 1 – Historische Fachsprachen Hier hatte ich eine sehr spannende Vorlesung. Ich habe vieles aus unterschiedlichen Bereichen des Mittelalters gelernt. Unter anderem über die freien und unfreien Künste, über Medizin, Recht, Religion usw. Ein paar Dinge wusste ich natürlich bereits aus anderen Vorlesungen, aber es war trotzdem interessant, alles in Bezug zueinander zu betrachten. Dazu kamen noch zwei Seminare, in denen wir die jeweiligen Fachbereiche noch einmal vertieft betrachtet und auch einzelne Texte oder Textauszüge vorgestellt bekommen haben. Auch dort habe ich einige neue Dinge gelernt. Dass Kochbücher und Zauberbücher ganz ähnlich aufgebaut sind und teilweise…

  • [BücherinBüchern] Literaturpoetik: „Treideln“ von Juli Zeh

    Wenn im Titel irgendwo das Wort Buch vorkommt. Wenn die Geschichte sich in einer Bibliothek abspielt. Wenn es sich um eine Geschichte über Bücher, Buchhandlungen, Literatur oder das Lesen handelt. Dann werde ich meist sehr, sehr neugierig… In dieser kleinen Serie möchte ich ein paar dieser besonderen Schätze vorstellen. Außerdem würde ich mich freuen, wenn ihr noch weitere Bücher kennt, die ihr mir empfehlen könnt! Heute: Treideln von Juli Zeh Treideln ist das Resultat Juli Zehs Frankfurter Poetikvorlesungen. Es handelt sich um einen Briefroman, in dem eine fiktive Juli erklärt, wie sie denn eigentlich schreibt. Der Autor ist ja das größte Mysterium am Werk überhaupt. Warum schreibt er? Warum schreibt er…

  • „Alle Tage“ von Terézia Mora – oder: Warum ich ein Buch abgebrochen habe

    Nennen wir die Zeit jetzt, nennen wir den Ort hier. Beschreiben wir beides wie folgt. Alle Tage, S.9 Alle Tage Der Roman stellt das Schicksal eines heimatlosen Mannes dar. In sein osteuropäisches Heimatland kann er nicht zurückehren, dort herrscht Krieg. So lebt er in Deutschland am Rande der Gesellschaft; ist kein Aussteiger, sondern ein Nie-Dazugehörender. Obwohl er bereits jahrelang in Deutschland lebt, arbeitet und auch heiratete, hat er keinen Platz gefunden, an den er gehört. So lebt er im Jetzt, ohne Zukunft, seine Vergangenheit liegt zu weiten Teilen im Dunklen. Auch die Menschen, mit denen er in Kontakt kommt, gehören zu den Ausgestoßenen einer Gesellschaft, die sich wenig um individuelle Schicksale…