• „Sand“ von Wolfgang Herrndorf

    Bereits vor einer ganzen Weile wollte ich euch meine letzte Seminarlektüre, Sand von Wolfgang Herrndorf, vorstellen. Vor lauter Hausarbeiten geriet das irgendwie in Vergessenheit. Aber das Buch ist einfach zu gut, um es euch zu unterschlagen, deshalb hole ich das Versäumte nun hier nach: Sand 1972. Eine Wüste in Nordafrika. Ein mysteriöser Mehrfachmord in einer Kommune, ein Verdächtiger, ein Polizist. Dann der Sandsturm: Der Protagonist erwacht in einer alten Schnapsbrennerei. Er wird verfolgt von mehreren Kriminellen, sie wollen eine Mine, deren Aufenthaltsort nur er kennt. Er flieht in die Wüste, vergräbt sich im Sand und entkommt. Nach dem Schildchen in seinem Hemd nennt er sich Carl. Carl hat ein Problem:…

  • „Die Arbeit der Nacht“ von Thomas Glavinic *enthält Spoiler*

    Das Buch Jonas ist allein. Zuerst ist es nur eine kleine Irritation, als die Zeitung nicht vor der Tür liegt und Fernseher und Radio nur Rauschen von sich geben. Dann jedoch wird Jonas klar, dass seine Stadt, Wien, menschenleer ist. Ist er der einzige Überlebende einer Katastrophe? Sind die Menschen geflüchtet? Wenn ja, wovor? Jonas beginnt zu suchen. Er durchstreift die Stadt, die Läden, die Wohnungen und bricht schließlich mit einem Truck auf, um nach Spuren der Menschen suchen. Mit wachsender Spannung erzählt Thomas Glavinic davon, was Menschsein heißt, wenn es keine Menschen mehr gibt. Verlagsbeschreibung Meine Meinung Ein spannendes Grundthema: Wer ist der Mensch, wenn niemand sonst außer ihm…

  • „Alle Tage“ von Terézia Mora – oder: Warum ich ein Buch abgebrochen habe

    Nennen wir die Zeit jetzt, nennen wir den Ort hier. Beschreiben wir beides wie folgt. Alle Tage, S.9 Alle Tage Der Roman stellt das Schicksal eines heimatlosen Mannes dar. In sein osteuropäisches Heimatland kann er nicht zurückehren, dort herrscht Krieg. So lebt er in Deutschland am Rande der Gesellschaft; ist kein Aussteiger, sondern ein Nie-Dazugehörender. Obwohl er bereits jahrelang in Deutschland lebt, arbeitet und auch heiratete, hat er keinen Platz gefunden, an den er gehört. So lebt er im Jetzt, ohne Zukunft, seine Vergangenheit liegt zu weiten Teilen im Dunklen. Auch die Menschen, mit denen er in Kontakt kommt, gehören zu den Ausgestoßenen einer Gesellschaft, die sich wenig um individuelle Schicksale…

  • Eine Hausarbeit, ein Kolloquium und wenig freie Zeit

    Während es draußen mal mehr, mal weniger frühlingshaft wird, hält mich die Uni fest in ihren Klauen. Meine Hausarbeit über Sebastian Brants Narrenschiff habe ich vor zwei Wochen bereits abgegeben. Darin habe ich mich vor allem mit Religion im Mittelalter und der Darstellung der Todsünden bei Brant beschäftigt. Nun warte ich gespannt auf die Rückmeldung der Dozentin. Letzte Woche fand zudem der zweite Teil Projekts Prager Deutsche Literatur statt. Zusammen mit drei Tschechinnen habe ich den Erzähltext des Romans analysiert. Die Erzählinstanz, die Strategien der Figurencharakteristik und die Struktur der Räume im Brods Tycho Brahes Weg zu Gott wurden von Karolina, Šárka und Kristýna untersucht. Ich habe mir die Sprache…

  • Mirna Funk „Winternähe“

    Zum Inhalt (Quelle: Verlag) Wer bestimmt darüber, wer wir sind? Lola ist Deutsche, und sie ist Jüdin. Sie fragt sich: Wie viel von mir selbst steckt in meiner eigenen Biographie? Wie lässt sich die Gegenwart mit meiner Vergangenheit in Einklang bringen? Lola macht sich auf eine Reise, die sie von Berlin nach Tel Aviv und Bangkok führt. Sie stellt unbequeme Fragen und sucht gefährliche Orte auf. Sie konfrontiert uns mit Antisemitismus in Deutschland, dem Krieg in Israel im Sommer 2014 und der Frage nach Identität in einer globalisierten Welt.Bestimmt unsere Herkunft darüber, wer wir sind, oder falsche Freunde, orthodoxe Rabbiner? Lola wurde in Ost-Berlin geboren, ihr Vater geht in den…